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AMD stürzt nach neuerlicher Warnung ab

04.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der "ewige Underdog" nach Prozessor-Branchenprimus Intel, Advanced Micro Devices AMD), hat am Mittwoch nach US-Börsenschluss seine Umsatzerwartung für das laufende dritte Quartal seines Geschäftsjahres auf 500 Millionen Dollar gesenkt. Als Grund nannte das Unternehmen unter anderem den Abbau von Überbeständen. Zuvor waren Analysten und AMD selbst von einem leichten Plus gegenüber den 560 Millionen Dollar aus dem zweiten Vierteljahr ausgegangen. Am Donnerstag fiel der Kurs der AMD-Aktie daraufhin zum Nasdaq-Fixing um 32 Prozent auf 3,63 Dollar.

Experten befürchten inzwischen, dass der ruinöse Preiskampf im Prozessormarkt AMD ernsthaft an die Substanz geht. Daniel Niles von Lehman Brothers etwa gibt AMD bei seiner gegenwärtigen Cash-Burn-Rate noch fünf Quartale. Dies bringe den Hersteller auch angesichts der Verspätung von dessen nächster Chip-Generation "Hammer" in zunehmend in Bedrängnis. Auch sein Kollege Eric Ross von Investec bezweifelt, dass AMD ohne "eine substanzielle Finanzierungsaktion" überleben könne. AMD verbrauche gegenwärtig 200 Millionen Dollar pro Quartal.

Intel steht im Vergleich deutlich besser da: Der Chipriese verfügt über 10,6 Milliarden Dollar in Cash und könnte damit selbst ohne jeden Umsatz fünf bis sechs Quartal überleben. Intel arbeite zudem profitabel, so Ross, wohingegen AMD im zweiten Quartal einen Verlust von 185 Millionen Dollar ausgewiesen habe. Seine endgültigen Zahlen zum dritten Quartal legt AMD am 16. Oktober vor. (tc)