Vor dem Start von Windows 8

Apple lässt die Muskeln spielen

24.10.2012
Ein neues iPad mit einem kleineren Bruder und dünnere Macs - Apple ist bemüht, vor dem Windows-8-Start eigene Akzente zu setzen.
Der neue iMac.
Der neue iMac.
Foto: Apple

Es sollte die Woche von Microsoft werden. Schließlich bringt der Software-Gigant am Freitag sein Windows 8 auf den Markt - die wohl bisher mutigste Erneuerung des Betriebssystems, mit dem weltweit mehr als 90 Prozent der PCs laufen. Doch wenige Tage vorher fuhr Apple dem Erzrivalen in die Parade. Zusätzlich zum erwarteten kleineren Modell des iPad-Tablets gab es am Dienstag eine Reihe von Produktneuheiten, die potenziellen Käufern eine Rundum-Alternative zu Windows-Geräten bieten sollen.

Darunter: Ein neues großes iPad mit einem deutlich schnelleren Chip als Gegenentwurf zu Microsofts kommendem erstem eigenen Tablet Surface. Ein drastisch verschlankter Desktop-Rechner iMac, der sein DVD-Laufwerk verlor und eine um 80 Prozent dünnere Aluminium-Seitenkante hat als das Vorgängermodell. Ein weiteres, günstigeres Macbook-Laptop mit extrem hoher Bildschirm-Auflösung. Apple-Chef Tim Cook und Marketing-Profi Phil Schiller zogen wenige Wochen vor dem Weihnachtsgeschäft in San Jose eine große Werbe-Show ab.

"Die Produktpalette dürfte sich vor den Feiertagen gut verkaufen", meinte Analyst Michael Gartenberg vom Marktforscher Gartner. "Wenn da noch ein Fernseher dabei wäre..", fügte er augenzwinkernd in Anspielung auf die seit Jahren herumgeisternden Spekulationen über ein TV-Gerät von Apple hinzu.

Der eigentliche Grund für das Apple-Event im kalifornischen San Jose - das iPad mini - konnte da fast schon in den Hintergrund geraten. Dabei ist es eine wichtige Premiere: Das erste Mal seit dem Tod von Gründer Steve Jobs vor gut einem Jahr führt Apple eine neue Produktkategorie ein. Und es ist ein gewagter Vorstoß - mit einem Preis ab 329 Euro bzw. Dollar ist das kleine iPad drastisch teurer als die billigsten Taschen-Tablets der Konkurrenz. Da bekommt man ein Gerät schon für weniger als 200 Euro oder Dollar.

Sicher, Apple kann sich auf die Strahlkraft der Marke verlassen, ebenso wie die Bereitschaft der Fans, für Produkte mit dem angebissenen Apfel im Logo mehr zu bezahlen. Aber die Preisspanne lässt den Rivalen immer noch viel Platz, einen Platz auf dem stark wachsenden Markt zu finden. Nach der Ankündigung des Preises in San Jose sackte deshalb auch der Kurs der Apple-Aktie in New York deutlich ab. Die Börsianer hatten wohl auf eine aggressivere Preisstrategie von Apple gehofft.

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