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Software Infrastruktur

Xen 3 wird zur VMware-Alternative

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von Andrej Radonic (freier Autor in Köln und Verfasser des Buchs Xen 3.2)

Neben seiner Stabilität und Geschwindigkeit bietet Xen ausgefeilte Mechanismen für den Highend-Einsatz: Die Fähigkeit der "Live Migration" eines Gastsystems von einem Rechner auf einen anderen stellt einerseits einen einfach handhabbaren Failover-Mechanismus dar, zum anderen kann er für die dynamische Lastverteilung eingesetzt werden. Die Live Migration kann interaktiv oder aber automatisiert abhängig von Auslastungsdaten oder einer "Panic"-Situation ausgelöst werden. Sie verschiebt eine virtuelle Maschine in mehrfachen Kopiervorgängen aus dem Speicher des alten Wirtsrechners in das RAM des neuen Rechners. Das Umschalten geschieht dabei für den Anwender kaum wahrnehmbar im Hintergrund, wobei auch die (virtuelle) MAC- sowie IP-Adresse auf den neuen Rechner umzieht.

Für die Live Migration gelten strenge Vorgaben: So muss die Hardware der beteiligten Rechner ähnlich sein, sie müssen sich im gleichen Subnetz befinden, und alle Xen-Maschinen müssen Zugriff auf das gleiche Dateisystem haben, sei es über NFS, AFS, SAN oder NAS. Wenig überraschend ist, dass zudem umfangreiche Konfigurationsarbeiten notwendig sind.

Fazit

Xen schickt sich an, den Virtualisierungsmarkt aufzumischen. Zum einen scheint die Technologie vermehrt Einzug in geschäftskritische Bereiche zu finden, zum anderen geraten etablierte Marktteilnehmer unter Zugzwang. Es überrascht daher nicht, dass die zu EMC gehörende Firma VMware in kurzer Folge ein Community-Open-Source-Programm für seinen ESX-Server gegründet, den kostenlosen VMware-Player auf den Markt gebracht und angekündigt hat, in Kürze eine Paravirtualisierungs-Version seiner Produkte herausbringen zu wollen. Deren Erfolg wird systembedingt jedoch sehr stark von der Unterstützung der Betriebssystem-Hersteller abhängen.

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