Smart Home

Amazon Echo, Echo Plus und Echo Dot mit Alexa im Test

Thomas Joos ist freiberuflicher IT-Consultant und seit 20 Jahren in der IT tätig. Er schreibt praxisnahe Fachbücher und veröffentlicht in zahlreichen IT-Publikationen wie TecChannel.de und PC Welt.
Seine erste Berührung mit Informatik erfolgte an einem C64 samt Floppy VC 1541. Von Anfang an nutzte er diesen faszinierenden Heimcomputer nicht nur zum Daddeln, sondern auch für die Basic-Programmierung. Unter anderem half er seinen damals etwas müden Kopfrechnen-Fähigkeiten auf die Sprünge, indem er ein Programm schrieb, das immer zwei zufällig ausgewählte Zahlen zur Multiplikation stellte. Im Hintergrund lief ein Timer. Nur wenn er das Ergebnis innerhalb des vorgegebenen Zeitraums, der leider manchmal zu knapp bemessen war, richtig eintippte, bekam er einen Punkt gutgeschrieben. Seine Highscore-Ergebnisse waren durchwachsen, seine Programmierkenntnisse dafür umso besser. Der Lehrstuhl, an dem er als studentische Hilfskraft angestellt war, gehörte seinerzeit zu den Vorreitern in Sachen IT. Man übersetzte damals die griechischen Inschriften der antiken Stadt Hierapolis – heute ist dieses türkische Pamukkale bekannt durch seine Kalksinter-Terrassen. Die wissenschaftlich korrekt erfassten und kommentierten Inschriften bearbeiteten Dirscherl und Kollegen zunächst in Wordperfect. Anschließend landeten die Texte in einer Datenbank, die auf CD gepresst und für sündhaft viel Geld weltweit verkauft wurde. Über dieses epigraphische Datenbankprojekt, diverse C-Programmierereien auf Unix-Systemen und seine ersten Experimente mit Linux landete er schließlich professionell bei der IT. Seit den späten 1990-ern nutzt er Linux als Produktivsystem, seit Anfang der 2000-er Jahre ist Linux sein hauptsächliches OS. Nach vielen Jahren mit Suse Linux und Open Suse und zwischendurch Ausflügen zu Red Hat und Debian landete er bei Ubuntu und erledigt damit alle Arbeiten. Linux und C ist er bis heute treu geblieben – nach einem Ausflug zu PHP und MySQL. Mittlerweile bastelt er auch mit Arduino. Bei pcwelt.de betreut er vor allem Business-IT-Themen und hat den Auto & Technik-Bereich von Null beginnend aufgebaut. Seine Tests der Infotainmentsysteme in modernen Fahrzeugen gehören zu den ausführlichsten Tests, die man dazu überhaupt finden kann. Daneben schreibt er zudem fast täglich aktuelle Meldungen aus der IT-Welt.
Was leisten Amazon Echo, Echo Plus und Echo Dot mit der Sprachassistentin Alexa für Internetnutzung, Shopping, Unterhaltung und im Smart Home? Wo sind die Grenzen der smarten Lautsprecher? Ausführlicher Test von Alexa mit Echo 2. Gen., Echo Plus, Echo Dot und Echo Spot. Plus: Einschränkungen bei Homekit, Zigbee und Hue mit Echo Plus.
Amazons Echo-Familie. Echo 2. Gen., Echo Plus, Echo Spot, Echo Dot und Echo Show.
Amazons Echo-Familie. Echo 2. Gen., Echo Plus, Echo Spot, Echo Dot und Echo Show.
Foto: Amazon

1. Echo, Echo Plus, Echo Dot, Echo Show, Echo Spot - diese Echo-Geräte gibt es

Amazon bietet mit seinen smarten Lautsprechern Echo (der Standard-Echo, mittlerweile in der zweiten Generation), Echo Dot (der Kleine, an den sich vorhandene Lautsprecher anschließen lassen), Echo Plus (mit eingeschränkter Zigbee-Bridge, zum Beispiel für Hue-Leuchten) und Echo Show (mit 7-Zoll-Touchscreen und Video-Telefonie) sowie Echo Spot ("Nachttischwecker"-Design mit 2,5-Zoll-Touchscreen und Video-Telefonie) die Möglichkeit, verschiedene Internet- und Musikdienste sowie ausgewählte Funktionen und Geräte im Smart Home über Sprachanweisungen zu bedienen. Weitere Echo-Geräte wie Echo Connect werden die Produktfamilie demnächst erweitern.

