Marktüberblick 4K-Fernseher

4K-Fernsehen – scharfe Bilder wie nie zuvor

24.03.2012 von Matthias  Ott
Full-HD war gestern, gestochen scharfe Bilder in bisher nicht vorstellbarer Auflösung bieten die neuen 4K-Fernseher. Wir erklärer die revolutionäre TV-Technik und stellen die ersten Fernseher dafür vor.

Die 4K-Technologie läutet die Zukunft des Fernsehens ein und versucht die Messlatte in Sachen High Definition ein weiteres Stück nach oben legen. Mit Auflösungen von bis zu 7.680 x 4.320 Bildpunkten wird der gegenwärtige Full-HD-1080p-Standard um ein Vielfaches übertroffen.

Die meisten Fernsehhersteller haben bisher nur 4K-Prototypen vorgestellt und arbeiten mit Hochdruck an der Weiterentwicklung und der Einführung geeigneter Geräte. Einzig Toshiba, so scheint es zumindest, hat mit dem 55LZ2 einen 4K-LED-Fernseher in den Startlöchern.

Ultra High Definition Television: 7.680 × 4.320 Pixel

4K-Fernsehen – scharfe Bilder wie nie zuvor.
Foto: LG

Im Moment wird noch mit unterschiedlichen 4K-Standards gearbeitet. An oberster Stelle findet sich das „UHDTV“-Bildformat, die Abkürzung steht für „Ultra High Definition Television“ und bietet Auflösungen von 7.680 × 4.320 Bildpunkten. Das dabei entstehende Bildformat (8K4K) ist viermal so hoch und viermal so breit wie das Full-HD-Format (1080p).

Die japanische Rundfunkgesellschaft (Nippon Hoso Kyokai, NHK) geht davon aus, das Fernsehprogramm ab 2025 unter der Bezeichnung „Super-Hi-Vision“ landesweit auszustrahlen. Experten sind sich einig: Solch hohe Auflösungen machen erst ab größeren Bildschirmen richtig Sinn. Deshalb werden die Hersteller die 4K-Technologie wohl kaum in Fernseh-Geräten unterhalb einer 60-Zoll-Bildschirmdiagonalen anbieten.

Quad Full High Definition 3.840×2.160

Vierfache Full-HD-Auflösung bietet dagegen der „QFHD“-Standard (Quad Full High Definition, 4K2K) mit 3.840×2.160 Bildpunkten. Ein Quad-HD-Display stellt doppelt so viele Spalten und Zeilen dar wie ein herkömmliches Full-HD-Panel. Das Seitenverhältnis beträgt 16:9, mit der gleichen Darstellungsproportion arbeitet der „WQHD“ (Wide Quad High Definition) Standard, dessen Auflösung 2560 x 1440 Bildpunkte bietet.

Der britische Fernsehsender plant in einer Versuchsphase die Olympischen Sommerspiele 2012 in London in „UHDTV“-Auflösung zu übertragen. Einem Bericht der Tageszeitung „The Guardian“ zufolge, wird die Olympiade in Ultra High Definition nur in wenigen ausgewählten Public-Viewing-Einrichtungen auf 15-Meter großen Leinwänden zu sehen sein.

Sie wollen Fernsehen mit 4K-Auflösung baldmöglichst genießen? Dann lesen Sie weiter. Wir stellen Ihnen im Folgenden die ersten 4K-Fernseher der verschiedenen Hersteller vor.

Die ersten 4K-Fernseher der verschiedenen Hersteller

4K-Fernseher von LG

LG zeigte auf der CES einen 84-Zoll-UD-TV mit einer Auflösung von 3840 x 2160 Bildpunkten.
Foto: LG

LG zeigte auf der CES einen 84-Zoll-UD-TV mit einer Auflösung von 3840 x 2160 Bildpunkten, also etwa 8,3 Millionen Pixel. Der Hersteller bezeichnet diese Auflösung mit „Ultra Definition“ (UD) und möchte damit vor allem das 3D-Fernsehen revolutionieren. Mit den neuen Geräten sollen Anwender dank „3D-Depth-Control“ benutzerdefinierte Einstellungen des 3D-Effektes vornehmen können. LG möchte die 3D-fähigen LED-TV-Geräte in Größen ab 60-Zoll noch 2012 auf den Markt bringen. Über die Anschaffungskosten, die für eines der 4K-Modelle fällig werden, rückte der Hersteller bisher keine Informationen heraus.

Samsung: 70-Zoll-LED-Fernseher

Samsung setzte den Schwerpunkt seiner CES-Präsentationen auf die Vorstellung der neuen „Super-OLED-TV-Geräte“.
Foto: Samsung

Die Südkoreaner zeigten auf der CES einen 70-Zoll-LED-Fernseher mit 4K-Auflösung. Das Gerät trug die Bezeichnung „Ultra High Definition“. Samsung setzte den Schwerpunkt seiner CES-Präsentationen jedoch auf die Vorstellung der neuen „Super-OLED-TV-Geräte“. Als Highlight zeigte der Hersteller den ES8000 mit Bildschirmdiagonalen von bis zu 75-Zoll, Dual-Core-Prozessor und neuartigem Standfuß.

