64-Bit-Technologie fuer Tragbare Silicon-Graphics-Tochter Mips bringt RISC-CPU fuer Notebooks

28.05.1993

MUENCHEN (CW) - Geht es nach der Mips Technologies Inc., hundertprozentige Tochter der Silicon Graphics Inc. (SGI), dann wird RISC auch auf Notebooks salonfaehig. Einen Prozessor der Wahl fuer solche tragbaren Rechner gibt es zumindest schon: den "R4200" von Mips.

Die RISC-CPU ist in 64-Bit-Technologie und damit auch auf zukuenftige Software ausgelegt. Hergestellt wird der Prozessor zunaechst von der NEC Corp. Wie der Marketing-Direktor von Mips, Dave Corbin, meinte, werde der Chip zum Ende des laufenden Jahres an Systemhersteller ausgeliefert.

Bemerkenswert an dem Design des RISC-Bausteins erscheint neben der 64-Bit-Technologie ein oekonomischer Stromverbrauch, wie er vor allem in mobilen Systemen von Interesse ist. So koenne die Megahertz-Taktrate je nach Bedarf auf bis zu ein Viertel der normalen Rate reduziert werden. Nicht benutzte Subsysteme schalten sich automatisch aus.

Diese Charakteristika sind im Intel-Lager seit laengerem gang und gaebe: So bieten neben Intel auch die IBM und die Advanced Micro Devices Inc. (AMD) solcherlei Stromspar-CPUs an. Auch der texanische Prozessorhersteller Cyrix hat oekonomisch arbeitende Chips im Angebot. Zudem arbeiten Big Blue und Motorola an einer Stromspar-Version ihres RISC-Prozessors Power-PC.

Der R4200 soll nach Mips-Angaben nur etwa ein Viertel der Pentiumgroesse haben und mit einer Taktrate von 80 Megahertz laufen. Der Mips-Chip bietet Spec-Werte von 55 Specint92 beziehungsweise 30 Specfp92 (Pentium: 64,5 Specint92 respektive 30 Specfp92).