Vermummte Täter wüteten mit Vorschlaghämmern und Säure:

Anschlag gegen Nixdorf-Ausstellung

11.05.1984

GÜTERSLOH (CW) - Ziel eines offenbar politisch motivierten Anschlags ist die Wanderausstellung "Der gläserne Mensch" der Nixdorf AG in Gütersloh geworden. Eine Gruppe junger Leute verwüstete einen Teil der in der dortigen Stadthalle gezeigten Geräte und richtete nach Polizeiangaben einen Sachschaden von rund 100 000 Mark an.

Um die Mittagszeit stürmten acht bis zehn Vermummte die Stadthalle und schlugen mit schweren Vorschlaghämmern auf die Nixdorf Computer ein. Zusätzlich übergossen sie die Ausstellungsstücke mit Säure. Danach flüchteten die Täter. Eine 26 Jahre alte Frau allerdings konnte vom Aufsichtspersonal festgehalten werden. Zwei weitere verdächtige Männer gerieten wenige Stunden nach dem Anschlag in die Maschen des Fahndungsnetzes.

Die Tätergruppe wird der Punkerszene zugerechnet. In einem Bekennerbrief an die "Neue Westfälische" in Bielefeld üben sie Protest an der Überwachung des Menschen durch den Computer.

Gleichzeitig drücken sie in ihrem Pamphlet ihre "Verbundenheit mit den Menschen in den Knästen und besonders mit den im Hochsicherheitstrakt Bielefeld-Ummelen Einsitzenden" aus.

Die Nixdorf-Ausstellung wurde während des vergangenen halben Jahres in mehreren deutschen Städten gezeigt. Sie sollte insbesondere bei der jungen Generation die oft ausgeprägte Technikfeindlichkeit überwinden helfen.