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Software Infrastruktur

Das beste aus zwei Welten

Wege zum integrierten SAP- und Microsoft-Portal

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von Oliver Wucher (Esprit Consulting AG in München.)

Optionen für das Zusammenspiel

Integrationsszenarien mit SAP-Portal als Master (oben) und MOSS als Master.
Integrationsszenarien mit SAP-Portal als Master (oben) und MOSS als Master.
Integrationsszenarien mit SAP-Portal als Master (oben) und MOSS als Master.

Wer diese grundsätzlichen Aspekte der Portalintegration geklärt hat, kann mit der Evaluierung der vier möglichen Szenarien beginnen:

  1. Keine Integration: Wenn MOSS und das Netweaver Portal völlig unabhängig voneinander betrieben werden, schafft man es nicht, einen übergreifenden Informationskontext herzustellen. Die oben beschriebenen Integrationsaspekte werden dabei nicht erfüllt.

  2. Single-Master SAP: Hier wird MOSS wie eine zu integrierende Applikation behandelt und in das Netweaver Portal eingebunden. Dies hat den Vorteil, dass alle Funktionen durch das Netweaver Portal kontrolliert werden. Der Nachteil dieser Variante ist, dass die MOSS-Funktionalität erheblich eingeschränkt wird. Darüber hinaus können im MOSS Probleme mit der Darstellung der Navigation auftreten, indem zum Beispiel zusätzlich zur SAP-Navigation im Content-Bereich auch eine MOSS-Navigation auftaucht. Dies führt zur Verwirrung der Anwender.

  3. Single-Master MOSS: In dieser Kombination ist MOSS das zentrale Portal und integriert die benötigten Netweaver-Portalfunktionen in seiner Oberfläche. Dazu stehen im MOSS zum Beispiel die SAP-Webparts oder der Business Data Catalog (BDC) zur Verfügung, mit dem auf externe Datenquellen zugegriffen werden kann. Nachteil dieser Variante ist, dass das Netweaver Portal seine Stärken bezüglich der Applikationsintegration nicht im vollen Maß ausspielen kann. Dies bedeutet entweder einen erhöhten Integrationsaufwand von SAP-Applikationen oder eine eingeschränkte Funktionalität.

  4. Multi-Master - die Lösung: Aufgrund der Nachteile der ersten drei Optionen hat sich in der Praxis das Multi-Master-Szenario bewährt. Damit können Unternehmen sowohl Anwendungen wie auch zentrale Services nutzen, und beide Portale erhalten ein ähnliches Look and Feel. Im Idealfall merken die Benutzer nicht einmal, in welchem Portal sie sich gerade befinden. Mit diesem Ansatz lassen sich alle Funktionen beider Portallösungen verwenden. Somit bekommt der Nutzer das Beste aus beiden Welten: Collaboration, Integration von Business-Anwendungen und Prozessunterstützung. Die verschiedenen Produkte können ihre jeweiligen Stärken voll ausspielen.

Navigations- und Applikationsintegration der Multi-Master-Lösung.
Navigations- und Applikationsintegration der Multi-Master-Lösung.
Navigations- und Applikationsintegration der Multi-Master-Lösung.

Konkret könnte das Multi-Master-Szenario so aussehen: Das Netweaver Portal agiert als zentrale Instanz und stellt Services zur Verfügung, die sich nicht nur auf MOSS beschränken. So wird die Navigation vom Netweaver Portal über den Web-Service SAP Navigation Provider bereitgestellt. Dieser Web-Service wird vom MOSS aufgerufen, so dass er im Ergebnis die jeweils gültige Navigation erhält. Somit wird im MOSS stets die gleiche Navigation wie im Netweaver Portal angezeigt. Entscheidend für das Multi-Master-Szenario ist auch, dass beide Portale unabhängig voneinander aufgerufen werden können.

Fazit

Der Microsoft Office Sharepoint Server und das SAP Netweaver Portal sind zwei Portalprodukte, die in vielen Firmen bereits parallel für unterschiedliche Einsatzszenarien vorhanden sind. Oft fehlt allerdings die Verknüpfung der beiden Portale zu einer integrierten Arbeitsumgebung für die Anwender. Um die Funktionen beider Produkte in vollem Umfang nutzen zu können, empfiehlt sich ein Multi-Master-Szenario. Dies beinhaltet eine enge Integration der beiden Portalfunktionen und hilft so Mitarbeitern, in einem übergreifenden Kontext aus strukturierten und unstrukturierten Informationen zu arbeiten. (ue)

(3 Beiträge), 
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Dirk Müller
Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass es auch Portallösungen gibt, die die im Artikel erwähnten Funktionalitäten beider Lösungen umfassen. Beispielsweise verfügt die Portalsoftware Intrexx Xtreme von United Planet u.a. sowohl über umfangreiche Dokumenten- und Content-Management-Funktionen als auch über Collaboration Tools wie Wikis, Blogs und Foren. Die Integration von Business Anwendungen sowie die Automatisierung und Steuerung von Geschäftsprozessen ist mit Intrexx ebenfalls unkompliziert möglich. Verschiedene Business Adapter für Intrexx Xtreme gestatten darüber hinaus den lesenden und schreibenden Zugriff auf Daten aus SAP genauso wie die Integration und Bearbeitung von MS-Office Dokumenten im Unternehmensportal. Aus diesem Grund stellt sich mir die Frage, weshalb ein Unternehmen Geld für zwei unterschiedliche Portallösungen ausgeben sollte (die darüber hinaus erst einmal kompliziert miteinander verknüpft werden müssen), anstatt sich von Anfang an eine Portallösung anzuschaffen, die über umfangreiche Funktionalitäten in den erwähnten Bereichen verfügt und mit der sowohl Daten aus SAP als auch Office-Dokumente in das Unternehmensportal eingebunden werden können. Mit freundlichen Grüßen Dirk Müller, United Planet GmbH zum Beitrag

Andre Fischer
Ein ausführliches gemeinsames Whitepaper von SAP und Microsoft zum Thema Portalintegration finden sie auf dem SAP Developer Network (SDN) mit dem Titel "Interoperability between SAP NetWeaver Portal and Microsoft SharePoint Technologies" Mit freundlichen Grüssen André Fischer, SAP AG zum Beitrag

Bohlmann
Die Aussagen und den Artikel von Herrn Wucher können wir absolut unterstützen, auch bei unseren Kunden wird immer mehr auf diese Dual-Vendor-Strategy SAP-Microsoft im Portalumfeld gesetzt. Die Stärken der beiden Lösungen liegen auf der Hand und die Kunden wünschen sich eine echte Integration auf UI-Ebene, so wie im Artikel angesprochen. Wer den Aufwand scheut, diese Integrationsarbeit auf Projektbasis durchzuführen, dem ist ggf. mit unserem neuen Produkt "btexx MOSS Integrator for SAP NetWeaver Portal" geholfen, das ab Jan. 2009 verfügbar sein wird und aktuell im Pilotbetrieb bereits verfügbar ist. Mit freundlichen Grüßen Stefan Bohlmann btexx business technologies - The Portal Experts zum Beitrag


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