Sharp: Vierfache Full-HD-Auflösung

Auf der CES 2012 enthüllte Sharp sein erstes Fernsehgerät mit vierfacher Full-HD-Auflösung und kündigt die Markteinführung entsprechender Geräte für das dritte Quartal 2012 an. Einen Preis für die 4K-Geräte verrät der Hersteller jedoch nicht. Im Inneren der 4K-Fernseher von Sharp kommt ein ICC-Grafikprozessor der Firma „I-cubed Research Center“ zum Einsatz. Der Prototyp, der auf der CES vorgestellt wurde, arbeitet mit nativem HD-Material, welches vom ICC-Prozessor (Integrated Cognitive Creation) ins 4K-Format hochgerechnet wird.

Sharp hatte bereits zur IFA 2011 einen LCD-Fernseher mit „8K4K“-Technologie im Gepäck, der fast 16-fache Full-HD-Auflösung (7680 x 4320 Pixel) darstellen konnte.

Sony: Blu-ray-Player mit 4K-Support

Crystal LED Display Prototype01
Foto: Sony

Hersteller Sony brachte zur CES 2012 kein 4K-kompatibles Display mit und zeigte den neuen Premium-Blu-ray-Player BDP-S790 mit 4K-Unterstützung. Laut Sony sorgen interne Berechnungen dafür, dass die Anzahl der Pixel und die Bildqualität verbessert werden. Die Auflösung soll dabei viermal mehr Details liefern als das derzeit beste Bildformat „Full HD 1080p“. Einen Preis für den Premium-Player nannte Sony bisher noch nicht, in den Handel soll das Gerät ab Mai 2012 kommen.
Ganz ohne Neuvorstellung im Bereich Display kam Sony jedoch auch nicht nach Las Vegas. Der Hersteller demonstrierte ein 55-Zoll-Fernsehgerät mit einer selbstleuchtenden LED-Beleuchtung. Mit dieser Neuentwicklung will Sony sowohl den Kontrast- als auch den Farbumfang erhöhen und Displays mit einer bis zu 10-mal höheren Zugriffszeit, im Vergleich zu den aktuellen Modellen, ermöglichen.

Toshiba setzt auf Quad Full High Definition

55ZL2 mit „Quad Full High Definition"
Foto: Toshiba

Der japanische Hersteller Toshiba demonstrierte auf der CES einen 3D-fähigen LED-Fernseher (55LZ2) mit „Quad Full High Definition“-Technologie. Dank der Auflösung von 3.840 x 2.160 Bildpunkten lassen sich zum Beispiel Photos einer 8-Megapixel-Digitalkamera auf dem Display ohne Qualitätsverlust durch Komprimierung darstellen. Um in den Genuss des dreidimensionalen Fernsehens zu kommen, benötigt der Betrachter beim 55-Zoll-großen Gerät keine 3D-Brille mehr. Toshiba gibt - wie auch die anderen Hersteller - keine Informationen zu den Verkaufspreisen bekannt. Das Gerät ist auf der Hersteller-Webseite schon gelistet und steht anscheinend kurz vor der Markteinführung. Vorgestellt wurde der brillenlose 3D-Fernseher bereits auf der IFA 2011.

Panasonic: Display mit „weltweit höchste Pixel-Dichte“

4K2K IPS Alpha LCD
Foto: panasonic

Panasonic geht einen anderen Weg und zeigt auf der CES 2012 im Unterschied zu all den anderen Herstellern keine hochauflösenden TV-Geräte mit riesigen Bildschirmdiagonalen, sondern ein 20,4-Zoll-Display mit der nach eigenen Aussagen „weltweit höchsten Pixel-Dichte“. Das nur 3,5 mm dünne „4K2K IPS Alpha Panel“ bietet eine Auflösung von 3.840 x 2.160 Bildpunkten und stellt rund 8,3 Millionen Pixel dar. Die neue Panelstruktur soll laut Panasonic auch einen größeren Betrachtungswinkel auf das Display ermöglichen.

Onkyo Receiver mit 4K-Upscaling

Onkyo TX NR609
Foto: Onkyo

Die HiFi-Spezialisten von Onkyo bieten bereits seit letztem Jahr AV-Receiver an, die Videosignale ins 4K-Format verarbeiten und hochrechnen können. Verantwortlich für die Videoskalierung ist ein „Marvell Qdeo“-Videochip. Den Einstieg für das 4K-Upscaling gibt es mit dem etwa 400 Euro teuren Receiver TX-NR609.

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag der CW-Schwesterpublikation PC-Welt.