Forrester über Cloud Storage Gateways

Geregelter Abflug in die Wolke

19.11.2012 von Werner Kurzlechner
Cloud Storage Gateways erleichtern auf vielfältige Weise den schnellen und sicheren Transfer von Daten in die Wolke. Forrester Research analysiert, welche Vorteile der Einsatz dieses Instruments mit sich bringen kann.
Ein Cloud Gateway sichert, vereinfacht und beschleunigt den Datentransfer in die Cloud.

Verkehr muss geregelt und geplant werden, damit er flüssig läuft und niemand zu Schaden kommt. Das gilt auch für Daten auf dem Weg in die Wolke. Andrew Reichman, Analyst bei Forrester Research, plädiert in einer aktuellen Studie für Cloud Storage Gateways als Instrumente, die die Bedenken vieler Anwender gegen Storage in der Cloud mildern oder sogar zerstreuen können. Einen Cloud Gateway müsse man sich dabei „wie einen lokalen Verkehrsdirektor und -optimierer vorstellen“, so Reichman. Dieser überaus vielseitige Helfer sichere, vereinfache und beschleunige gewissermaßen den Verkehr mit den entfernten Speicherorten in der Cloud.

Die Vorzüge von Cloud Storage liegen laut Forrester-Studie auf der Hand. Dadurch lassen sich Kosten und Komplexität im Storage senken, außerdem werden Kapazitäten für neue IT-Aktivitäten frei. Die Verantwortlichen für Infrastructure & Operations (I&O) seien eigentlich begierig darauf, diese Vorteile auch zu nutzen. Noch nutzten aber lediglich 38 Prozent der Anwender Cloud Storage. Aber lediglich 16 Prozent hosten nach Beobachtung der Analysten mehr als ein Zehntel ihres Storage-Volumens in der Cloud. Das liegt laut Reichman an vier Hürden, die den Weg in die Wolke problematisch machen.

Kritischer Datentransfer

Erstens sei der Transfer von Daten über eine WAN-Verbindung mit Latenz und Unsicherheit verbunden. Eine eingeschränkte Konnektivität kann unerwartet die Zahl an Cloud Storage benötigenden Workloads begrenzen. „WAN-Verbindungen schwanken notorisch“, heißt es in der Studie. „Eine Verbindung, die heute gut ist, kann morgen plötzlich schlecht sein.“ Zweitens könne das Verwalten von Application Perfomance Interfaces (APIs) belastend für die IT-Abteilung sein, wenn man mit mehreren Cloud-Providern zusammenarbeite. Drittens plagten zwei Drittel der IT-Chefs Sorgen wegen der Datensicherheit. Kritisch ist dabei nach Einschätzung von Forrester weniger das Lagern in der Wolke selbst als der Transfer dorthin über WAN. Viertens könne es sein, dass die Protokoll-Wahl des gewünschten Providers nicht den eigenen Anforderungen entspreche.

Cloud Storage Gateways liefern laut Forrester für alle diese Probleme Lösungen. Das beginne schon damit, dass ein variabler Anteil der Daten in Caches im eigenen Rechenzentrum gehalten wird. Wer diese Möglichkeit für den gesamten Datenbestand wählt, nutzt den Gateway als Mittel zur Datensicherung und Synchronisierung. Ansonsten lässt sich so steuern, dass besonders sensible Daten im Cache gehalten werden und andere in die Cloud wandern. Weiter nutzen Gateway-Technologien WAN-Optimierung zur Beschleunigung des Datenverkehrs, was oft in Verbund mit Protokoll-Optimierung, Priorisierung und Sequenzierung geschieht. In Kombination mit Caches könne dies für einen besseren Datenfluss in die Cloud und ein besseres Cloud Storage-Erlebnis sorgen, heißt es in der Studie.

Zudem seien Gateways so ausgestaltet, dass sie Daten in gängigen Block- und File-Protokollen übernehmen und in das vom Cloud-Partner geforderte Format übersetzen. Da IT-Abteilungen in der Regel keine Interaktion mit den in der Cloud üblichen Back-Ends gewohnt seien, leiste das Gateway so wertvolle Translationsdienste, urteilt Forrester. Der Gateway-Vendor übernehme in der Regel auch notwendige Änderungen, wenn die Cloud-Provider ihre APIs änderten. Überdies sorgten sie für eine Verschlüsselung während des Datentransfers. I&O-Verantwortliche müssten hier allerdings aufpassen, weil dies von verschiedenen Gateways in unterschiedlicher Weise gehandhabt werde.

Automatischer Datenschutz

Eine weitere Funktion von Gateways sei ein automatischer Schutz von Daten, um eine robuste Performance zu gewährleisten, so Forrester weiter. Das Erstellen der benötigten Sicherheitskopien und Backup-Versionen geschehe quasi unterwegs, bei Bedarf könnten Anwender wie beim lokalen Speichern gewohnt ältere Versionen aufrufen – allerdings gänzlich ohne den gewohnten Pflegeaufwand.

Gateways unterstützen laut Reichman auch die Datensynchronisierung über verschiedene Standorte hinweg, was vor allem für internationale agierende Firmen und Unternehmen mit vielen Filialen oder Dependancen attraktiv sei. Via Kompression und Deduplizierung von Daten seien manche Gateways auch dazu in der Lage, Daten zu vergleichen und nur die tatsächlich nötigen Bits in die Cloud zu schicken. Das könne die Kosten für den Service-Provider signifikant senken, so Forrester.

Schon aus Eigeninteresse ist den Gateway-Anbietern daran gelegen, eine möglichst breite Palette an Cloud Storage-Möglichkeiten zu unterstützten. Traditionell unterstützen Gateways das Lagern von Daten in der Public Cloud. Die Zusammenarbeit mit Partnern wie Microsoft Azure, Amazon und Rackspace wird laut Forrester weithin unterstützt. Aber auch im Private Cloud-Umfeld spielten Gateways eine immer wichtigere Rolle. Hier dienen sie Anwendern als Mittel zur Synchronisierung mit dem eigenen Backend in der Cloud. Beide Ansatzpunkte lassen sich laut Studie auch elegant verknüpfen, falls Anwender auf Hybrid Cloud-Lösungen setzen.

Heterogene Anbieterlandschaft

Die Anbieterlandschaft ist laut Forrester Research derzeit noch sehr heterogen. In der Studie „Cache Is King In Cloud Storage Enablement“ stellt Andrew Reichman die speziellen Stärken und Ansatzpunkte der momentan führenden Gateway-Anbieter vor – darunter das von Microsoft übernommene Unternehmen StorSimple. Wer nur unkritische Archivdaten in der Cloud speichern wolle, komme wahrscheinlich gut ohne Gateway aus, so Forrester Research. „Aber für alle Use Cases, die erfolgs- oder risikosensible Daten miteinbeziehen, könnte Storage in der Cloud ohne Gateway eine schlechte Idee sein“, lautet das Fazit von Analyst Reichman.