Samsung kauft Akkus wohl in China

Galaxy Note 7: Gefährliche Akkus stammen von Samsung SDI

06.09.2016
Nach den Vorfällen mit überhitzenden Akkus im Galaxy Note 7 baut Samsung keine wiederaufladbaren Batterien der eigenen Sparte Samsung SDI mehr ein.
Die brandgefährlichen Akkus im Galaxy Note 7 stammen von Samsung SDI.

Dass Samsung den eigenen Produkten nicht mehr vertraut, berichten südkoreanische Medien wie "The Korea Herald" unter Berufung auf Aussagen von Samsung-Vertretern. Ursprünglich sollen 70 Prozent der Note-7-Einheiten mit einem fest eingebauten Akku von Samsung SDI bestückt gewesen sein, während der chinesische Hersteller ATL die restliche Menge beisteuerte. Beobachter erwarten, dass Samsung jetzt die Auftragsmenge bei ATL erhöht.

Wie bereits berichtet, bietet Samsung weltweit (außer in China) Kunden einen Umtausch ihrer bereits gekauften Einheiten an, weil nach einem Produktionsfehler bei einigen ausgelieferten Galaxy Note 7 die Akkus überhitzten und die Geräte in Brand gerieten. 35 solcher Fälle sind dem Unternehmen bekannt, keiner davon soll in Deutschland stattgefunden haben. Insgesamt ruft Samsung rund 2,5 Millionen Geräte zurück, wovon knapp anderthalb Millionen bereits in den Händen von Kunden sein sollen und die übrigen Geräte bei Mobilfunkbetreibern und anderen Vertriebspartnern liegen sollen. Samsung hat als weitere Reaktion über die Sicherheitsprobleme des Galaxy Note 7 den ursprünglich für 2. September angesetzten Marktstart des Stift-Phablets in Deutschland und einigen anderen Ländern auf unbestimmte Zeit verschoben.

Besitzer des Galaxy Note 7 haben praktisch keine Möglichkeit, das Akku-Fabrikat ihres Geräts selbst zu überprüfen. Der Chef der Handysparte, Koh Dong Jin, bezeichnete während einer Pressekonferenz in Seoul den finanziellen Schaden, der dem Unternehmen durch die Akku-Probleme und den Gerätetausch entstehen, als "herzbrechend hohen Summe". Der Analyst Hwang Min-sung von Samsung Securities erwartet, dass den südkoreanischen Hersteller allein das Rückruf- und Austauschprogramm um die 120 Milliarden Won (umgerechnet 96 Millionen Euro) kosten wird. Dazu kämen die Ausfälle beim Absatz des Galaxy Note 7. Den gesamten wirtschaftlichen Schaden für das Unternehmen beziffert er auf umgerechnet 656,6 Millionen Euro.

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