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Apple will 25 Läden eröffnen

16.05.2001
Apple will nun offiziell bis Ende des Jahres in den USA 25 Ladengeschäfte eröffnen und so neue Kunden gewinnen. 95 Prozent der Verbraucher ziehen den Hersteller zurzeit beim PC-Kauf "gar nicht erst in Betracht", fürchtet Steve Jobs.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Apple hat große Pläne: Noch im Laufe dieses Jahres will der Hersteller aus Cupertino insgesamt 25 Ladengeschäfte eröffnen. Auf diese Weise hofft Apple offenbar, mehr Kunden von seinen Produkten zu überzeugen und sich auf diese Weise ein größeren Marktanteil zu erobern (derzeit liegt dieser in den USA um die fünf Prozent).

95 Prozent der Verbraucher zögen Apple beim PC-Kauf "gar nicht erst in Betracht", klagte CEO (Chief Executive Officer) Steve Jobs anlässlich der Vorstellung der Apple-Store-Pläne. Apple brauche deswegen Läden mit geschultem Personal, um zu zeigen, wie einfach sich beispielsweise Macs mit Unterhaltungselektronik zu einem "Digital Hub" für das vernetzte Zuhause verbinden ließen.

Zwei der neuen Apple Stores öffnen an diesem Samstag, und zwar in McLean, Virginia, am Hauptquartier des CIA sowie im kalifornischen Glendale Valley. Weitere Standorte sind unter anderem belebte Straßen und Shopping Malls in Palo Alto, Chicago sowie New York. Die Geschäfte führen neben Apples eigener Hard- und Software auch Anwendungen von Drittanbietern sowie Handhelds, Digitalkameras und MP3-Player mit Apple-Anschlussmöglichkeit. An einer so genannten "Genius Bar" können Kunden einen Cappucino schlürfen und sich dabei mit einem ausgewiesenen Experten über ihre Mac-Problemchen austauschen.

Finanzchef Fred Anderson erwartet, dass die Stores bereits Ende dieses Jahres den Breakeven schaffen und in Geschäftsjahr 2002 Gewinn einfahren. Analysten beurteilen die Erfolgsaussichten nur zum Teil optimistisch. "Eine begrenzte Anzahl von Apple Stores über das Land verstreut ist sicher eine gute Idee, um Brand Awareness und damit den Marktanteil zu steigern", glaubt Stephen Baker von NPD Intelect. Toni Duboise von ARS sieht das anders: "Speziell nach den Erfahrungen von Gateway mit seinen Country Stores halte ich Apples Pläne für nicht besonders schlau", meint die Analystin. "Das Klima ist zurzeit nicht gut, der Handel muss kämpfen." Wenig erfreut äußerten sich verständlicherweise auch - meist kleinere - Händler, die sich auf Apple-Produkte spezialisiert haben.