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Office & Collaboration

Mashups: EAI mit Web 2.0

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von Frank Schönefeld (CIO der T-Systems Multimedia Solutions)

Alternative Clients - Gadgets

Neben der Möglichkeit, die Ergebnisse einer Integration im Browser darzustellen, werden zunehmend auch Browser-unabhängige Möglichkeiten unterstützt. Dabei ist allerdings ein relativ großer Wildwuchs entstanden. Bei Gadgets beispielsweise handelt es sich um eine spezielle Variante von Mashups, die auch außerhalb des Browsers laufen und Web-Services auf eigene Art und Weise darstellen. Sämtliche dieser Gadgets setzen auf Web-Services oder anderen APIs - wie etwa Feeds auf und benötigen eine eigene Darstellungs-Engine. Das Problem: Unterschiedliche Gadgets erfordern auch die Einbindung unterschiedlicher Engines. Ein standarisiertes Verfahren zwischen den einzelnen Anbietern von Engines existiert bis dato nicht. Rund 15 Engines tummeln sich neben den bekanntesten von Google, Yahoo und Microsoft momentan im Web. Deshalb gilt es, anhand der verfügbaren Gadgets zu evaluieren, welche tatsächlich im Unternehmen implementiert werden sollen.

Einsatz in Unternehmen

Vorbilder für die Unternehmens-IT sind hier die großen Internet-Dienste, die ihre Daten, Applikationen und zum Teil sogar ihre Infrastruktur "mashbar" gestalten. Dazu zählen etwa Amazon mit elf APIs von Suche über Statistik bis hin zu Affiliate Commerce oder Storage sowie Google mit 20 APIs, Microsoft mit sieben Schnittstellen oder Yahoo mit 23 Interfaces. Generell existiert kaum mehr ein IT-Umfeld, dessen Dienstleistungen nicht bereits als Mashup angeboten werden. Das bedeutet, dass neben Software as a Service via Web orthogonal die Themen Kombinierbarkeit anstehen und damit potenzieren sich die Möglichkeiten des Einsatzes.

Entwickler nutzen vor allem die Schnittstellen der großen Web-Companies, um ihre Anwendungen um externe Funktionen zu bereichern.
Entwickler nutzen vor allem die Schnittstellen der großen Web-Companies, um ihre Anwendungen um externe Funktionen zu bereichern.
Entwickler nutzen vor allem die Schnittstellen der großen Web-Companies, um ihre Anwendungen um externe Funktionen zu bereichern.

Natürlich stellt sich die Frage, welche Anwendungen sich für Mashups eignen. Grundsätzlich lohnt sich eine solche Integration immer dann, wenn sie keine logischen Abhängigkeiten, insbesondere Transaktionsabhängigkeiten, besitzen. Als idealer Anwendungsfall haben sich Situationen erwiesen, in denen ein Dienst als Overlay eines anderen verwendet werden soll. Das ist beispielsweise der Fall, wenn zwei grafische Präsentationen zueinander positioniert werden. Als typisches Exempel gilt Amazon-Light, das APIs von vier großen Playern der Branche verwendet: Google, Ebay, Amazon und Yahoo. Defizite bei Transaktionen Kennzeichnend für alle Mashups ist allerdings stets, dass die Funktionalitäten nicht transaktionsbasiert miteinander verbunden sind, sondern sich logisch ergänzen. Schwierigkeiten treten immer dann auf, wenn Mashups versuchen sollen, komplizierte Prozesse zwischen den Diensten darzustellen. Eine Reisebuchung etwa, in der die Hotelreservierung nicht funktioniert, veranlasst den Anwender in der Regel dazu, auch die Flugbuchung rückgängig zu machen. Hier ist man letztlich doch auf eine Orchestrierung der Dienste angewiesen, eine Fähigkeit, die den meisten Mashups derzeit noch nicht gegeben ist.

Unternehmen werden sich den Mashups auf zwei Wegen nähern: durch die Verwendung der offenen APIs (und das Integrieren externer Dienste in eigene Angebote) sowie durch das teilweise Offenlegen eigener E-Commerce- oder E-Communication-Schnittstellen. Häufig sind Interfaces im Unternehmen nämlich bereits Mashup-fähig, jedoch nicht offengelegt. Die Grundlage für ein erfolgreiches Integrationsmodell bildet ein seriöses Ausgangsangebot an Daten, Applikationen und Services. Vor allem im Umfeld des Customer-Relationship-Managements (CRM) lassen sich so Kundenkontakte Mashup-fähig gestalten und in Verbindung mit geografischen Daten und Projekterfolgsrechnungen der letzten Jahre erfolgreich nutzen. Eine Strategie, die auch die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ARD und ZDF wenngleich in anderer Form und nicht auf klassischer Mashup-Basis vorbildlich praktizieren: Beide Stationen nutzen mittlerweile Google Earth als Quelle für die Übertragung zahlreicher Geoinformationen. (ws)

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