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Software Infrastruktur

Xen 3 wird zur VMware-Alternative

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von Andrej Radonic (freier Autor in Köln und Verfasser des Buchs Xen 3.2)

Linux-Unterstützung

Xen bietet neben der Admin-Konsole auch ein Web-Frontend für den Systemverwalter.
Xen bietet neben der Admin-Konsole auch ein Web-Frontend für den Systemverwalter.
Xen bietet neben der Admin-Konsole auch ein Web-Frontend für den Systemverwalter.

Zahlreiche Distributionen wie Suse 9.3 und 10, Red Hat, Fedora Core 4, Debian, NetBSD und Ubuntu verfügen inzwischen über Xen-Support und ermöglichen das Einrichten virtueller Maschinen, wobei zu wünschen und wohl auch zu erwarten ist, dass künftige Versionen dieser Produkte komfortablere Techniken für die Installation von Gastsystemen bieten werden. Derzeit umfasst nur Suse 10 das aktuelle Xen 3 (allerdings in der inzwischen veralteten Preview-Fassung), die übrigen Distributionen liefern noch die Vorversionen 2.06 oder 2.07 mit.

Testlauf von der Live-CD

Um einen ersten schnellen Eindruck zu bekommen, kann man auf eine zeitraubende Installation sogar ganz verzichten: die Xen-Demo-CD bootet einen Linux-Wirt in der Domain0 (oder dom0, auch "privilegierte Domain" genannt, da sie die Steuerung der Gastsysteme übernimmt) und erlaubt die parallele Ausführung diverser Gastsysteme wahlweise unter Debian, NetBSD und FreeBSD in der domU ("Unprivileged Domain"). Ohne Installation kommt man auch mit Xenoppix zum Multi-OS-Server. Dabei handelt es sich um ein modifiziertes Knoppix als 4 GB großes DVD-Image, welches Gastsysteme unter NetBSD und Plan9 ausführen kann.

Unter Suse 9.3 Professional sind hierzu die Xen-Pakete mit Yast zu installieren. Alsdann bootet man den Rechner neu und wählt als Bootkernel "Xen". Suse startet dabei den Xen-Microkernel, welcher wiederum den modifizierten Linux-Kernel lädt, sowie den "xend"-Prozess, der für das Management der virtuellen Maschinen zuständig ist. Als nächstes muss das Gast-Betriebssystem in einem eigenen Root-Filesystem auf dem Host installiert und für die Nutzung als Xen-domU konfiguriert werden.

Steckbrief

  • Xen wird von der University of Cambridge entwickelt und unterliegt der GNU General Public License (GPL). Das Projekt kooperiert seit Anbeginn eng mit der IT-Industrie, insbesondere mit Intel, Sun, HP, Novell, Red Hat, AMD und IBM.

  • Xen ist ein "Virtual Machine Monitor" (VMM), dessen Kernkomponente der Hypervisor ist. Dieser fungiert als eine Art Meta-Betriebssystem und bildet eine abstrahierende Softwareschicht zwischen der Hardware und den Gast-Betriebssystemen. Diese Architektur wird als Paravirtualisierung bezeichnet: Der Kernel des Xen-Betriebssystems muss angepasst werden, damit der Gast fortan mit der Hypervisor-Schicht und nicht direkt mit der Hardware kommuniziert.

  • Xen unterstützt derzeit die Gast-Betriebssysteme Linux, FreeBSD, NetBSD und Plan 9, eine Portierung auf Solaris soll bald abgeschlossen sein. Die Software läuft auf 32- und 64-Bit-Prozessoren der x86-Familie und soll in naher Zukunft auch für Power-PC und ARM verfügbar sein.

Der erste Start eines Gastes erstaunt sodann durch die Schnelligkeit des Systems, die sich zumindest subjektiv nicht von der des darunter liegenden Betriebssystems unterscheidet. Eine korrekte Konfiguration vorausgesetzt, ist das Gastsystem ohne weiteres Zutun bereits ins Netz eingebunden - über das virtuelle VIF Interface und die Bridge xen-br0.

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