Parallelen zur Finanzbranche

Canalys-Chef warnt vor Cloud-Crash

09.10.2014 von Armin Weiler
Mit deutlichen Worten hat Steve Brazier, CEO des Markforschungs- und Beratungsunternehmens Canalys, vor einem bevorstehenden Zusammenbruch einiger Public-Cloud-Provider gewarnt.
Laut Canalys-Chef Steve Brazier zeigen die Geschäftsmodelle der Public-Cloud-Anbieter erste Risse.

Canalys-Chef Steve Brazier hat Zweifel an den Geschäftsmodellen mancher Anbieter der Public-Cloud-Branche. Sie seinen darauf angelegt, sich nur durch weiteres Wachstum und nicht durch das Tagesgeschäft zu tragen. Bleibt das erhoffte Wachstum aus, bricht das Konstrukt zusammen wie ein Kartenhaus.

Brazier zieht Parallelen zur Finanzkrise, die in einer spekulativ aufgeblähten Immobilienblase ihren Anfang nahm und auch viele Banken in den Abgrund riss oder an den Rand des Ruins brachte. "Das Business-Modell wird sich nicht mehr tragen", ist sich Brazier sicher. Er rechnet mit ersten Zusammenbrüchen schon in den kommenden 12 Monaten. "Das gibt ein weltweites Desaster", prophezeit Brazier.

Amazon gefährdet

Allerdings seien manche Player mittlerweile zu groß um zu scheitern und müssten dann ähnlich wie im Bankensektor gestützt werden, analysierte Brazier auf dem Canalys Channels Forum in Cannes bei seiner Keynote vor hochrangigen Vertretern aus Industrie, Distribution und Fachhandel. Als Beispiel für gefährdete Unternehmen nannte der Canalys-CEO Amazon. "Cloud Infrastruktur Services sind nicht profitabel", warnt Brazier. Daher bestehe ein vergleichbares Risiko wie beim Banken-Crash vor einigen Jahren.

Positiver äußerte sich der Analyst zu den Cloud-Strategien auf Kundenseite: "Die gute Nachricht ist, die Unternehmen haben nun eine Cloud-Strategie", meint Brazier. Vor einem Jahr hatte er noch die Konzeptlosigkeit in Sachen Cloud beklagt. Dies bringe auch vielfältige Geschäftschancen für Systemhäuser: "Die Cloud tötet den Channel nicht", meint der Canalys-Manager.

Canalys Channels Forum in Cannes 2014

Festlicher Auftakt zur Canalys-Abendveranstaltung in Cannes.

Nach einem harten Meeting-Tag an der Côte d'Azur erst einmal ausspannen: Cancom-Vorstand Rudolf Hotter mit HP-Geschäftsbereichsleiter Ulrich Seibold.

HP-Europa-Vertriebschef John Ansell weiß: Auch an der wolkenlosen Côte d'Azur braucht Hewlett-Packard Cloud-Spezialisten wie Barbara Hallmans.

Canalys-Chef Steve Brazier mit Damian Leyva-Cortes (Canalys) und Tony Luzza (Security Innovation).

Ex-Actebis-Chef Uwe Neumeier (Fujitsu) hört mal nach, wie es heutzutage bei den Actebis-Nachfolgern Sascha Viro und Volkan Weißenberg (beide Also) zugeht.

Walter Steffens (Rednet) und Mario Zander (ITservices24) genießen den Abend im Carlton.

Auch Lenovo zeigt Flagge mit Mirco Krebs und Robert Pasquier.

Cannes oder Dornach? für Robert Beck und Marcus Adä (beide Ingram) ist die Sache klar.

Gerald Holler (Compris) mit seiner reizende Tischdame Rebeka Biguria.

Wenn sich die Elite der europäischen Systemhauslandschaft trifft, dürfen natürlich Michael Schickram (Schickram IT) und Holger Hansen (H&G) nicht fehlen.

Schwaben-Connection: Erich Striedacher (ACP) und Alexander Maier (Ingram).

Barbara Weitzel (Rednet) mit Stefan Klinglmair (Also).

Das Canalys Channels Forum besteht aber nicht nur aus Party: Hier das Auditorium vor den ersten Keynotes.

Sicher einer der inhaltlichen Höhepunkte: HP-Präsidentin Meg Whitman im Dialog mit Canalys-Chef Steve Brazier.