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Alcatel mit weiterem Milliardenverlust

04.02.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Dem französische TK-Ausrüster Alcatel ist es im Schlussquartal 2002 überraschend gelungen, einen operativen Gewinn auszuweisen. Unter dem Strich fiel erneut ein Nettoverlust in Milliardenhöhe an. Gleichzeitig warnte das Unternehmen vor der anhaltend schwachen Nachfrage. So erwartet Alcatel für das laufende erste Quartal einen Umsatzrückgang um bis zu 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aufgrund von Sparmaßnahmen soll das Ergebnis jedoch deutlich besser als im Vorjahresquartal ausfallen. CEO Serge Tchuruk gab sich außerdem zuversichtlich, bei Einnahmen von drei Milliarden Euro pro Quartal im Gesamtjahr 2003 ein ausgeglichenes Betriebsergebnis zu erreichen.

Im Schlussquartal 2002 erwirtschaftete Alcatel 4,5 Milliarden Euro Umsatz nach 6,77 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Erfreulicher fiel das Betriebsergebnis aus: Mit einem Plus von 20 Millionen Euro verbesserte sich das Unternehmen im Vergleich zu dem Defizit von 368 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Im vorangegangenen dritten Quartal 2002 hatte Alcatel noch ein Minus von 227 Millionen Euro ausgewiesen. Die Pariser hatten ursprünglich für den aktuellen Berichtszeitraum nur eine schwarze Null anvisiert (Computerwoche online berichtete).

Unter dem Strich fuhr der angeschlagene TK-Ausrüster jedoch einen Nettoverlust von 1,12 Milliarden Euro ein - nach einem Fehlbetrag von 1,5 Milliarden Euro im Vorjahr. Im Gesamtjahr 2002 summierte sich der Fehlbetrag damit auf 4,75 Milliarden Euro verglichen mit 4,96 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Umsatz fiel um 34,7 Prozent auf 16,55 Milliarden Euro. Der Rückgang ist teilweise auf den Verkauf von Unternehmensbereichen zurückzuführen. Wegen der anhaltenden Branchenkrise hatte der TK-Ausrüster in den letzten beiden Jahren im großen Umfang Stellen abgebaut. Bis Jahresende soll die Zahl der Belegschaft auf 70.000 sinken, das sind fast 30.000 Mitarbeiter weniger als Ende 2001. (mb)