Von links nach rechts: Dot, Echo, Echo Plus und Echo Show.
Von links nach rechts: Dot, Echo, Echo Plus und Echo Show.

2. Sprachassistentin Alexa ist die Basis

Die in Echo zum Einsatz kommende Amazon-Sprachsteuerung Alexa ist bereits von den Streaming-Geräten Amazon Fire und Amazon Fire Stick bekannt. Die Sprachassistentin erkennt Ihre Sprachbefehle, wenn Sie das Schlüsselwort "Alexa" verwenden und überträgt Ihre Befehle an die Amazon-Server. Dort werden diese verarbeitet und die Antwort an Echo zurückgeschickt. Über die Echo-Lautsprecher gibt Alexa dann die Antworten aus oder spielt zum Beispiel Musik ab.

Tipp: Die technische Ausstattung von Echo und die grundlegende Funktionsweise von Echo und Alexa erklären wir in diesem Artikel genauer: Alexa Smart Home: Die besten Geräte für Amazon Echo

3. Konkurrenzumfeld

Mit dem Echo der ersten Generation überraschte Amazon die Konkurrenz und eröffnete einen neuen Markt. Google brauchte einige Zeit, bis es mit Google Home nachlegen konnte. Mittlerweile gibt es mit Google Home Mini auch eine kleinere Variante und bald soll mit Google Home Max auch ein Google Home für Musikliebhaber erscheinen.

Apple wird seine Antwort - den Apple Homepod - sogar erst 2018 an den Start bringen. Microsoft hat noch überhaupt keine direkte Konkurrenz zu Echo, stattdessen schickt zum Beispiel Harmon Kardon einen schicken Lautsprecher namens Invoke mit Cortana als Sprachassistentin ins Rennen. Außerdem gibt es in den USA mit Microsoft GLAS einen transparenten Heizthermostat mit Cortanta-Sprachsteuerung.

4. Die einzelnen Echos im Detail

Alle Echo-Geräte verfügen über ähnliche Funktionen und erlauben die Steuerung in erster Linie per Sprache. In der Bedienung gibt es daher zunächst keine Unterschiede und auch die Einrichtung erfolgt mit der gleichen App.

4.1 Der Kleinste: Amazon Echo Dot

Maßgeblich unterscheiden sich die Amazon Echo-Geräte in der Größe. Bei Amazon Echo Dot handelt es sich um das kleinste Gerät, das etwa 60 Euro kostet. Der Dot hat einen viel kleineren und weniger leistungsfähigen Lautsprecher als der Echo - das ist der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Geräten. Sie können über 3,5-mm-Klinke oder Bluetooth andere Geräte wie zum Beispiel Lautsprecher mit Echo Dot verbinden.

Amazon Echo 2. Generation
Amazon Echo 2. Generation
Foto: Amazon

4.2 Der Standard: Amazon Echo 2. Generation

Das nächstgrößere Gerät ist Amazon Echo 2. Generation. Dieses wurde gegenüber der ersten Generation etwas verkleinert und stellt sozusagen den Standard dar. Amazon Echo kostet etwa 100 Euro.

Amazon Echo 2. Generation ist etwa so groß wie Google Home und bietet eine hochwertige Stoffoberfläche. Wie bei Google-Home-Geräten kann auch bei den Amazon-Echo-Geräten die Stoffhülle gewechselt werden.

