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Amerikanische Handy-Nutzer wollen Gratis-Kopfhörer

23.04.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - In den USA kommt auf die Handy-Hersteller die erste Sammelklage zu: Die Unternehmen hätten von Gesundheitsrisiken gewusst, jedoch nichts dagegen unternommen, so der Vorwurf. Vorgebracht wurde er vom amerikanischen Rechtsanwalt Peter Angelos, der sich bereits einen Namen durch Erfolge bei Klagen gegen Asbest-Hersteller und die Tabakindustrie machte. Den Handyherstellern wirft er nun vor, sie hätten es versäumt, die Kunden vor den "strahlenden" Antennen an Mobiltelefonen zu warnen. Insgesamt 25 amerikanische Unternehmen sollen nun alle ihre Handys mit kostenlosen Kopfhörern ausstatten oder den Käufern von Kopfhörern ihre Auslagen zurückerstatten. Durch den Einsatz der Ohrstöpsel müsse das Handy nicht direkt am Kopf gehalten werden, was das Risiko minimiere. Außerdem fordert Angelos Schadenersatz in unbekannter Höhe.

Wenn der Vorwurf als Sammelklage durchgeht, kann sich jeder amerikanische Handy-Besitzer anschließen - Branchenkennern zufolge wären das 117 Millionen. Bis jetzt besteht die Gefolgschaft aus zwei Klägern - beide ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen, die durch Handys verursacht wurden. Ihnen geht es vielmehr um kostenlose Kopfhörer als Präventivmaßnahme. Eine Individual-Klage läuft außerdem: Seit Januar prozessiert ein amerikanischer Neurologe gegen die Handy-Hersteller. Er leidet an einem Hirntumor, der durch häufigen den Gebrauch seines Mobiltelefons verursacht worden sei.