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Aktienrückkäufe von Hightech-Firmen verfehlen Wirkung

07.11.2005
Obwohl IT-Konzerne wie Microsoft, Intel und Cisco immer wieder Aktien zurückkaufen, profitieren ihre Kurse nur selten davon.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die im Standard & Poor's 500-Index vertretenen IT-Unternehmen nähern sich in diesem Jahr einem neuen Rekord: Nach Berechnungen der Investment-Bank Standard & Poor haben die Firmen im ersten Halbjahr bereits zusammen knapp 50 Milliarden Dollar in den Rückkauf eigener Aktien investiert. Nach der Ankündigung einiger Vertreter wie Microsoft oder RealNetworks, Aktienrückkäufe vorzunehmen oder zu intensivieren, gilt es als so gut wie sicher, dass in diesem Jahr der bisherige Topwert von 52 Milliarden Dollar aus dem Jahr 2004 übertroffen wird. Die Absicht, über die Verringerung der frei handelbaren Aktien den Gewinn pro Aktie zu steigern und damit letztendlich dem Börsenkurs auf die Sprünge zu helfen, bleibt in vielen Fällen jedoch ein frommer Wunsch. Prominentes Beispiel ist Microsoft: Der Softwareriese hatte im Juli 2004 angekündigt, 30 Milliarden Dollar in eigene Aktien zu investieren. Doch obwohl das Unternehmen nun das Rückkauftempo noch einmal beschleunigen will, dümpelt der Kurs nahezu unverändert unter 30 Dollar.

Wenig Wirkung zeigten auch kurspflegerische Maßnahmen von Cisco und Dell - teils wegen des Verwässerungseffekts durch die Ausgabe von Aktienoptionen. So gab der texanische Computerbauer im Geschäftsjahr 2004 rein rechnerisch genügend Geld aus, um knapp fünf Prozent der Anteile zurückzukaufen. Die Anzahl der freihandelbaren Aktien sank jedoch nur um 2,8 Prozent. (mb)