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AMD steigt in den Markt für PDA-Prozessoren ein

07.02.2002
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der US-Halbleiterhersteller Advanced Micro Devices (AMD) fordert Intel nun auch auf dem Feld der Prozessoren für Handhelds heraus: Das Unternehmen hat am gestrigen Mittwoch die Übernahme von Alchemy Semiconductor bekannt gegeben. Die texanische Firma, die sich in Privatbesitz befindet, stellt MIPS-basierte Mikroprozessoren her, die in Geräten wie PDAs (Personal Digital Assistants), MP3-Playern, Internet-Zugangsgeräten und -Gateways eingesetzt werden. Finanzielle Details zu der Akquisition, die noch im ersten Quartal 2002 abgeschlossen sein soll, wurden nicht veröffentlicht.

Mit dieser Akquisition baut AMD seine Aktivitäten im Bereich PC-Prozessoren und Flash-Speicher auf den Handheld-Markt aus. Für die Entwicklung und Vermarktung der neuen Produkte wurde die Geschäftseinheit Personal Connectivity Solutions gegründet, in der Alchemy aufgehen soll. Zum Chef dieser Division hat AMD William Edwards berufen, der zuvor als Chief Executive Officer von Hesson Labs und Senior Vice President bei Motorola war.

Ob sich AMD mit den MIPS-basierten Mikroprozessoren auf dem Handheld-Markt durchsetzen kann, ist jedoch fraglich. Derzeit beherrschen Chips, die auf der ARM-Chiparchitektur basieren, dieses Marktsegment. Zudem unterstützt Microsofts Handheld-Betriebssystem "Pocket PC 2002" die MIPS-Prozessoren nicht.

Trotz allem halten die Analysten die Übernahme von Alchemy für den richtigen Schritt. "Alchemy wird AMD beim Einstieg in den Embedded-Markt helfen. Da geht es nicht nur um Handhelds, sondern auch um Automotive- und Telekommunikationsprodukte", kommentierte Jim Tully, Analyst beim Marktforschungsunternehmen Dataquest, einer Tochter von Gartner. Als besonders positiv beurteilen die Marktkritiker die Tatsache, dass AMD sich durch die Akquisition ein Team hochqualifizierter Entwickler einverleibt. Zu den Alchemy-Gründern gehören beispielsweise die Branchenveteranen Rich Witek und Greg Hoeppner, die während ihrer Tätigkeit bei Digital Equipment die Alpha-Prozessorarchitektur mitentwickelt haben. Witek entwarf zudem die StrongARM-RISC-Architektur, die nun im Besitz von Intel ist. Sowohl Hoeppner als auch Witek werden künftig für AMD arbeiten und an Edwards berichten.

Ob der Halbleiterhersteller künftig auch ARM-Prozessoren anbieten wird, ist nicht klar. "Es gibt bislang keine Pläne mit ARM-Chips," erklärte ein Unternehmenssprecher. Er fügte jedoch hinzu, dass AMD seine Prozessoren im PDA-Markt etablieren und daher die Chips herstellen will, die von den Handheld-Herstellern verlangt werden. (ka)