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Abschreibungen verhageln Medion das Ergebnis

09.11.2006
Der tief in die roten Zahlen gerutschte Elektronikhändler und Aldi-Lieferant Medion will sein Sparprogramm beschleunigen und verstärkt neue Geschäftsbereiche wie den Service erschließen.

Im dritten Quartal fiel ein Verlust von 41,3 Millionen Euro an, wie das Unternehmen am Donnerstag in Essen mitteilte. Hauptgrund für die negative Entwicklung sei neben der Kaufzurückhaltung der Konsumenten ein anhaltender Preisverfall im IT- und Multimediamarkt, erklärte das Unternehmen. Medion nahm Abschreibungen auf Altbestände sowie Rückstellungen in Höhe von knapp 61,2 Millionen Euro vor, die das Quartalsergebnis verhagelten. Im dritten Quartal 2005 hatte Medion noch einen Gewinn von 60 Millionen Euro ausgewiesen. Der Quartalsumsatz fiel in diesem Jahr um 26,7 Prozent auf knapp 234,4 Millionen Euro.

Angaben zu einem weiteren Personalabbau wollte das Unternehmen nicht machen. Stellen, die durch Zeitverträge oder altersbedingt wegfallen, sollen nicht mehr besetzt werden. Betriebsbedingte Kundigungen werde es jedoch nicht geben. Seit dem vergangenen Jahr hatte das Unternehmen rund 200 der weltweit 1500 Stellen gestrichen. Als eine der geplanten Service-Leistungen wurde der Einbau von Navigationsgeräten genannt.

Nach den ersten neun Monaten steht ein Verlust von 39,1 Millionen Euro in den Büchern gegenüber einem Minus von zehn Millionen ein Jahr zuvor. Bereits im vergangenen Monat hatte Medion für das Gesamtjahr 2006 einen Verlust zwischen 45 und 60 Millionen Euro angekündigt. Dabei werde der Umsatz von 2,5 Milliarden Euro im Vorjahr auf nur noch 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro sinken. Seit Jahresbeginn fielen die Erlöse um 26,6 Prozent auf 1,06 Milliarden Euro. (dpa/tc)