Test und Erfahrungsbericht zu Amazon Echo

"Alexa - wir müssen reden"

Beate Wöhe leitet als Director Experts Network das IDG Experten-Netzwerk für alle Online-Portale der IDG Business Media GmbH. Sie hat diese Positin nach über zehnjähriger Tätigkeit als Redakteurin und leitende Redakteurin des IDG-Titels ChannelPartner im Juli 2014 übernommen. Ihr obliegt die Betreuung der Experten sowie der weitere Ausbau der Community.
Die ersten Minuten, Stunden, Tage und Wochen mit dem digitalen Assistenten Echo, der auf den Namen Alexa hört. Es lief nicht alles rund aber es ist mehr als nur ein Spielzeug.
  • Die Grundinstallation des Amazon Echo
  • Das Einbinden ins Netzwerk
  • Die Alexa App
  • Erste Schritte mit Alexa

Noch während des Entstehens dieses Textes ist es raus: Die Testphase ist beendet. Jetzt gibt es Amazon Echo und Echo Dot für alle - und das sofort. Während manche Menschen monatelang auf ihren bestellten Neuwagen, warten, wartete ich nach meiner Bewerbung wochenlang auf eine Einladung, um Amazon Echo bestellen zu können. Ob ich ihn unbedingt brauche? Nein. Aber bisher macht er viel Spaß und kann manchmal sogar nützlich sein.

Um überhaupt in den Besitz dieses Lautsprechers zu kommen, wurde vom Interessenten verlangt, dass er sich bei Amazon um eine Einladung zur Bestellung des Amazon Echo und/oder Amazon Echo Dot bewirbt. Und dass er dann, nach Erhalt dieser Bestellmöglichkeit innerhalb von 7 Tagen bestellt. Wenn nicht, hatte er Pech gehabt.

Die Grundinstallation

Ende Januar 2017 steht der Echo dann auf meinem Tisch. Um auch bestimmt keine Fehler zu machen, hole ich mir alles, was ich vermute für die Installation zu benötigen, ebenfalls in meine Nähe.

Auf dem Wohnzimmertisch stehen:

  • Amazon Echo Lautsprecher

  • Smartphone (für die App)

  • Notebook (um eventuell auftauchende Fragen per Google zu klären)

Ausgepackt ist schnell, denn anders als zum Beispiel bei einem Smartphone sind keine Kleinteile wie Akku, Headset oder sonstiges im Karton. Der Lautsprecher, das Netzteil und drei kleine Zettel. Das war's.

Ein Platz ist schnell gefunden, der durch die Länge des Stromkabels mit 173 cm begrenzt ist.

Nun folgt der Moment, in dem ein Neuwagenbesitzer das erste Mal das Auto startet. Der Stecker kommt in die Steckdose - und schon beginnt der obere Ring am Lautsprecher blau zu leuchten.
Nach 60 Sekunden werde ich nervös. Denn jetzt sollte Alexa mich das erste Mal begrüßen. Es dauert knapp 90 Sekunden, bis sich der kreisende Ring von blau auf gelb ändert und Alexa mit leiser Hintergrundmusik mich das erste Mal anspricht: "Hallo! Dein Amazon Echo kann jetzt eingerichtet werden. Folge einfach den Anweisungen in der Alexa App."
Video gekürzt:

Die Alexa App

Gesagt getan. Die App für mobile Betriebssysteme ist in den folgenden App Shops zu finden

Die Mindestanforderungen an das mobile Betriebssystem für die Alexa App sind Android 4.4, iOS 8.0. und Fire OS 3.0. Alternativ ist die App auch über die gängigen Standardbrowser unter https://alexa.amazon.de zu erreichen.

Gleich zu Beginn will ich natürlich wissen, wie Alexa und ich uns in Zukunft verständigen. In München geboren, ist mir der bayerische Dialekt zuhause das Naheliegendste. Aber bereits bei unserem ersten Versuch der Kontaktaufnahme steht es 1:0 für Alexa. Auf meine Frage, ob sie auch bayerisch versteht, kommt die Antwort prompt: "Tut mir leid, aber momentan verstehe und spreche ich nur deutsch."

WLAN und Netzwerk

Die WLAN-Einbindung findet ebenfalls über die App statt. Im linken Navigationsbereich unter "Geräte", "Neues Gerät einrichten" befindet sich der Zugang. Dann muss die Aktionstaste rechts oben am Lautsprecher fünf Sekunden lang gedrückt werden. Der Leuchtring wechselt die Farbe von blau auf orange zeigt damit den Verbindungsmodus an.
"Du hast Echo verbunden. Setze nun die Einrichtung in Deiner Alexa App fort", bestätigt mir Alexa den positiven Verlauf.
Amazon bietet mir an diesem Punkt an, alle meine WLAN-Passwörter auch auf Amazon zu speichern. Aber ich lass das mal lieber.

