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3Par - der neue Stern am Storage-Himmel?

13.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die 1999 gegründete Startup-Firma 3Par Inc. ist mit Versprechungen über ihre kommende Storage-Hardware aus dem Stealth Mode aufgetaucht sind, die fast so groß sind wie ihr in drei Finanzierungsrunden aufgetriebenes Risikokapital: Vermutlich ab dem dritten Quartal will 3Par modulare Arrays auf den Markt bringen, die aktuelle Highend-Produkte in allen Bereichen hinter sich lassen und pro installierten 10 TB Kapazität TCO von einer Million Dollar einsparen sollen. 3Pars Arrays skalieren bis zu 376 Terabyte - da gäbe es also laut "Computerwire" eine Menge zu sparen.

Die Hardware von 3Par verwendet eine Architektur mit separaten Kontroll- und Datenpfaden. Das Unternehmen behauptet, dass seine Systeme damit eine vier Mal höhere "Random I/O Performance" oder IOPS erreichen als EMCs "Symmetrix"-Spitzenmodelle, den fünffachen Durchsatz, die doppelte Speicherdichte und fünffache Connectivity. Dazu soll es noch ein ausgefuchstes Virtualisierungssystem geben. Anders als bei "monolithischen" Systemen à la Symmetrix sollen die 3Par-Geräte damit gleichzeitig Daten für OLTP-Datenbanken (maximale I/O-Leistung) und dateiintensive Anwendungen vorhalten können, die einen starken Durchsatz erfordern.

Die genannten Eckdaten sind bislang allerdings von keinem Dritten überprüft worden, geschweige denn von EMC oder anderen direkten Konkurrenten wie Hitachi ("Lightning") oder IBM ("Shark"). Hinter 3Par stehen allerdings mit unter anderem Sun, Oracle und Veritas überaus prominente Geldgeber, die insgesamt bereits 121 Millionen Dollar in die Company gesteckt haben. Deren Management rekrutiert sich übrigens hauptsächlich aus früheren HP- und Sun-Managern mit eher Server- als Storage-Background. "Sich von diesen Firmen Geld zu holen war ein kluger Zug", meint Analyst Arun Taneja von der Enterprise Storage Group. "Mit ihrem eigenen Geld in dieser Company werden diese drei nicht zulassen, dass 3Par versagt. Das ist ein bedeutender Unterschied zu anderen Playern in diesem Markt."

Trotzdem dürfte 3Par es alles andere als leicht haben, sei Highend-Lösungen an den Kunden zu bringen. In Unternehmensrechenzentren wird traditionell eher selten in neue Technik von Startup-Firmen investiert - ein prominenter OEM-Partner könnte hier die Türen zur Enterprise-DV aufstoßen. Der Experte Randy Kerns von der Evaluator Group meint ohnehin, dass sich die 3Par-Technik vom Ansatz her eigentlich nicht mit klassischen Arrays vergleichen lässt. Die Alternative sei vielmehr ein SAN aus Komponenten unterschiedlicher Anbieter. (tc)