Berater und Freund

Abschied von Heinz Streicher

29.11.2021
Von 
Heinrich Vaske ist Editorial Director von COMPUTERWOCHE, CIO und CSO sowie Chefredakteur der europäischen B2B-Marken von IDG. Er kümmert sich um die inhaltliche Ausrichtung der Medienmarken - im Web und in den Print-Titeln. 
Die COMPUTERWOCHE gedenkt ihres langjährigen freien Mitarbeiters und Beraters Heinz Streicher, der nach kurzer schwerer Krankheit in Hamburg verstorben ist.

Am 22. November 2021 ist Heinz R. Streicher (87) gestorben. In den 80er und 90er Jahren war er ein wichtiger freier Mitarbeiter, Autor und Weggefährte der COMPUTERWOCHE. Zusammen mit dem IDG-Verlag veröffentlichte er Studien etwa zum Thema Outsourcing oder zum IT-Dienstleistungsmarkt. Den COMPUTERWOCHE-Redakteurinnen und -Redakteuren war Streicher ein Ratgeber und Freund, der mit seiner tiefen Branchen- und Marktkenntnis manchen Artikel erst lesenswert machte.

Dr. Heinz R. Streicher war der "geistige Vater" der Lünendonk-Rankings zum IT-Software- und Servicemarkt.
Dr. Heinz R. Streicher war der "geistige Vater" der Lünendonk-Rankings zum IT-Software- und Servicemarkt.
Foto: Streicher

Streicher war zudem viele Jahre Mentor, Principal und ständiger Berater des Marktforschungsunternehmens Lünendonk, das heute unter dem Namen Lünendonk & Hossenfelder firmiert und seither für seine Rankings zum deutschen Software- und IT-Dienstleistungsmarkt bekannt ist. Die Listen und Studien von Lünendonk gehen letztendlich auf Streichers Initiative zurück. "Er war der geistige Vater unserer Marktforschung im Business-to-Business Dienstleistungssektor", sagt Thomas Lünendonk, Gründer der Lünendonk & Hossenfelder GmbH, "und für mich war er seit 1981 ein einzigartiger Freund."

Volkswirtschaftler und Publizist

Heinz Streicher, in Nürtingen am Neckar geboren, hatte nach seinem Abitur in Frankfurt am Main und Münster studiert und promoviert. Neben der Volkswirtschaft galt sein Interesse stets auch der Publizistik. So schrieb er nicht nur für die COMPUTERWOCHE, sondern agierte auch kurze Zeit als Gründungs-Chefredakteur des "Manager Magazins". Zudem beriet er Verlage in Sachen Fachbücher und Fachzeitschriften, entwickelte Buchprojekte und Zeitschriften-Relaunchs und war als Autor für diverse Wirtschaftsthemen stets gefragt.

Sein beruflicher Weg außerhalb des Mediensektors führte ihn zunächst in die Mineralölwirtschaft, wo er als Leiter der volkswirtschaftlichen Stabsabteilung bei der BP reüssierte und sich dort großes Ansehen erwarb. Später übernahm er die Leitung der Kommunikationsabteilung des Hamburger IT- und Beratungsunternehmens SCS, das damals zu BP gehörenden. Aus dieser Position heraus entwickelte er vielfältige Initiativen, um den in Deutschland noch jungen Informationstechnik- und B2B-Dienstleistungssektor für Kunden, aber vor allem auch für junge Menschen als künftige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen transparent und attraktiv zu machen.

Streicher konzipierte 1986 die erste "Weiterbildungs-Enquête", initiierte Marktübersichten über neue Stellenmärkte, half bei der Definition neuer Berufsprofile, beispielsweise des ORG-DV-Leiters - heute zumeist CIO genannt. Vor allem aber faszinierte ihn die Entwicklung des IT- und Software-Beratungsmarktes. Wir werden sein Andenken in Ehren halten! (hv)