Amazon hat beim Echo der 2. Generation gegenüber dem ersten Modell den Klang des Lautsprechers verbessert. Allerdings ist vor allem der Bass des Gerätes alles andere als berauschend. Dafür besteht aber die Möglichkeit, den Sound auf einer Stereoanlage und den dazugehörigen Boxen auszugeben. Diesen Vorteil bieten Google-Home-Geräte nicht.

Amazon Plus
Amazon Plus
Foto: Amazon

4.3 Echo Plus mit integrierter Zigbee-Bridge

Das größte Echo-Gerät (wenn man Echo Show mit dem Bildschirm mal ausklammert) trägt die Bezeichnung Amazon Echo Plus. In das Gerät hat Amazon noch eine Smart-Home-Bridge verbaut, mit der sich einige Smart-Home-Geräte steuern lassen, die das Zigbee-Protokoll nutzen, derzeit vor allem Philips Hue (in diesem Fall können Sie auf die Hue-Bridge verzichten und die Hue-Leuchten direkt mit Echo Plus koppeln). Konkret handelt es sich dabei um Zigbee Light Link.

Doch aufgepasst: Keineswegs alle Zigbee-kompatiblen Geräte sind zu Echo Plus kompatibel. Die Heizkörper-Thermostate von Tado beispielsweise nutzen ein anderes "Flavor" von Zigbee und sind deshalb nicht zu Echo Plus kompatibel (die Sprachsteuerung von Alexa unterstützt Tado aber durchaus). Schaut man sich die Liste der Geräte an, für die Echo Plus als Bridge fungieren kann, so stellt man schnell fest: Unter den bekannten Marken befindet sich nur Hue. Innr, Osram Lightify oder Lupusec sind dagegen Nischenprodukte.

Amazon bestätigt, dass Echo Plus das Zigbee-Protokoll nur eingeschränkt unterstützt: "Aktuell unterstützt Echo Plus Lichter, Steckdosen und Wandschalter. Aktuell bieten wir keine direkte Unterstützung für Zigbee-Thermostate an."

Sie können in der Alexa-App Szenen und Gruppen erstellen und dadurch Geräte per Sprache steuern und mehrere Aktionen auf einmal definieren. Anwender, die bereits Hue, Osram Lightify oder Innr im Einsatz haben, sparen sich mit Alex Echo Plus die entsprechenden Bridges, um ihre Geräte zu steuern. Wer eher weniger auf Smart-Home-Geräte setzt, dem reichen die Funktionen in Amazon Echo deutlich aus und der kann auf Echo Plus verzichten.

Alexa kann auch das Smart Home umfassend steuern.
Alexa kann auch das Smart Home umfassend steuern.

Amazon Echo Plus hat in etwa die Größe der älteren Amazon-Echo-1-Geräte. Amazon Echo Plus kostet etwa 150 Euro.

4.3.1 Ausprobiert: Inbetriebnahme von Hue-Leuchten mit Echo Plus

Die Einrichtung von Echo Plus läuft grundsätzlich genauso ab wie bei Echo. Mit einer Ausnahme: Sie können ausgewählte Zigbee-Geräte direkt mit Echo Plus verbinden. Die eigentlich erforderliche zusätzliche Zigbee-Basisstation wie zum Beispiel die Philips-Hue-Bridge wird damit überflüssig.

Wir machten den Test mit fünf Hue-Leuchten: Vier davon waren bereits vorhanden, eine kam neu hinzu. Wir starteten in der Alexa-App unter "Einstellungen, Smart Home, Geräte hinzufügen" den Suchlauf, mit dem Echo die bereits vorhandenen Hue-Leuchten entdecken sollte. Doch Fehlanzeige: Echo Plus erkannte nicht eine einzige Leuchte.

Der linke Screenshot zeigt den Suchlauf nach vorhandenen Zigbee-kompatiblen Geräten, der rechte zeigt das Bedienmenü für eine weiße Hue-Leuchte.
Der linke Screenshot zeigt den Suchlauf nach vorhandenen Zigbee-kompatiblen Geräten, der rechte zeigt das Bedienmenü für eine weiße Hue-Leuchte.

