Recruiting bei Fujitsu

Arbeitgeber muss Antworten auf anspruchsvollen IT-Nachwuchs liefern

08.11.2019
Von 
Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Der japanische Hightech-Konzern ist mitten in der digitalen Transformation und will auch Wegbegleiter für seine Kunden in die neue Welt sein. Dafür sucht er die neue Generation der Digital-Berater – und gleich 500 davon.

Dass Unternehmen, die IT-Spezialisten suchen, vor allem im Großraum München besonders kreativ sein müssen, ist nichts Neues. Egal ob Dax-Konzern wie BMW oder Siemens oder Techkonzerne wie Google oder Microsoft, mittelständische deutsche Softwarehäuser oder Startups - sie alle wollen wachsen, und benötigen dafür das entsprechende Personal. Und um das "einzufangen" bedarf es kreativer Ideen, die zugegebenermaßen nicht alle gleich gut funktionieren oder auf alle Unternehmen anwendbar sind. Die COMPUTERWOCHE sammelt nun die unterschiedlichsten Ideen ein und berichtet in unregelmäßigen Abständen darüber, was sich Arbeitgeber alles einfallen lassen, um schließlich ihre Traumbewerber oder zumindest die richtigen - an Bord zu holen.

Persönliche Netzwerke nutzen

Mit einer interessanten Idee wartet aktuell der Service-Chef von Fujitsu auf, wie seine Kollegin Bettina Kahr-Geleng, Personalchefin für die Region Central and Eastern Europe und Mitglied der Fujitsu-Geschäftsführung, sowie Fabian Henschel, Verantwortlicher für Talent Aquisition Central Europe, zu berichten wissen. Der Service-Chef des Unternehmens, Steffen Müter, schickt nämlich (in der Regel) seine Mitarbeiter Freitagmittag ins Wochenende - allerdings mit der ganz klaren Vorgabe, einen Kontakt für das Unternehmen zu generieren. Dies könne unabhängig davon passieren, ob auf analoge Weise auf dem Golfplatz, im Verein oder am Stammtisch oder in der virtuellen Welt - etwa in den sozialen Netzen. Denn die Arbeitgeberbotschaft ist klar: Jeder Mitarbeiter ist der beste Botschafter seiner Firma, und jeder ist angehalten, hier seinen Beitrag zu leisten, sprich, sein berufliches und auch persönliches Netzwerk zu nutzen und auf den eigenen Betrieb aufmerksam zu machen. Und so gut wie alle Arbeitgeber schwärmen davon, dass die Mitarbeiterempfehlungen im Grunde die beste und effektivste Recruiting-Methode ist.

Bei Fujitsu seien vor allem jetzt solche Mitarbeiteraktivitäten erwünscht, wie Bettina Kahr-Gelenk und Fabian Henschel betonen, denn die deutsche Tochtergesellschaft des japanischen Hightech-Konzerns befindet sich in einer starken Transformation, für die es viele neue Mitarbeiter benötigt. Über 500 sollen es sein, die man einstellen will - so viele, wie schon seit vielen Jahren nicht mehr, wie beide Personaler versichern. Man wolle nicht mehr als Hardware-Lieferant wahrgenommen werden, sondern als Unternehmen, dass seine Kunden in die digitale Welt begleitet. Dafür benötige man in erster Linie Berater, vor allem auch mit SAP-Know-how, IT-Architekten oder Projekt-Manager.

Das Recruiting im Nachwuchsbereich laufe ganz gut, freut sich der Talent-Aquisition-Chef.

Bettina Kahr-Geleng, Fabian Henschel, Fujitsu: „Wir wollen nicht mehr nur als Hardware-Lieferant wahrgenommen werden, sondern als Unternehmen, das seine Kunden in die digitale Welt begleitet.“
Bettina Kahr-Geleng, Fabian Henschel, Fujitsu: „Wir wollen nicht mehr nur als Hardware-Lieferant wahrgenommen werden, sondern als Unternehmen, das seine Kunden in die digitale Welt begleitet.“
Foto: Fujitsu Central Europe

Wertschätzung ist höchste Priorität

Zum Herbst konnte Fujitsu ein Trainee-Programm mit 80 Absolventen und Young Professionals starten. Das Programm dauert ein Jahr, wobei nach einigen Monaten die Spezialisierung für unterschiedliche Aufgaben und Rollen von SAP über Vertrieb bis hin zum Lösungsarchitekten beginnen. Allerdings gibt Personalchefin Kahr-Geleng zu, dass die neuen Generationen Y und Z immer anspruchsvoller werden und man sehr wohl einiges aufbieten müsse, wolle man sie zu sich holen. "Sie wollen mitgestalten, sich beteiligen und auch verändern", so ihre Beobachtung. Dafür haben die jungen Leute firmenintern ihre eigenen communities geschaffen, in denen sie sich austauschen können, was gut ankomme.

Die neuen Generationen Y und Z werden immer anspruchsvoller: sie wollen mitgestalten, sich beteiligen und auch berändern. In eigenen communities tauschen sie sich aus, was gut ankommt.
Die neuen Generationen Y und Z werden immer anspruchsvoller: sie wollen mitgestalten, sich beteiligen und auch berändern. In eigenen communities tauschen sie sich aus, was gut ankommt.
Foto: Jacob Lund - shutterstock.com

Man sehe sich insgesamt im Recruiting gut gerüstet, sei es durch die Rahmenbedingungen mit neuester IT-Infrastruktur ("der digital workplace ist Pflicht") und architektonisch attraktiven Bürogebäuden (wie in München mit dem Hightlight-Tower - einem der modernsten Gebäude der Stadt), Angebote für flexibles Arbeiten und Mobilitätsangeboten wie das Jobrad. Aber auch die Firmenkultur spiele eine wichtige Rolle. Als japanischer Konzern sei man nicht so sehr quartalsgetrieben, könne Themen länger und kontinuierlicher bearbeiten und Kriterien wie Kollegialität, offener Umgang miteinander, gegenseitige Wertschätzung hätten höchste Priorität, so Henschel. Als bester Beweis dafür, führt er an, dass immer wieder Ehemalige zu ihnen zurückkommen.