Tarifdschungel wird dichter

Abschied von der Handy-Flatrate-Party

03.09.2010
Das Handy-Schlaraffenland bekommt einen bitteren Beigeschmack. Unbegrenzte Flatrates für Mobilfunk und mobiles Internet - dürften schon bald nur noch in wehmütigen Erzählungen existieren.

Weltweit machen sich die Betreiber Gedanken darüber, wie sie ihre Kunden künftig stärker zur Kasse bitten können. Die Nutzer müssen aber schon jetzt je nach Qualität und Schnelligkeit des Netzes mehr bezahlen - und der Tarif-Dschungel dürfte in Zukunft noch etwas dichter werden.

Die Verbraucher kennen das von DSL-Angeboten. Bevor "Flat" modern wurde, bezahlten Kunden entweder für unterschiedlich hohe Übertragungsraten oder hatten von vornherein einen bestimmten Deckel für das Datenvolumen. Auch heute noch gibt es andere Preise für schnellere Festnetzleitungen wie VDSL. Jetzt stellen die Netzbetreiber fest, dass ihnen differenzierte Tarife auch im Mobilfunk mehr Geld bringen könnten. Sie brauchen Geld, um ihre Netze für die wachsende Zahl von Smartphone-Anwendungen und mobile Datennutzung zu rüsten.

"Derzeit verursachen 3 Prozent der User 50 Prozent des Datenvolumens", heißt es bei der Telekom. Online-Dienste wie iTunes von Apple oder Plattformen wie YouTube oder Flickr, auf denen Filme und Fotos gepostet werden, befeuern das Wachstum. Die immer neuen und aufwendigeren Anwendungen verstopfen die Datenleitungen. Zum Beispiel: Schon ein einziges YouTube-Video entspricht der Datenmenge von 500.000 SMS. In den USA, wo Smartphones schon Massenware sind, brechen regelmäßig die Netze zusammen.

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