Q2 2018

Apple legt weitere Rekordbilanz vor

Peter Müller ist der Ansicht, dass ein Apple täglich den Arzt erspart. Sei es iMac, Macbook, iPhone oder iPad, was anderes kommt nicht auf den Tisch oder in die Tasche. Seit 1998 beobachtet er die Szene rund um den Hersteller von hochwertigen IT-Produkten in Cupertino genau. Weil er schon so lange dabei ist, kennt er die Apple-Geschichte genau genug, um auch die Gegenwart des Mac-Herstellers kritisch und fair einordnen zu können. Ausgeschlafene Zeitgenossen kennen und schätzen seine Beiträge im Macwelt-Morgenmagazin, die die Leser werktags pünktlich um acht Uhr morgens in den nächsten Tag mit Apfel und ohne Doktor begleiten. Privat schlägt sein Herz für die Familie, den FC Bayern, sechs Saiten, Blues-Skalen und Triolen im Shuffle-Rhythmus.
Von wegen Krise: Apple legt sowohl bei Umsatz als auch Gewinn deutlich zu und straft viele Kritiker Lügen.

Apples Niedergang fällt vorerst aus, das iPhone X ist offenbar noch kein Flop. Zumindest lässt sich derartiges aus den Zahlen für das zweite Geschäftsquartal 2017/18 schließen, die Apple gestern Abend vorgelegt hat. Besser hat der iPhone-Hersteller ein März-Quartal zuvor nicht abgeschlossen. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent auf 61,1 Milliarden US-Dollar, der Gewinn sogar um 30 Prozent auf 2,73 US-Dollar pro verwässerter Aktie - insgesamt betrug der Nettoüberschuss 13,822 Milliarden US-Dollar, etwas mehr als 25 Prozent mehr als die 11,029 Milliarden US-Dollar von vor einem Jahr.

Das iPhone X machte sich in der Apple-Bilanz bemerkbar - allerdings nur positiv.
Das iPhone X machte sich in der Apple-Bilanz bemerkbar - allerdings nur positiv.
Foto: Apple

Das iPhone macht weit weniger Sorgen als das in den Augen der Analysten im Vorfeld zu befürchten war. Im Dreimonatszeitraum, der am 31. März endete, hatte Apple 52,2 Millionen Stück verkauft, drei Prozent mehr als vor einem Jahr. Der durchschnittliche Erlös betrug 728 US-Dollar, im Vorjahr lag der Wert bei 655 US-Dollar - das iPhone X, von dem Apple keine genauen Verkaufszahlen nennt, hat also seine Spuren hinterlassen. Gleichwohl hatte Apple im Weihnachtsgeschäft noch 796 US-Dollar pro iPhone eingenommen. Der mit dem iPhone erzielte Umsatz betrug 38,032 Milliarden US-Dollar. Laut Apple-CEO Tim Cook sei das iPhone X in jeder Woche des März-Quartal das bestverkaufte gewesen.Wie bei ein Superbowl wünsche man dem Gewinner vielleicht ein paar Punkte mehr, aber letztlich zählt das Resultat: Das iPhone X sei Apples Superbowl-Champion.

Auch aus der iPad-Sparte meldet Apple Erfreuliches: Die Verkäufe stiegen gegenüber Vorjahr von 8,9 auf 9,1 Millionen Stück, die Hälfte der Käufe seien neue Kunden gewesen. Der Mac ließ jedoch leicht nach, die Stückzahlen sanken um drei Prozent auf nunmehr 4,078 Millionen, der Umsatz stieg jedoch leicht an, von 5,844 Milliarden US-Dollar auf 5,848 Milliarden US-Dollar.

Der Services-Bereich wächst weiter stark, im März-Quartal um 30 Prozent auf einen Umsatz von 9,2 Milliarden US-Dollar. Noch stärker fiel aber das Plus für die anderen Produkte aus, 38 Prozent mehr spülten HomePod, AirPods, AppleWatch, Apple TV, Beats-Kopfhörer und weitere in Cupertinos Kassen, fast 4 Milliarden US-Dollar in Summe. Vor allem die Wearables haben laut Cook und seinem Finanzchef Luca Maestri dazu beigetragen, deren Zuwachs machte 50 Prozent aus. Zu den Zahlen des HomePod fiel kein Wort.

Weltweit legte Apple zu, bemerkenswert ist das 21-prozentige Umsatzwachstum in "Greater China" (Volksrepublik China, Hongkong, Taiwan), wo das iPhone X das populärste Smartphone sei und auch der Mac an Marktanteile zugelegt habe. Japan gewann 22 Prozent hinzu, Amerika 17 Prozent, Europa neun Prozent und Asia-Pacific vier Prozent. Rekordzahlen könne man auch aus Indien vermelden.

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Für Aktionäre interessant ist das neue Dividendenprogramm, das Apple nach dem Auslaufen des alten nun auflegt. In den kommenden Jahren will der Konzern 100 Milliarden US-Dollar an seine Anteilseigener in Form von Aktienrückkäufen und Dividenden ausgeben. Apple habe auch bei seiner Suche nach einem Standort für einen weiteren Campus Fortschritte erzielt, in den kommenden fünf Jahren wolle man in den USA rund 20.000 neue Arbeitsplätze schaffen.

Für das dritte Quartal rechnet Apple mit einem Umsatz zwischen 51,5 und 53,5 Milliarden US-Dollar - was eine weitere Rekordbilanz bedeuten dürfte. Der Kurs der Apple-Aktie legte daher nachbörslich um vier Prozent zu – Wall Street ist wieder zufrieden. (Macwelt)