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Amazon legt überm Strich zu – auf Kosten der Profitablität

26.07.2006
Der Online-Händler Amazon.com hat seinen Gewinn im aktuellen Quartal mehr als halbiert und wurde dafür nachbörslich mit mehr als zehn Prozent Kursabschlag bestraft.

Amazon meldete für das Ende Juni abgeschlossene zweite Jahresviertel einen Nettogewinn von 22 Millionen Dollar oder fünf Cent pro Aktie nach 52 Millionen Dollar oder zwölf Cent je Anteilschein Profit in der Vorjahreszeit. Der Quartalsumsatz stieg im Jahresvergleich von 1,75 Milliarden Dollar auf 2,14 Milliarden Dollar; die von Thomson Financial befragten Analysten erwarteten 2,1 Milliarden Dollar.

Die Vertriebskosten erhöhten sich von 1,3 Milliarden Dollar auf 1,63 Milliarden Dollar. Viele Anleger trennten sich nach Bekanntgabe der Zahlen nachbörslich von ihren Papieren und schickten der Kurs von Amazon.com nachbörslich um zehn Prozent auf 30,19 Dollar in den Keller. Der Internet-Händler mit Sitz in Seattle setzt massiv auf Promotions, um seine Erlöse hochzutreiben – bei „Amazon Prime“ erhalten Kunden gegen eine Pauschalgebühr von 80 Dollar pro Jahr alle Waren binnen zwei Tagen frei Haus. Darunter leidet aber das Ergebnis.

Für das laufende dritte Quartal erwartet Amazon 2,27 Milliarden Dollar bis 2,33 Milliarden Dollar Umsatz. Die Analysten gingen bis dato von 2,21 Milliarden Dollar aus. Im gesamten Fiskaljahr erwartet das Unternehmen Einnahmen von 10,15 Milliarden Dollar bis 10,65 Milliarden Dollar, die Wall Street ging von 10,14 Milliarden Dollar aus. (tc)