Also schraubten wir hintereinander alle Hue-Leuchten wieder heraus, lasen die jeweilige Hue-Seriennummer ab und setzten dann jede Leuchte damit zurück. Danach erkannte die Amazon-Alexa-App alle Leuchten. Jeder Leuchte können wir einen Namen geben, ihre Helligkeit dimmen und gegebenenfalls auch ihre Farbe verändern. Das klappte mit jeder Leuchte einwandfrei.

Die Amazon-Alexa-App: Links ist die Hue-Leuchte in Nähe der Esszimmer-Tür bereits fertig eingerichtet, auf dem rechten Screenshot dagegen wartet sie noch auf ihre Einrichtung. Sie heißt dort noch "Fünfte Licht".
Die Amazon-Alexa-App: Links ist die Hue-Leuchte in Nähe der Esszimmer-Tür bereits fertig eingerichtet, auf dem rechten Screenshot dagegen wartet sie noch auf ihre Einrichtung. Sie heißt dort noch "Fünfte Licht".

Die neue noch nicht installierte Hue-Leuchte erkannte unsere Amazon-Alexa-App dagegen auf Anhieb. Somit haben wir nun fünf Hue-Leuchten direkt mit der Echo-Plus-Basis verbunden und können die Hue-Bridge abstecken und entfernen - sie ist überflüssig.

Künftig bedienen wir die Hue-Leuchten also entweder über die Alexa-App oder eben per Sprachbefehl an Alexa. Das funktioniert sehr einfach, vorausgesetzt Sie nennen den korrekten Namen der gewünschten Leuchte. Befinden sich mehrere Hue-Leuchten in einem Raum und Sie sagen nicht eindeutig, welche dieser Leuchten Sie meinen, dann fragt Alexa nach. Geben Sie also jeder Leuchte einen eindeutigen und nachvollziehbaren Namen wie EsszimmerDeckenlampe und EsszimmerStehlampe. Dann klappt die Sprachsteuerung zuverlässig und schnell: Sie schalten über Sprachbefehle die Leuchten nicht nur ein und aus, sondern ändern auch ihre Farben oder die Helligkeit.

4.3.2 Nicht nur Vorteile: Homekit-Kompatibilität fehlt

Kleiner Wermutstropfen: Die Elgato-Eve-App zeigt uns die nun über Echo Plus eingebundenen Hue-Leuchten nicht mehr an. Wir können die Leuchten also nicht mehr von der Eve-App bedienen. Das hat zwei Gründe: Echo Plus unterstützt nicht Apple Homekit. Und die Hue-Leuchten sind nicht direkt zu Apple Homekit kompatibel, sondern kommunizieren nur über die Hue-Bridge mit Homekit. Die "Homekit-Intelligenz" steckt also nur in der Hue-Bridge und nicht in den Hue-Leuchten. Fehlt die Hue-Bridge, dann kann Homekit die einzelnen Hue-Leuchten nicht mehr registrieren.

Die Eve-App von Elgato zeigt zwar alle vorhandenen Hue-Leuchten an und ermöglicht auch deren Steuerung. Aber das geht eben nur so lange, wie die Leuchten mit einer Hue-Bridge verbunden sind. Wird diese aber durch Amazon Echo Plus ersetzt, dann wird die Verbindung zwischen den Hue-Leuchten und Homekit durchtrennt. Anwender, die in der Eve-App bereits Hue-Leuchten integriert hatten, müssen diese wieder aus der App entfernen, weil sie sich von der App aus nicht mehr ansprechen lassen.

Dieses Problem könnte Amazon nur dadurch lösen, dass es Amazon Echo Plus kompatibel zu Apple Homekit macht. Darauf deutet derzeit aber nichts hin.

Von der Hue-App ist ohne Hue-Bridge ebenfalls kein Zugriff auf die Leuchten mehr möglich.

