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Adobe übertrifft die Erwartungen, warnt aber

16.03.2001
John Warnock räumt den CTO-Sessel

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der kalifornische Softwareanbieter Adobe Systems hat für das erste Quartal seines Geschäftsjahres die Erwartungen der Analysten zwar übertroffen, jedoch gleichzeitig eine Umsatzwarnung für den laufenden Dreimonatszeitraum ausgesprochen.

Für das erste Quartal (Ende: 28. Februar 2001) wies Adobe einen Nettogewinn von 69,8 Millionen Dollar oder 28 Cent pro Aktie aus. Abzüglich außergewöhnlicher Belastungen und Zugewinne betrug der Profit 119 Millionen Dollar oder 33 Cent pro Aktie und lag damit über den Erwartungen der Wall Street (laut First Call/Thomson 28 Cent je Anteilschein) und um 33 Prozent über dem Vorjahresergebnis (89,5 Millionen Dollar oder 24 Cent pro Aktie).

Den Umsatz konnte Adobe im ersten Quartal von 282 Millionen Dollar um 17 Prozent auf 329 Millionen Dollar steigern. Ursprünglich hatte die Company ein Plus von 25 Prozent angepeilt. President und CEO (Chief Executive Officer) Bruce Chizen erklärte, die widrigen gesamtwirtschaftlichen Umstände hätten dies unmöglich gemacht. Für das zweite Quartal erwarte Adobe daher auch nur noch 15 Prozent Umsatzplus gegenüber dem Vorjahreszeitraum (300,1 Millionen Dollar), das wären gut 345 Millionen Dollar. Die Finanzanalysten waren bislang von 359 Millionen Dollar ausgegangen. "Obwohl es uns in Japan und Europa weiterhin gut geht, sind wir wegen einer möglichen globalen Rezession lieber etwas vorsichtiger", so Chizen.

Ferner kündigte Adobe an, Firmengründer und "Postscript"-Erfinder John Warnock (60) werde von seinem Amt als Chief Technology Officer (CTO) zurücktreten. Entsprechende Absichten hatte Warnock bereits Ende vergangenen Jahres geäußert. Das Branchenurgestein bleibt aber weiterhin Chairman (Verwaltungsratschef) des Unternehmens; diesen Posten teilt er sich mit Charles Geschke, der im vergangenen Jahr als President zurückgetreten war.