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Novell lobt Kooperation mit Microsoft

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Der Deal mit Microsoft hat sich ausgezahlt, erklärt Novell-CEO Ron Hovespian.

Knapp eineinhalb Jahre nach dem vor allem in der Open-Source-Szene heftig kritisierten Partnerschaftsabkommen mit dem Erzrivalen Microsoft zieht Novell eine positive Bilanz. Der im November 2006 geschlossene Deal habe funktioniert, weil die meisten Unternehmen sowohl Novell- als auch Microsoft-Programme nutzten, sagte Hovespian auf der Anwenderkonferenz Brainshare in Salt Lake City. Novell sei weiter an guten Arbeitsbeziehungen zu Microsoft interessiert, um die Interoperabilität der verschiedenen Softwarestacks auf Basis von Windows- und Linux-Plattformen zu sichern.

"Als wir die Initiative starteten, wussten wir, dass eine Brücke zwischen unseren Produkten entstehen würde", so der Manager. Seitdem hätten die Partner eine ganze Reihe gemeinsamer Projekte auf den Weg gebracht, darunter beispielsweise das Projekt Moonlight für Rich Internet Applications (RIA). Sowohl für die Anwender als auch in technischer Hinsicht hätten sich die Vorhaben erfreulich entwickelt. Auch finanziell habe sich das Abkommen mit Microsoft ausgezahlt. Zwar sei es schwierig zu beurteilen, welcher Anbieter bei den Kunden unterm Strich mehr punkten konnte. Doch allein im vergangenen Jahr habe der Deal Novell zusätzliche Einnahmen in Höhe von rund 122 Millionen Dollar beschert.

Trotz der positiven Einschätzung des CEOs gibt es auch kritische Stimmen im Hause Novell. Vice President Miguel de Icaza etwa kritisierte erst kürzlich die Vereinbarungen zur Kreuzlizenzierung mit Microsoft. Novell habe sein bestes getan, um die Interessen der Open-Source-Community zu wahren. Doch hätte er die Verantwortung gehabt, wäre der Deal nicht zustande kommen. Roger Levy, Chef der Novell-Sparte Open Platform Solutions, räumte Schwierigkeiten ein: "Als wir die Zusammenarbeit mit Microsoft begannen wurde klar, dass es philosophische Differenzen geben würde." Dennoch sei die Kooperation notwendig, da es viele Kunden gebe, die Produkte aus beiden Welten einsetzten. Levy: "Windows und Linux werden in jedes Rechenzentrum Einzug halten. Weil sich sonst niemand um das Zusammenspiel der Plattformen kümmerte, mussten wir es tun."

Das 2006 geschlossene Abkommen beschreibt eine breit angelegte Technik-, Lizenzierungs- und Marketing-Allianz. In diesem Rahmen zahlt Novell, Anbieter von "Suse Linux", Microsoft mindestens bis zum Jahr 2012 einen festen Prozentsatz all seiner Open-Source-Einnahmen als Kommission. Im Gegenzug wurde Microsoft Wiederverkäufer von Suse Linux und versprach, keine Klagen gegen Novells Linux-Kundschaft anzustrengen.

Beide Unternehmen wollen zudem gemeinsam Software entwickeln, die das Zusammenspiel von Linux und Windows im Unternehmen vereinfachen soll. Die vielleicht größte Überraschung der Ankündigung war Microsofts Versprechen, es werde in jedem Jahr der Vertragslaufzeit 70.000 Coupons von Novell kaufen, von denen jeder für ein volles Jahr Suse-Support von Novell gut ist. Microsoft will diese Gutscheine nur an gemeinsame Kunden vergeben, die daran interessiert sind, ein virtualisiertes Windows auf Suse Linux Enterprise Server (SLES) oder einen virtualisierten SLES auf Windows zu betreiben. (wh)

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