4.3.3 Nicht mehr alle Firmware-Updates für Hue-Leuchten

Angesichts dieser spürbaren Einschränkungen stellt sich die Frage, ob ohne Hue-Bridge überhaupt noch Firmware-Updates auf die Hue-Leuchten übertragen werden. Amazon behauptet ja: "Mit Echo Plus verbundene Hue Birnen werden notwendige Firmware Updates erhalten." Und liefert aber gleich auch eine Einschränkung: "Aktuell erhält der Hue Hub (gemeint ist die Hue-Bridge, Anm. d. Red.) Updates für Hue Entertainment. Echo Plus als separater Hub verfügt allerdings nicht über eine so tiefgreifende Hue-Integration, so dass aktuell (über Echo Plus, Anm. d. Red.) kein Update für die Ergänzung von Hue Entertainment erhältlich ist."

Für das neue Philips Hue Entertainment Update sind die 2. Generation der Hue-Bridge sowie farbige Hue-Leuchten Voraussetzung. Diese Hue-Entertainment-Update, das Philips seit kurzem ausliefert, steht über Echo Plus also nicht zur Verfügung. Philips Hue Entertainment synchronisiert farbfähige Hue-Lampen mit Filmen, Videospielen und Musik, inklusive gestreamter Inhalte.

Amazon Echo Spot
Amazon Echo Spot

4.4 Mit Bildschirm: Echo Show und Echo Spot

Die Besonderheit von Echo Show für rund 220 Euro und Echo Spot - Sie können Echo Spot für rund 130 Euro hier kaufen - sind deren Bildschirme. Bei Echo Show misst der Touchscreen 7 Zoll, bei dem seit dem 24. Januar 2018 ausgelieferten Echo Spot ist der Touchscreen 2,5 Zoll groß.

Amazon Echo Spot
Amazon Echo Spot

Durch die integrierten Bildschirme werden Video-Telefonate zwischen den Amazon-Nutzern möglich. Konkret funktionieren die Video-Chats zwischen Echo Show, Echo Spot und der Alexa-App auf iPhones. iPads und Android-Smartphones sowie Android-Tablets. Der sonstige Funktionsumfang von Echo Show/Spot ist identisch mit dem von Echo. Also ohne Zigbee-Bridge, im Falle von Echo Spot aber mit 3,5-mm-Klingenausgang für den Anschluss von Lautsprechern, die Sie aber auch über Bluetooth verbinden können.

Amazon Echo Spot
Amazon Echo Spot
Foto: Amazon

4.4.1: Ausführlicher Test von Echo Spot und Video-Chat mit Alexa-App

Wir haben Echo Spot getestet, unseren ausführlichen Testbericht finden Sie hier: Echo Spot mit Amazon Alexa und 2,5-Zoll-Display im Test . Dabei gingen wir vor allem auf die Frage ein, wie gut der Chat mit anderen Alexa-Geräten klappt. Wir haben deshalb von einem Echo Spot aus mit einem Kollegen gechattet, der sowohl Echo Dot als auch die Alexa-App auf einem iPhone verwendet hat.

Wir chatten über einen Echo Spot mit unserem Kollegen, der die Alexa-App verwendet.
Wir chatten über einen Echo Spot mit unserem Kollegen, der die Alexa-App verwendet.

4.5 Einrichtung und Bedienung von Echo

Wie bei Google Home erfolgt die grundlegende Steuerung und Einrichtung des sprachgesteuerten Lautsprechers über eine Smartphone-App. Allerdings fällt die Einrichtung von Amazon-Echo-Geräten wesentlich komplizierter aus. Der Assistent unterstützt nicht so schrittweise bei der Einrichtung, wie es bei Google Home der Fall ist. Das zieht sich auch durch die ganze Steuerung der Echo-Geräte, die über die Alex-App zwar umfassend konfiguriert werden können, dafür aber nicht sehr anfängerfreundlich sind. Punktsieg für Google Home.