Musik

Den ersten Funktionstest starte ich mit Musik. Also rein in die Alexa App und unter den Einstellungen lässt sich Echo mit dem Musikdienst Spotify verbinden. Mein erster Musikwunsch geht an den Start.

In diesem Zusammenhang fällt mir ein, dass ich als Prime Kunde auch auf kostenlose Musikangebote von Amazon zugreifen könnte. Also stelle ich auch diese Verbindung her.
Die nächsten Minuten lasse ich Alexa Musiktitel, Playlists und Radiosender quer Beet suchen und abspielen. Im Hinterkopf frage ich mich, von welchem Dienst der Lautsprecher die Musik abruft, wenn ich ihm nicht sage: "Alexa spiele die Playlist XY von Spotify", sondern mir nur einen Titel ohne Quelle wünsche. Aber egal, Hauptsache es funktioniert.

Der Sound hört sich für einen Einzellautsprecher, der den Raum laut Hersteller mit einem 360-Grad umfassenden Klang erfüllt, gut an und ich gönne mir einen Musikabend.
Die Lautstärke verändert Alexa auf Zuruf mit den Befehlen "lauter" und "leiser" oder aber mit den Zahlen 0 bis 10. Ist die Lautstärke allerdings sehr hoch gestellt, heißt das auch, "Alexa!!" regelrecht anschreien zu müssen, um einen neuen Befehl abzusetzen.

Audible zickt

Aufgrund der bisher gut funktionierenden Personalisierung, mache ich mit dem Zugang zu meinen Hörbüchern auf der Amazon-Tochter Audible weiter. Unter "Musik und Bücher" in der Alexa App finde ich allerdings nur ein einziges Buch, das ich vor Jahren ausnahmeweise nicht am PC sondern unterwegs über mein Smartphone geladen hatte.

Ich versuche es trotzdem per Sprachbefehl. Hier die Antwort:

Also logge ich mich bei Audible ein und gehe auf der Seite ganz nach unten zu den Apps. Dort finde ich unter den Amazon-Geräten einen Hinweis zu meinem Problem: "Wieso wird mein Hörbuch nicht auf dem Echo abgespielt?"

Achtung: Es ist wichtig zu wissen, dass Amazon Echo nicht mit alten Audible Accounts arbeiten kann, die sich noch über Benutzername und Passwort einloggen. Vorher muss der Benutzer dieses Audible-Konto mit seinem Amazon-Konto verbinden.

Audible bietet in den Kondodaten die Möglichkeit an, das Audible- mit dem Amazon-Konto zu verbinden.
Audible bietet in den Kondodaten die Möglichkeit an, das Audible- mit dem Amazon-Konto zu verbinden.

Leichter gesagt, als getan. Das Verbinden funktioniert bei meinen Konten nicht. Auch der Telefonsupport ist nach einigen Tests ratlos und eröffnet ein Ticket. Vier Tage später versuche ich das Koppeln der beiden Kontos erneut auf eigene Faust. Die beiden Konten lassen sich nun verbinden. Alle meine Hörbücher sind nun auch in der App sichtbar und Alexa liest die gewünschten Hörbücher auf Kommando. Das dahinterstehende Audible-System die entsprechende Steuerung zu. Mit Befehlen wie "vor" und "zurück" springt die Software entsprechend der gewohnten Audible-Schritte im Text. Bei erneutem Aufruf eines Titels spielt der Lautsprecher den Text ab dem letzten Stopp weiter.

Kalender und Erinnerungen

Wer sich morgens den Blick auf sein Smartphone sparen möchte, kann sich von Alexa seine Termine vorlesen lassen. Zu Beginn war dies nur für Google-Kalender Besitzer möglich. Nutzer, die ihre Termine in Outlook verwalten, mussten den Umweg über teilweise kostenpflichtige Drittanbieter machen, um den Google- mit dem Outlook-Kalender zu synchronisieren. Seit Mitte Februar 2017 arbeitet Echo nun auch direkt mit dem Outlook-Kalender zusammen.

In der Alexa-App unter -Einstellungen, -Kalender lassen sich beide Kalender aktivieren.

Kalendertermine eintragen und abfragen:

- Füge XXX für *Tag* um *Uhrzeit* zu meinem Kalender hinzu.

- Wann ist mein nächstes Ereignis?

- Was ist auf meinem Kalender eingetragen?

- Was steht für morgen *Uhrzeit* auf meinem Kalender?

- Was steht für *Tag* in meinem Kalender?

Leider reagiert Alexa bisher nur auf Anfrage und zählt die im Kalender vorhandenen Termine. Eine akustische Benachrichtigung, über die der Lautsprecher den Benutzer zu einer festgelegten Zeit aktiv über Termine informiert, gibt es bisher nicht.

