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Amiro.de: Wieder mal eine US-Idee abgekupfert

08.11.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit Amiro.de versucht wieder einmal eine deutsche Internet-Startup, ein in den USA bereits erfolgreiches Geschäftsmodell nach Deutschland zu bringen. Diesmal geht es um eine "unabhängige Verbraucherzentrale". Getreu den US-Vorbildern von Epinions, Deja & Co. kann bei Amiro Otto Normalverbraucher Produkte beurteilen, mit denen er sich persönlich auskennt. "Deutschland hat 80 Millionen Einwohner, und jeder ist auf mindestens einem Gebiet Experte", hofft Amiro-Mitgründer Gerrit Heine. Alle Kritiken werden in einer Datenbank hinterlegt, auf die andere Konsumenten zurückgreifen können, wenn sie vor einer Kaufentscheidung stehen.

Mitglieder will Amiro mit der Möglichkeit anlocken, Geld zu verdienen. Wessen Kritik von jemand anderem gelesen wird, der erhält dafür eine Vergütung von bis zu zehn Pfennig. Bei populären Produkten und aussagekräftigen Beiträgen könne sich dies schnell zu "mehreren hundert Mark oder noch mehr" addieren. Woher das Geld kommen soll, verrät Amiro allerdings noch nicht. Gegründet haben die Company, die zum Weihnachtsgeschäft mit vollem Angebot online sein will, neben Gerrit Heine noch Jens Dissmann, Cyril Jaugey und Cornelius Rost. Die 23- bis 29jährigen Entrepreneure kennen sich aus der gemeinsamen Studienzeit an der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU) in Konstanz.