Zwar unterstützt die Alexa-App die Einrichtung von Amazon Echo-Geräten über einen Assistenten. Allerdings wird dieser nicht automatisch gestartet und ist nicht sehr benutzerfreundlich.
Zwar unterstützt die Alexa-App die Einrichtung von Amazon Echo-Geräten über einen Assistenten. Allerdings wird dieser nicht automatisch gestartet und ist nicht sehr benutzerfreundlich.

Sowohl Amazon Echo als auch Echo Dot und Echo Plus richten Sie über die Alexa-App auf Smartphones/Tablets ein und verbinden Sie mit dem lokalen WLAN. Die Steuerung erfolgt bei allen Geräten über Sprachbefehle. Neben der Sprachsteuerung stehen noch verschiedene Tasten auf der Oberfläche zur Verfügung, mit denen Sie das Mikrofon von Echo ausschalten oder die Lautstärke regulieren.

Nach der Installation der Alexa-App auf einem Smartphone oder dem Aufrufen der Webseite müssen Sie zunächst über "Einstellungen\Neues Gerät einrichten" den Assistenten starten, um Geräte zu verbinden. Später konfigurieren Sie auch die Einstellungen der Umgebung an dieser Stelle.

Im Assistenten stehen anschließend die verschiedenen Geräte zur Verfügung, die Amazon anbietet. Um ein Amazon-Gerät wie Amazon Echo, Echo Plus oder Echo Dot einzurichten, ist eine WLAN-Verbindung zum Endgerät notwendig.

In den Einstellungen der Alex-App werden alle Konfigurationen, Dienste und Funktionen von Amazon Echo-Geräten gesteuert.
In den Einstellungen der Alex-App werden alle Konfigurationen, Dienste und Funktionen von Amazon Echo-Geräten gesteuert.

Sobald das Echo einmal einsatzbereit ist, können Sie es über die Alexa-App umfassend anpassen. Hier lassen sich weitere Geräte genauso anbinden, das Aktivierungskennwort ändern oder Skills herunterladen. Mit Alexa-Skills können Sie die Echo-Funktionen erweitern, weil Drittanbieter Funktionen zur Verfügung stellen, mit denen Alexa ein echter smarter Assistent wird. Sie können zum Beispiel auch Routinen erstellen und bestimmte Aufgaben automatisieren. Geben Sie zum Beispiel den Befehl "Alexa, starte meinen Tag", kann Alexa den Wetterbericht vorlesen, aktuelle Termine nennen und die Verkehrslage erläutern. Allerdings hat Alexa hier deutliche Schwächen im Vergleich zu Google Home. Denn Googles smarte Geräte können umfassend auf die Funktionen der verschiedenen Google-Dienste zugreifen, zum Beispiel auf Google Maps.

Mit Routinen lassen sich mehrere Aktionen auf einmal mit einem Sprachbefehl starten.
Mit Routinen lassen sich mehrere Aktionen auf einmal mit einem Sprachbefehl starten.

Amazon-Echo-Geräte unterstützen aber viel mehr unterschiedliche Mail-Konten als Google Home. In den Einstellungen für Mails und Kalender können neben Gmail auch Microsoft- oder Apple-Konten angebunden werden. Profis wird freuen, dass sie auch Office-365-Konten anmelden können.

Amazon Echo kann mehrere Kalenderkonten anbinden, auch Office 365 und Apple-Konten.
Amazon Echo kann mehrere Kalenderkonten anbinden, auch Office 365 und Apple-Konten.

4.6 Das können Echo und Alexa

4.6.1 Spracheinkauf

Vor allem Anwender, die häufiger auf Amazon einkaufen, können mit Amazon-Echo-Geräten einen Mehrwert erwarten. Denn mit Amazon Echo spielen Sie nicht nur Musik ab oder stellen Fragen wie bei Google Home, sondern Sie können auch die Bestellungen Ihres Amazon-Kontos verwalten. Dazu können Sie mit der Sprachsteuerung Ware bei Amazon bestellen und den Status der Bestellungen abfragen. Falls Sie den Spracheinkauf abschalten wollen, sollten Sie unsere Hinweise dazu lesen.