Kurzzeitgedächtnis

Einen Alarmton spielt Alexa allerdings ab, wenn entweder ein Wecker oder ein Timer gesetzt wurde. Mit "Alexa, setze einen Timer auf 13.40" spielt der Lautsprecher den eingestellten Informationston ab. Warum dieser Ton abgespielt wird, daran muss sich der Anwender dann allerdings selbst erinnern.

Einkaufsliste

Wirklich nützlich finde ich die Einkaufsliste - wenn die technischen Voraussetzungen stimmen.

Ich: "Alexa, setze Waschmittel auf meine Einkaufsliste"
Alexa: "Alles klar, ich habe Waschmittel auf Einkaufsliste gesetzt."
Ich: "Alexa setze Milch auf meine Einkaufsliste."
Alexa: "Ok, ich habe Milch zu Deiner Einkaufsliste hinzugefügt."

Die Einkaufsliste erscheint sofort auch in der App. Und wer nicht mit dem Smartphone durch den Supermarkt laufen möchte, kann sie sich auch ausdrucken. Leider lassen sich Produkte von der Einkaufsliste nicht per Sprachbefehl löschen. "Um deine Liste zu löschen oder einen Eintrag zu entfernen, gehe in die Alexa App", gibt mir Alexa zur Antwort.

Achtung: Vor dem ersten Einkauf mit der Alexa App sollte der Nutzer prüfen, ob im Supermarkt seines Vertrauens auch eine ausreichende Datenverbindung vorhanden ist. Eine Edge-Datenverbindung kann dazu führen, dass er bereits an der Kasse steht, bevor auf dem Smartphone die Einkaufsliste auftaucht.

Video: Frage Alexa

Arbeitsweg

Nützlich finde ich die Abfrage "Wie ist der Verkehr zur Arbeit?". Da Amazon meine Heimatadresse ja bereits kennt, fehlte in der App nur noch die Adresse der Firma. Nun liefert Alexa quasi im Vorbeigehen in Sekundenschnelle den günstigsten Weg inklusive der aktuellen Fahrzeit.

Skills

Das Echo-Ökosystem soll wachsen - und das wohl möglichst rasch. Daher ploppt bereits ab dem zweiten Tag nach Installation, wenn ich im Internet unterwegs bin, die Aufforderung auf, doch selbst einen Skill zu programmieren.

Amazon fordert die Anwender mit Popups auf, sich an der Skill-Programmierung zu beteiligen.
Amazon fordert die Anwender mit Popups auf, sich an der Skill-Programmierung zu beteiligen.

Das Bild leitet den Anwender auf dieAmazon Developer-Seiten, wo auch gleich erklärt wird, dass es einfach und sehr schnell geht, das dort angebotene Tutorial durchzuarbeiten. An dessen Ende soll bereits der erste Alexa-Skill stehen.

Wie das Entwickeln einer Alexa-App abläuft und welche Herausforderungen bestehen, können Sie in diesem Erfahrungsbericht lesen.

Erstes Fazit

Amazon Echo tut in weiten Teilen das, was ich vor dem Kauf erwartet habe und die Installation ist wirklich einfach. Der dann folgende Feinschliff, um den Dienst für die persönlichen Wünsche und Bedürfnisse einzurichten, kann allerdings in manchen Fällen etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Da der Lautsprecher mit Netzwerk- und IoT-Hintergrund in seinem Ökosystem von den Kooperationen mit anderen Herstellern und der Programmierwut externer Developer lebt, bin ich ziemlich zuversichtlich, dass auch in Deutschland - ähnlich wie in den USA, wo es Amazon Echo bereits seit Juni 2015 gibt - bald weitere sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten an den Start gehen werden. Ich bin darauf gespannt.
Geplant ist in diesem Herbst in die Smart-Home-Angebote einzusteigen. Ich werde berichten.

Und nun schalte ich über einen der beiden Knöpfe am Lautsprecher dessen sieben Mikrofone aus und breche damit den Kontakt zu Alexa für heute ab.

Das rote Mikrofonemblem und der rote Kreis zeigen an, dass die Mikrofone des Echo deaktiviert sind.
Das rote Mikrofonemblem und der rote Kreis zeigen an, dass die Mikrofone des Echo deaktiviert sind.

Ich würde mich übrigens über einen Austausch unter Besitzern von Amazon Echo freuen. Gerne auch mit Hinweis auf nützliche und funktionierende Skills. Nutzen Sie dazu unsere Kommentarfunktion unter dem Artikel.

 

Marlis Topp

Vielen Dank für die Tipps! Ich besitze Alexa seit Dezember und bin etwas enttäuscht, weil ich ein Apple-User bin und die Zusammenarbeit mit iTunes, iPhone, etc nicht oder nur sehr eingeschränkt funktioniert. Daher würde ich mich auch über einen Austausch mit anderen Alexa-Nutzern freuen

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