RFID: Neuer Chip von Samsung - Nokia testet in UK

28.11.2007
Samsung hat einen neuen RFID-Chip für mobile Endgeräte vorgestellt. Damit sollen Nutzer in Zukunft bargeldlos im Supermarkt und auf dem Bahnhof bezahlen können. Auch die Abfrage von Informationen zu einem bestimmten Produkt ist auf diese Weise möglich. Nokia hat in London bereits einen Praxistest gestartet - Kritiker warnen jedoch vor den Gefahren.

Mit der Radio Frequency Identification (RFID) wird das Leben einfacher. So lautet zumindest der Plan der Industrie, die mit diesem Verfahren Geld verdienen möchte. Grundsätzlich ist es möglich, mit einem RFID-Chip einen Gegenstand automatisch und berührungslos zu identifizieren. Egal ob an der Kasse im Supermarkt oder am Fahrkartenschalter auf dem Bahnhof, die neue Technik macht das bargeldlose Bezahlen noch einfacher.

Auch für die Mobilfunkhersteller ist RFID interessant, schließlich können die kleinen Chips problemlos in die mobilen Endgeräte integriert werden. Auch Samsung möchte in dem neuen Geschäftsfeld groß mitmischen und hat als ersten Schritt einen neuen RFID-Chip vorgestellt. Kunden sollen damit nicht nur bezahlen können, auch die Abfrage von Informationen zu einem bestimmten Produkt ist auf diese Weise möglich. So geben etwa Kinoplakate darüber Auskunft, um welche Uhrzeit ein Film gespielt wird, im Museum erhält man nähere Angaben zu einem bestimmten Künstler - die Anwendungsbereiche sind nahezu unbegrenzt.

Der neue Chip funkt im UHF-Band mit 900 MHz, misst 6,5x6,5 mm und hat einen Energiebedarf von 850 Milliwatt. Vorerst sei keine Anwendung in Mobiltelefonen geplant, stattdessen sollen Adapter angeboten werden, um ältere Geräte nachzurüsten.

Nokia geht einen Schritt weiter und hat in Zusammenarbeit mit o2 und London Underground ein Pilotprojekt gestartet, das sich ebenfalls mit der mobilen Nutzung von RFID befasst. In dem Test haben ausgewählte Nutzer die Möglichkeit, mit ihrem RFID-Handy bargeldlos U-Bahn-Tickets zu kaufen. Ob sich die Technologie in den kommenden Jahren auf Handys durchsetzt, muss sich zeigen. Kritiker sehen in der neuen Technik den Datenschutz der Verbraucher gefährdet, auch das bargeldlose Bezahlen sei wegen fehlender Sicherheitsmaßnahmen risikoreich.

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