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Kognitio wirbt mit der schnellsten Datenbank für Data Warehousing

10.04.2008
Das Start-up sieht sich mit seiner Analysetechnik und seinem "Data Warehouse as a Service" vor Oracle und anderen und will nun expandieren.

Der englische Anbieter Kognitio zählt zu einer Reihe neuer Anbieter, die mit vorkonfigurierter und speziell für Data Warehousing entwickelter Datenbanktechnik werben. Solche Data-Warehouse-Appliances versprechen im Vergleich zu herkömmlichen Data-Warehouse-Systemen unter anderem eine optimierte Performance und schnellere Einführung. Laut Roger Llewellyn, Chief Executive Officer von Kognitio, sei die eigene Technik "Kognitio WX2 Virtual Data Warehouse Appliance" mittlerweile ausgereift und könne es mit Datenbankherstellern wie Oracle nicht nur aufnehmen, sondern diese auch in puncto Abfragegeschwindigkeit übertreffen.

Verteilte Datenbankabfragen

Dies sei technisch möglich, da Produkte von Kognitio, Netezza oder Teradata anders als Oracle und andere Datenbankanbieter keine komplette Indizierung der gespeicherten Daten vornehmen, sondern sämtliche Daten laufend lesen, sagte der Manager gegenüber "Computerwire". "Sehr einfache Datenbankabfragen laufen zwar schneller mit Hilfe eines Index, doch bei komplexen Queries, wie sie im Data Warehousing an der Tagesordnung sind, ist unser Ansatz um ein Vielfaches schneller", behauptet Llewellyn. Der Grund hierfür sei, dass sich in WX2 die Verarbeitung einer Datenabfrage parallel auf vielen Prozessoren verteilen lasse. Fügen Anwender weitere Server und Prozessorleistung hinzu würde sich die Leistung linear entwickeln und keine "Latency" entstehen. "Wir haben zehn Jahre und 40 Millionen Pfund Entwicklungskosten in das Produkt gesteckt", sagte Llewellyn. Die Kongnito-Datenbank sei allerdings ganz auf analytische Anwendungen ausgelegt und kein OLTP-System. Daher könne man sie auch parallel beispielsweise zu einer Oracle-Datenbank betreiben.

Data Warehouse as a Service

Aktuell kann Kognitio 15 Kunden in Großbritannien vorweisen, von denen einige die Appliance durch den Hersteller extern als "Data Warehouse as a Service" betreiben lassen. So habe man kürzlich den auf Kundenkarten spezialisierten Dienstleister Nectar gewonnen. Dieser betreibt heute ein Data Warehouse mit einem Volumen von fünf Terabyte. Zunächst hatte der Kunde dieses mit Oracle aufgebaut. Doch nach viereinhalb Monaten Einsatz war Nectar offenbar nicht zufrieden mit der Performance und ließ Kognitio die Daten in seinem System ausprobieren. "Nach fünf Stunden konnten wir Abfragen machen, die sechzig Mal schneller waren".

Auch sieht sich der Hersteller mit seinem Data Warehousing as a Service als Vorreiter im Markt. Unternehmen könnten so einfacher ihre Kapazitäten planen. Bei beispielsweise einer Data-Warehouse-Umgebung mit einem Volumen von zehn Terabyte ließen sich 75 Prozent der Hardwarekosten einsparen, wirbt Llewellyn. "Viele Wettbewerber, die vergleichbare Angebote planen, können diese Einsparungen nicht bieten, weil ihre Lösungen auf proprietärer Hardware laufen. Kognitio setzt hingegen auf Industriestandards".

Klein und bald gekauft?

Allerdings sei Kognitio noch ein kleines Unternehmen und habe nicht die entsprechenden Ressourcen und Marketing-Mannschaft wie die großen im Markt, so der Manager. Man sei aber zumindest seit zwei Jahren profitabel. Für mehr Umsatz und Aufmerksamkeit soll nun neben dem Europa-Geschäft auch der Aufbau des US-Geschäfts dienen. Dieser war ursprünglich für 2007 geplant, wurde dann aber verschoben wurde, da die Produktentwicklung noch nicht abgeschlossen war. Zudem war zusätzliches Geld für die Expansionspläne nötig, dass Kognitio nur durch einen Verkauf von 20 Prozent der Unternehmensanteile an Investoren zu haben glaubt. Llewellyn rechnet damit, in den kommenden zwei Jahren die Umsätze kräftig steigern zu können. "Wir versprechen 60 Mal bessere Performance zu 40 Prozent des Preises der Wettbewerber. Das sollte den Markt ein wenig durchrütteln". Am Ende hätten die großen Anbieter keine andere Wahl, als Kognitio zu kaufen, hofft Llewellyn. (as)