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Apple will Stellen in Deutschland streichen

11.02.2000
Europa-Chef plant Rücktritt

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Apple nimmt gegenwärtig in Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern eine Reihe von Stellenstreichungen vor. Das berichtet die Online-Ausgabe der CW-Schwesterpublikation "Macwelt" und beruft sich dabei auf interne Informationen aus dem Unternehmen. Zudem plane Apple-Europa-Chef Diego Piacentini seinen Rücktritt. Ein Nachfolger sei noch nicht bekannt.

Hintergrund der Umstrukturierung sei die sogenannte Top-7-Länderstrategie von Apple, berichtet die Publikation. Zu den Top-7-Ländern gehören neben Deutschland und der Schweiz auch Großbritannien, Frankreich, Italien, Schweden und die Niederlande. Die Geschäftsführer aller Niederlassungen berichten als "European Leadership Team" künftig direkt an die europäische Zentrale in Paris. Von dort erhalten die Top-7-Länder fortan auch massive Unterstützung für zusätzliche Werbe- und Marketingmaßnahmen.

Die Positionen der bisher für diesen Aufgabenbereich verantwortlichen regionalen Marketingleiter, Produktmarketingleiter und Werbeleiter werden komplett gestrichen. Im deutschsprachigen Markt seien von diesen Maßnahmen Marketingleiter Stefan Heimerl, Produktmarketing-Chef Bernd Wiesner sowie Werbeleiterin Nicole Fischer betroffen, die alle das Unternehmen verlassen werden, so "Macwelt". Die bisherigen Produktmanager Holger Niederländer, Andreas Haas (beide Hardware) und Andreas Zerr (Software) heißen künftig Produktspezialisten und werden verstärkt Vertriebsaufgaben wahrnehmen. Presse- und PR-Verantwortlicher bleibt Georg Albrecht, der nun direkt an Geschäftsführer Peter Dewald berichten wird.

Wie die Publikation weiter erfahren hat, wird Apple darüber hinaus nicht mehr auf deutschen Messen vertreten sein. In diesem Jahr ist das Unternehmen im Mai noch auf der Düsseldorfer Drupa, der größten Druckmesse der Welt, mit einem Stand vertreten. Dieser wird komplett von der Konzernzentrale in Kalifornien konzipiert. Im Jahr 2001 wird Apple dann auf keiner Messe in Deutschland mehr vertreten sein, möglicherweise auch in den Folgejahren nicht.