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Arcor bittet den Kanzler um Hilfe

31.05.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Arcor-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Hermann Schmidt hat in einem Brief an Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) um Unterstützung in dem seit längerem währenden Streit mit der Deutschen Bahn AG gebeten. Wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf das ihr vorliegende Schreiben berichtet, sei das Unternehmen wegen der Blockade wichtiger Entscheidungen durch den Minderheitsgesellschafter Bahn AG seit mehreren Monaten "fast gelähmt". Der Betriebsrat ersucht den Kanzler, "umgehend einzuschreiten".

Hintergrund des Hilferufs ist, dass die Bahn ihre Fernmeldeanlagen zur Steuerung des Zugverkehrs, die sie vor fünf Jahren an Arcor übertragen hatte, wieder selbst betreiben will. Bei der ehemaligen Bahn-Tochter stößt der Plan auf Widerstand. Der Umsatz mit dem Bahngeschäft macht rund ein Viertel des Jahreserlöses aus. Nach Angaben Schmidts würde die von der Bahn angestrebte Teilung Arcor selbst und die 8300 Arbeitsplätze gefährden. Er wirft der Bahn vor, um ihrer Forderung durchzusetzen, Gremiensitzungen ignoriert und den geplanten Börsengang mehrfach verhindert zu haben. Die Bahn hat unterdessen die Vorwürfe zurückgewiesen (Computerwoche online berichtete).