Mit der Alex App können Sie die Amazon Echo-Geräte im Haushalt, aber auch Amazon Fire-Geräte miteinander verknüpfen und steuern.
Mit der Alex App können Sie die Amazon Echo-Geräte im Haushalt, aber auch Amazon Fire-Geräte miteinander verknüpfen und steuern.

4.6.2 Musik-Ausgabe

Durch die Verbindung von Alexa Echo mit anderen Geräten können Sie auch TV-Geräte, Stereoanlagen oder externe Lautsprecher smart machen. Denn sobald diese Geräte erst einmal mit dem AUX-Kabel oder per Bluetooth verbunden sind, können diese ebenfalls per Sprache gesteuert werden.

Amazon Echo-Geräte können mit Bluetooth mit anderen Geräten gekoppelt werden. Dazu gehören euch externe Lautsprecher, die den Sound verbessern.
Amazon Echo-Geräte können mit Bluetooth mit anderen Geräten gekoppelt werden. Dazu gehören euch externe Lautsprecher, die den Sound verbessern.

4.6.3 Musikstreaming: Mit Einschränkungen

Alle Geräte können auf Amazon Music genauso zugreifen wie auf Spotify und andere Musik-Dienste. Allerdings können Sie auf Amazon-Echo-Geräten nur die kostenpflichtige Version von Spotify nutzen. Auf Google-Home-Geräten können Sie dagegen auch mit der kostenlosen Mitgliedschaft Musik bei Spotify hören. Deezer und Apple Music unterstützt Amazon Echo dagegen nicht. Somit sind Sie beim Musik hören mit Echo ziemlich auf das Ökosystem von Amazon - wahlweise das kostenpflichtige Amazon Prime mit zwei Millionen Liedern in Playlists oder das noch einmal extra aufpreispflichtige Amazon Music Unlimited - beschränkt.

An Alexa Echo können verschiedene Musikdienste angebunden werden.
An Alexa Echo können verschiedene Musikdienste angebunden werden.

4.6.4: Sprach und Video-Chat

Sie können von allen Echos aus mit anderen Echo-Besitzern und mit Benutzern der Alexa-App für iOS und Android chatten. Speziell die Video-Telefonie ist aber auf Echo Show und Echo Spot sowie die Alexa-App auf Smartphones beschränkt, weil Sie dafür ja Kamera und Bildschirm benötigen. Mit Echo Dot und Echo sowieb Echo Plus können Sie also nur Sprach-Chats machen. .

Beim Video-Chat haben Sie die Wahl zwischen dem standardmäßigen Video-Chat und der Drop-in-Funktion. Letztere müssen beide Teilnehmer ausdrücklich freigeben. Danach können Sie den für Drop-in festgelegten Kontakt direkt anrufen, ohne dass dieser den Anruf extra entgegennehmen muss. Der Angerufene bemerkt aber, dass er angerufen wird. Damit Ihr Gegenüber nicht in einer peinlichen Situation überrascht wird, wird das Kamerabild für die ersten Sekunden des gestarteten Video-Chats verschwommen wie durch Milchglas aufgenommen übertragen.

4.7 Echo unterstützt viele Geräte und Dienste

Das Erste, was bei Amazon Echo-Geräten auffällt, ist der größere Funktionsumfang im Vergleich zu Google Home. Während sich Google-Home-Geräte mit keinen anderen Geräten verbinden können, erlauben Amazon-Echo-Geräte vielfältige Verbindungen per AUX-Kabel oder Bluetooth. Generell stehen in den verschiedenen Echo-Optionen und -Einstellungsmöglichkeiten wesentlich mehr Konten, Dienste und Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung.

Amazon Echo-Geräte bieten wesentlich mehr Funktionen als Google Home und erlauben die Anbindung verschiedener Konten und Skills. Das erhöht den Nutzen enorm.
Amazon Echo-Geräte bieten wesentlich mehr Funktionen als Google Home und erlauben die Anbindung verschiedener Konten und Skills. Das erhöht den Nutzen enorm.

