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50.000 Dollar für den Reißwolf

01.02.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Eine amerikanische Richterin hat jetzt entschieden, dass die Kundenliste des bankrotten Online-Spielzeug-Händlers Toysmart vernichtet werden muss. Mehrheiteigner Walt Disney bezahlt für die Liste 50 000 Dollar und schiebt sie dann in den Reißwolf.

Toysmart suchte für die Kundeninformationen im Sommer vergangenen Jahres im Rahmen der Liquidation einen Käufer, obwohl im Kleingedruckten des Online-Händlers von vertraulichem Umgang mit den Daten die Rede war.

Darauf beruft sich nun auch die US-Regulierungsbehörde FTC (Federal Trade Commission): Wenn ein Unternehmen seinen Kunden etwas verspricht, so muss dies gehalten werden. Ursprünglich hatte die Kommission dem Verkauf unter bestimmten Auflagen zugestimmt.

Verbraucherschützer und Anwälte liefen dagegen Sturm. Insidern zufolge kauft und vernichtet Disney die Liste jetzt, um Ruhe in die Angelegenheit zu bringen. Der geplante Deal erhitzt in den USA viele Gemüter - und heizt natürlich auch die Diskussion über entsprechende Gesetze wieder an, mit denen sich derartige Geschäfte verhindern ließen.