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Software Infrastruktur

Entwicklerkonferenz PDC 2009

Windows-Client gerät ins Abseits

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von Wolfgang Miedl (ist freier Autor in Erding bei München)
Microsoft gab auf der PDC sein Cloud-Betriebssystem Windows Azure frei und setzt mit Silverlight 4 auch auf Windows-freie Endgeräte.
Scott Guthrie, .NET-Chef bei Microsoft, erklärt auf der PDC die Neuerungen in Silverlight 4.0.
Scott Guthrie, .NET-Chef bei Microsoft, erklärt auf der PDC die Neuerungen in Silverlight 4.0.
Scott Guthrie, .NET-Chef bei Microsoft, erklärt auf der PDC die Neuerungen in Silverlight 4.0.
Foto: Microsoft

Vor zwei Jahren hat Microsoft mit Silverlight 1.0 eine recht späte Antwort auf Adobe Flash in den Ring geworfen. Nach hastigen Schritten zur Versionsnummer 3.0 holt der Softwareriese nun zum eigentlichen Gegenschlag in Form einer Plattformrevolution aus: Das auf der Professional Developer Conference (PDC) vergangene Woche in Los Angeles angekündigte Silverlight 4.0 soll nicht mehr nur eine Flash-Alternative für Rich Internet Applications (RIA) sein, sondern gleich auch das Potenzial bieten, alte Windows-Client-Techniken wie Win32 oder Windows Presentation Foundation (WPF) zu ersetzen. .NET-Chef Scott Guthrie erläuterte in seiner Rede, wie Silverlight den Spagat vom reinen Browser-Plug-in für multimediale Web-Inhalte zur universellen Anwendungsplattform für Web- und Desktop-Anwendungen vollzieht.

Zu den neuen Funktionen zählen demnach zum Beispiel umfangreiche "Out-of-Browser"-Fähigkeiten, wie Guthrie in seiner Präsentation zeigte. So lassen sich nun beispielsweise Dateien vom Windows-Desktop in eine Silverlight-Anwendung des Browsers ziehen - bisher blieben solche Features den klassischen Desktop-Applikationen vorbehalten. Auch einige typische Defizite von Browser-Applikationen im Bereich der Hardwareunterstützung fallen nun weg. So verhilft das neue Print-API zu Funktionen wie Druckvorschau und direktem Druck, es werden Webcams, Mikrofone und Mausräder erkannt, außerdem gibt es Kontextmenüs per rechten Mausklick sowie eine direkte Anbindung der Zwischenablage.

Silverlight-Applikationen laufen nun bei Bedarf auch "standalone", also außerhalb des Browsers. Das stellt die .NET-Client-Technik WPF in Frage, wie einige Entwickler vor Ort anmerkten, da es dieser einerseits in der Funktionalität nahekommt, andererseits aber Vorteile wie installationsfreie Bereitstellung bietet. Zusätzlich laufen Windows-Anwendungen auf diese Weise auf "fremden" Betriebssystemen. Für Mac OS steht bereits eine Silverlight-Laufzeitumgebung zur Verfügung, während der von der Novell-Tochter Mono entwickelte Silverlight-Clone Moonlight in absehbarer Zeit auf Version 4 aufschließen dürfte. Zur PDC wurde die Betaversion zum Download freigegeben, im ersten Halbjahr 2010 ist die Fertigstellung geplant.

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