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Software Infrastruktur

Kombinierte Enwicklung

Sprinten mit dem V-Modell XT

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von Olaf Lewitz und Ursula Meseberg (MicroTool GmbH, Berlin)
Hier erfahren Sie, wie man ein agiles Vorgehen nach Scrum mit den Methoden des V-Modell XT kombiniert.
Wer in seinem Entwicklungsteam gerne mit Scrum sprintet, seinem Auftraggeber aber zum V-Modell verpflichtet ist, sucht eine Lösung zur Kombination. Hier ist sie.
Wer in seinem Entwicklungsteam gerne mit Scrum sprintet, seinem Auftraggeber aber zum V-Modell verpflichtet ist, sucht eine Lösung zur Kombination. Hier ist sie.
Wer in seinem Entwicklungsteam gerne mit Scrum sprintet, seinem Auftraggeber aber zum V-Modell verpflichtet ist, sucht eine Lösung zur Kombination. Hier ist sie.
Foto: Fotolia, clabert

Einfache Regeln, wenige Rollen, leicht und flexibel - das ist Scrum, der derzeit wohl populärste Vertreter der agilen Entwicklungsprozesse. Anpassbar, skalierbar und dazu eine klare Schnittstelle für die Zusammenarbeit von Auftraggebern und Auftragnehmern - das kennzeichnet das V-Modell XT, den Entwicklungsstandard für die Systeme der öffentlichen Verwaltung, der gern mit dem Zusatz "schwergewichtig" versehen wird. Was kann man tun, wenn man als Dienstleister einem Auftraggeber zum Einsatz des V-Modell XT verpflichtet ist, aber in den eigenen Teams Scrum etabliert hat?

Auf der einen Seite steht also das V-Modell XT mit seinen 33 Rollen, über 100 Produkttypen und zahlreichen Meilensteinen, den so genannten Entscheidungspunkten. Auf der anderen Seite steht Scrum mit drei Rollen, einer Handvoll von Produkten und einigen Meetings, zum Beispiel jeweils am Anfang und Ende der gleich langen beziehungsweise gleich kurzen Iterationen eines Projekts. Kann man diese beiden unterschiedlichen Prozesse miteinander verbinden? Wohlgemerkt: Die Frage zielt darauf ab, ob und wie man Scrum zur Projektsteuerung in V-Modell-XT-Projekten anwenden kann. Es geht nicht darum, als Auftragnehmer intern Scrum zu verwenden und nach außen - also zum Auftraggeber hin - ein V-Modell XT vorzugeben.

Es liegt auf der Hand: Will man Scrum mit dem V-Modell XT kombinieren, muss man Letzteres an die Leichtgewichtigkeit des agilen Vorgehens anpassen. Aber ist das überhaupt erlaubt, oder anders gefragt: Kann ein verändertes V-Modell XT von einem Auftragnehmer in Projekten der öffentlichen Verwaltung eingesetzt werden?

Angepasstes V-Modell ist erwünscht

Grundsätzlich lässt das V-Modell XT sowohl projekt- als auch organisationsspezifische Anpassungen zu. Scrum in das V-Modell XT zu integrieren fällt in die Kategorie der organisationsspezifischen Anpassungen, die einmalig vorgenommen werden und aus Sicht des V-Modells XT nicht nur zulässig, sondern durchaus erwünscht sind. Das V-Modell XT sieht dafür sogar einen eigenen Projekttypen vor.

Der Grund ist leicht nachvollziehbar: Ein öffentlicher Auftraggeber verfolgt mit dem Einsatz des V-Modells XT das Ziel, den Projekterfolg zu erhöhen und die Projektergebnisse zu verbessern. Dieses Ziel wird noch besser erreicht, wenn der Auftragnehmer einen auf ihn zugeschnittenen, in seinen Projektteams etablierten Prozess einsetzen darf. Für den Auftragnehmer bedeutet das gewohnte Vorgehen und der Einsatz darauf abgestimmter Werkzeuge und Methoden einen geringeren Rüstaufwand und damit auch eine kostengünstigere Projektabwicklung. Die Anpassung des V-Modells XT kann also für beide Parteien zu einer Win-win-Situation führen - vorausgesetzt, das angepasste Modell ist nach wie vor konform zum V-Modell XT.

Die Überprüfung einer solchen Konformität von organisationsspezifischen Modellen wird künftig die Aufgabe der V-Modell-Zertifizierungsstelle sein. Sie bietet das Zertifikat "V-Modell XT Konf" zurzeit noch nicht an. Die nachfolgend beschriebene Lösung zur Integration von Scrum in das V-Modell XT orientiert sich deshalb an den bisher veröffentlichten Konformitätskriterien. So basiert sie unter anderem auf dem unveränderten Metamodell des V-Modells XT.

Die AG/AN-Schnittstelle

Das V-Modell XT unterscheidet mehrere Projekttypen. Die nachfolgend beschriebene Lösung ist auf den Projekttypen Systementwicklung (AN) zugeschnitten. Es handelt sich dabei um ein Projekt eines Auftragnehmers (AN). Das V-Modell XT geht davon aus, dass ein Auftragnehmerprojekt immer von einem parallel dazu ablaufenden Projekt des Auftraggebers (AG) - in V-Modell-Terminologie Systementwicklung (AG) - begleitet wird. Die klar definierte AG/AN-Schnittstelle, die das Zusammenwirken der beiden Partnerprojekte regelt, ist eine Stärke des V-Modells XT. Eine wichtige Vorgabe für den Integrationsansatz ist deshalb, dass diese Schnittstelle durch den Scrum-Einsatz beim Auftragnehmer nicht beeinträchtigt werden darf.

Wenn man das V-Modell XT und Scrum zusammenführen will, muss man zunächst die grundsätzlichen Unterschiede erkennen. Von zentraler Beutung für die Integration ist die unterschiedliche Art der Projektsteuerung im V-Modell XT und in Scrum.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie Projekte mit dem V-Modell XT gesteuert werden.

(1 Beitrag), 
Kommentieren
Ingo Zank
Das V-Modell XT ist derzeit eines der wenigen ergebnisorientierten Vorgehensmodelle für IT-Projekte, das auch moderne Entwicklungsmethoden, wie Scrum oder Prototyping usw., unterstützt. Trotzdem stoße ich in meinen Seminaren zum V-Modell XT (siehe http://www.ikmt.de/forum/printthread.php?tid=260 ) leider immer wieder auf das Vorurteil, dass das V-Modell überladen und unflexibel sei. Nach meiner Erfahrung liegt dies jedoch weniger am V-Modell XT als an der immer noch verbreiteten Unkenntnis der darin enthaltenen Möglichkeiten: Bei richtiger Anwendung erzeugt das V-Modell XT nämlich nur sehr geringen (projektadäquaten) Management-Overhead. Es macht aber für alle Beteiligten transparent, wieviel Arbeit für ein professionelles IT-Projektmanagement eigentlich erforderlich wäre, und wie wenig davon die Projektleitung tatsächlich geleistet hat. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Meiner Meinung nach sollte das V-Modell XT jedenfalls wesentlich mehr Beachtung finden, als die derzeit immer noch so beliebten prozessorientierten Vorgehensmodelle der Vergangenheit. Letztere können aktuelle Entwicklungen a la Scrum nämlich nur sehr eingeschränkt unterstützen. Darum: Vielen Dank für diesen hervorragenden Artikel !!! zum Beitrag


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