Anklage in USA wegen Technikexport gen Osten

28.08.1987

DENVER/WIEN (ap/apa) - Gegen vier Westdeutsche und einen Österreicher ist bei einem Gericht in Denver im US-Bundesstaat Colorado Anklage wegen Lieferung amerikanischer Militärgüter und anderer "hochmoderner" technologischer Erzeugnisse in kommunistische Länder erhoben worden.

Die Zollbehörden in Chicago teilten am 10. August mit, die fünf Betroffenen seien am Tag zuvor in Puerto Rico verhaftet worden. Bei dem Österreicher handelt es sich um den 42jährigen Eduard Bodenseher von der Wiener Firma Amex-Export-Import GmbH. Das Unternehmen, das nach Angaben aus Denver auch illegal mit Computerzubehörteilen gehandelt haben soll, verweigerte gegenüber der Austria Presse Agentur (apa) jede Stellungnahme.

Die Anklage stützt sich auf Informationen, die durch eine von Agenten der Bundeskriminalpolizei FBI und der Zollfahndung betriebene Scheinfirma in Denver im Laufe der vergangenen drei Jahre gesammelt worden waren. Die Zollfahnder, die sich als Großhändler von US-Industrieprodukten und von Munitionserzeugnissen ausgaben, verkauften den Angeklagten die Ware, die sie laut Anklageschrift ihrerseits nach Bulgarien, Kuba und Nordkorea lieferten.

Die Geheimaktion war Teil eines Sonderprogramms der amerikanischen Zollfahndung unter dem Codenamen "Operation Exodus", das darauf abzielt, den illegalen Transfer von Erzeugnissen in Ostblockländer im Interesse der nationalen Sicherheit zu unterbinden.