Wer auf Amazon Fire oder Amazon Fire Stick setzt, kann diese Geräte ebenfalls an Echo anbinden und mit der Sprache steuern. Allerdings ist die Ersteinrichtung alles andere als einfach gelöst, und die Alexa-App verwirrt mit einer Vielzahl an Steuerungsmöglichkeiten. Um neue Geräte anzubinden braucht man etwas Geduld und Ausdauer.

Amazon Fire-Geräte können auch per Sprachsteuerung an Amazon Echo-Geräte angebunden werden.
Amazon Fire-Geräte können auch per Sprachsteuerung an Amazon Echo-Geräte angebunden werden.

Die Schnittstelle zwischen Echo/Alexa und den Geräten und Internetdiensten sind die sogenannten Skills. Es gibt noch Skills zum Vorlesen von Nachrichten, zum Bestellen von Essen und vieles mehr. Dazu können zum Beispiel Informationen des aktuellen TV-Programms aktiviert werden, genauso wie eine Telefonbuchabfrage, Fahrpläne der deutschen Bahn und mehr. Es fällt schnell auf, dass Alexa wesentlich mehr ist als ein einfacher sprachgesteuerter Lautsprecher. Um die Funktionen effektiv nutzen zu können, ist allerdings einiges an Einarbeitung notwendig.

Mit Alexa Skills kann der Funktionsumfang von Alexa deutlich erweitert werden.
Mit Alexa Skills kann der Funktionsumfang von Alexa deutlich erweitert werden.

4.8 Smart Home: Diese Geräte steuern Sie mit Alexa

Die besten Geräte, die Sie mit Hilfe von Echo und Alexa per Sprache steuern können, stellen wir in diesem Artikel vor. Unter anderem können Sie diverse Lichtsysteme mit Alexa bedienen. Beispielsweise Philips Hue oder Ikea Tradfri. Aber auch smarte Staubsaugerroboter wie iRobot Roomba 980 oder Vorwerk Kobold VR200 gehorchen aufs Wort. Die Heizkörper-Thermostate bestimmter Hersteller wie Tado verstehen ebenfalls Alexa-Befehle. Sogar in den Fahrzeugen von BMW soll Alexa ab Sommer 2018 Einzug halten. Garmin bietet für PKWs eine Nachrüstlösung für Alexa an: Garmin Speak.

4.9 Fazit

Die Amazon-Echo-Familie bietet einen sehr großen Funktionsumfang mit unterschiedlichen Geräten für unterschiedliche Einsatzzwecke. Vor allem die Anbindung von Smart-Home-Geräten stellt im Vergleich zu Google Home einen echten Vorteil dar, insbesondere wenn man Echo Plus verwendet. Durch die Verknüpfung mit einem Amazon-Konto können die Geräte darüber hinaus auf alle Daten und Funktionen des Kontos zugreifen. Dazu gehört die Möglichkeit, dass Sie über Echo direkt bei Amazon einkaufen können und auch Zugriff auf Amazon Music haben.

Auch die Alexa-Skills stellen einen Vorteil im Vergleich zu Google Home dar, da die Funktion von Echo mit den Skills deutlich erweitert werden kann. Wer zu Hause noch Amazon-Fire-Geräte einsetzt, kann auch diese per Sprache steuern. Wer zudem einen smarten Lautsprecher mit Display sucht, wird bei Echo Shot und Echo Spot fündig. Wobein uns Letzterer besser gefällt.

4.9.1 Datenschutz und Privatsphäre

Für alle Echos, aber auch Google Home und den kommenden Apple Homepod gilt: Wer zu Hause niemanden mithören lassen will, sollte auf die smarten Assistenten verzichten. Denken Sie aber daran, dass auch Ihre Smartphones und Tablest sowie Windows-PCs mit Cortana und Macs mit Siri mithören können. (PC-Welt)