Strategische Partnerschaft mit der Telekom

Amazon bringt Smartphone Fire nach Deutschland

09.09.2014
Von 
Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 

Erste Erfahrungen im Hands on

Die Firelight-Technologie zur Erkennung von Gegenständen ist eines der Highlights des Amazon Smartphones.
Die Firelight-Technologie zur Erkennung von Gegenständen ist eines der Highlights des Amazon Smartphones.
Foto: Amazon

In diesem Eco-System ist der Mayday-Knopf des Fire ein besonderes Highlight. Bei Problemen wird der Anwender per Knopfdruck mit einem Amazon-Experte per Live-Video verbunden. Dieser führt dann jegliche Funktion auf dem Gerät durch und gibt so Hilfe. amazon verspricht, dass Mayday von 6.00 bis 24.00 Uhr an 365 Tagen im Jahr verfügbar und kostenlos ist. In unserem Hands on waren die Berater zwar binnen Sekunden auf dem Display, aber mit der konkreten Hilfe haperte es teilweise noch - allerdings befinden sich die deutschen Amazon-Experten gerade noch selbst in der Schulung.

Ein weiteres Highlight ist die Firelight-Technologie. Hierbei ist die Kamera des Fire mit verschiedenen Bild-, Text- und Audio-Erkennungsprogrammen verknüpft, um Dinge aus der Umgebung wie Web- und E-Mail-Adressen, Telefonnummern, QR-Codes und Texte zur Übersetzung zu identifizieren. Eine Funktion, die im Hands on ohne Probleme flott funktionierte. Selbst Schilder wurden erkannt und bei Bedarf etwa ins Englische übersetzt. Später soll Fire auch in der Lage sein, etwa Speisekarten im Restaurant zu übersetzten. Was die Erkennung von Dingen - inklusive Kunstwerken anbetrifft - so verspricht der Versandhändler hier eine Erkennung von mehr als 85 Millionen Element. Egal, ob Film, Song, Gemälde oder Schokoladenaufstrich - im Demoraum bei Amazon zeigte das Fire keine Schwächen.

Zu guter Letzt bleibt noch das Bedienkonzept des Fire, das mit Dynamic Perspective neue Weg geht. Hierzu verfügt das Gerät über vier Spezialkameras sowie vier Infrarot-Leds. Damit lässt sich über automatisches Scrollen, Kippen, Schwenken und Neigen einfacher durch Inhalte navigieren. Zumal links und rechts vom Hauptschirm kontextsensitive oder Appsensitive Inhalte, Befehle oder Hilfeeinstellungen eingeblendet werden können. Gleichzeitig werden so auch 3D-Welten möglich, deren Perspektive sich je nach Betrachtungswinkel ändert - ein Beispiel dafür sind etwa Screenlocks des Gerätes. Der Homescreen selbst bildet ein Karussell, so dass der User Mails, aktuelle Fotos, häufig besuchte Web-Seiten, entgangene Anrufe, anstehende Termine oder anderes direkt checken kann, das der Homescreen ständig in Echtzeit Updates erhält.

Fazit

Betrachtet man nur die Hardware, dann braucht man über das Amazon Fire nicht viel Worte verlieren - es ist Standardkost, die man heute bei einem Top-Smartphone erwarten darf. Das Highlight ist ganz klar die Einbindung in die Amazon-Welt und die Produkterkennung. Dazu kommt dann noch der Mayday-Knopf, der gerade für nicht technikaffine Menschen eine deutliche Bedienungserleichterung ist. So kreisten denn auch während der Produktdemonstration die Gedanken des Autors kurze Zeit darum, ob das nicht das ideale Weihnachtsgeschenk für den 76jährigen Vater wäre. Doch für ein Telefon wieder ein zweijähriges Zwangsehe mit einem Mobilfunk-Provider eingehen? Nein Danke. Hier dürfte, so überzeugend das Gesamtkonzept der Fire-Welt ist, ein Problem für die Akzeptanz des Fire in Deutschland liegen: Der Zwang, einen neuen Mobilfunkvertrag bei der Telekom unterschreiben zu müssen.