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Al Gore: IT-Industrie muss Beitrag zum Klimaschutz leisten

05.02.2007
Der ehemalige US-Vizepräsident hat Vertreter der IT-Industrie dazu aufgefordert, sich mit ihren Techniken stärker am Umwelt- und Klimaschutz zu beteiligen.

Al Gore, Ex-Vizepräsident der USA, hat an rund 1500 Vertreter von IT-Anbietern im Silicon Valley appelliert, mehr an den Klimaschutz zu denken. Der jüngste Klimaschutzbericht des Intergovernmental Panel of Climate Change (IPCC) der vereinten Nationen habe einen eindeutigen Beleg für die zunehmende Erwärmung der Erdatmosphäre geliefert. Für diesen Wandel sei in erster Linie der Mensch verantwortlich, vor allem durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe.

"Die Welt steht vor einer beispiellosen Herausforderung", wandte sich Gore an seine Zuhörer. Das Silicon Valley wiederum könne einen beispiellosen Beitrag dazu leisten, diese Herausforderungen zu meistern. "Sie können den Kurs festlegen und damit die Zukunft der menschlichen Zivilisation verändern."

Gore würdigte die bisherigen Anstrengungen der IT-Industrie wie den Bau energiesparender Halbleiter und Prozessoren und energieeffizienter Rechenzentren (siehe auch: Neue CPU hilft beim Energiesparen und Blades lassen Stromkosten explodieren). Allerdings müsse man noch mehr tun, ermunterte er sein Publikum. Hart ging der Vize von Ex-Präsident Bill Clinton mit der Bush-Administration im Weißen Haus ins Gericht. Vor allem die Hinhaltetaktik in Sachen Klimaschutz sei nicht zu tolerieren.

Die Gründe dafür sieht der Umweltaktivist in der Lobby-Szene in Washington. "Es ist nicht so, dass die Öl-Lobby zu viel Einfluss im Weißen House hat", meinte er. "Das Problem ist vielmehr, dass die Öl-Lobby das Weiße Haus ist." Heftig griff Gore den Konter der Öl-Multis an, die als Reaktion auf den Klimabericht einen Preis von 10 000 Dollar für den ausgelobt hatten, der die Ergebnisse widerlegen könne. (ba)