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Software Infrastruktur

OpenOffice: Community statt Featuritis

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von Erwin Tenhumberg (Open Source Group, Sun Microsystems)
Während Microsoft sein Büropaket neu ausrichtet und erweitert, bemüht sich OpenOffice um ein schlankes und modulares Kernprodukt. Zusätzliche Features sollen über Module aus der Open-Source-Gemeinde hinzukommen.

Sobald eine Software quelloffen verfügbar ist, gewinnt sie eine ganz eigene Dynamik. Die Community von OpenOffice.org treibt nun die Entwicklung beständig in eine sinnvolle Vielfalt von Formaten, Sprachversionen und nützlichen Erweiterungen voran. Das Projekt denkt dabei nicht nur an sich: Das OpenDocument-Format, das bereits vor einigen Monaten von ISO als Standard anerkannt wurde, soll eine Hersteller-, Plattform- und Produktunabhängigkeit für Office-Dokumente erreichen.

Radikale Umbrüche gibt es im Kernprojekt nur mehr selten, sie werden eher im Rahmen von separat installierbaren Erweiterungen oder unabhängigen Testprojekten (quasi temporäre "spin offs") ausprobiert. Die Schlagzahl der neuen Versionen hat sich allerdings erhöht. Alle sechs Monate kommt ein neues Release von OpenOffice.org. Die Zeiten der "Featuritis" sind jedoch vorbei. Der einzelne Anwender will eine einfache Software, die ihm Produktivität beschert. Der CIO legt Wert auf die Interoperabilität über den XML-Standard, um beispielsweise Daten leichter in das Frontend der User zu bringen. Die Entscheider in Unternehmen und vor allem in Regierungen und Behörden wollen Hersteller- und Produktunabhängigkeit, wie sie ODF bietet.

Hier lesen Sie ...

wie sich die Freigabe von Star Office als Open Source auf das Konzept der Software ausgewirkt hat;

welche neuen Module für das Kernprodukt geplant sind;

wie der Funktionsumfang von OpenOffice zukünftig erweitert wird;

welche Hersteller und Open-Source-Projekte OpenOffice in ihre Software integrieren.

Während die Community danach strebt, OpenOffice.org im Kern zu vereinfachen, auf ODF auszurichten und zahlreiche Sprachversionen (derzeit über 100 Lokalisierungen) zu erzeugen, kommen dennoch neue Features dazu. Wie Mozilla Firefox und Mozilla Thunderbird erfolgreich zeigen, können über Erweiterungen ("Extensions") schnell neue Funktionen hinzugefügt werden. Der Benutzer hat dann die Wahl, ob er nur mit dem leichtgewichtigen Standardprodukt oder mit einem stark erweiterten Allround-Produkt arbeiten möchte, indem er einfach die gewünschten Extensionen hinzuinstalliert. Die neue Infrastruktur für Erweiterungen innerhalb von OpenOffice.org sowie das schnell wachsende Extension-Projekt auf OpenOffice.org werden sowohl das Ausprobieren von Ideen als auch die Entwicklung von neuer Funktionalität deutlich beschleunigen.

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