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Office & Collaboration

Microsofts Sharepoint Server 2007 bedrängt ECM- und BI-Anbieter

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von Wolfgang Sommergut (Computerwoche-Redakteur)

Verbesserte Suche

Der MOSS 2007 erhält eine neue Suchmaschine, die auf dem gleichen Code beruht wie jene, die Microsoft in einer Reihe anderer Produkte einsetzt, etwa in Exchange 2007 oder für Desktop-Search in Vista. Dadurch lassen sich Filter für das Indexieren von bestimmten Dateiformaten ("iFilter") in der gesamten Microsoft-Umgebung verwenden. Ähnliches gilt für Adapter, die nötig sind, um zusätzliche Datenquellen anzuzapfen. Die Redmonder liefern mit dem MOSS 2007 (in der Enterprise-Version) ein Tool namens "Business Data Catalog" aus, das Informationen aus externen Datenbanken oder via Web-Services aus kaufmännischer Standardsoftware extrahieren kann. Der Crawler nutzt diese Brücke in Backend-Systeme, um dort gespeicherte Daten zu erfassen, so dass diese aus dem Sharepoint-Server durchsucht werden können.

Microsoft greift mit dem MOSS 2007 in den Kampf um den Markt für Enterprise-Suche ein. Dort versuchen sich neben kleineren Spezialisten wie Autonomy oder Fast vor allem Google und IBM zu etablieren (siehe: "IBM bringt kostenlose Suchmaschine"). Um mit den Einstiegsangeboten der beiden Rivalen mithalten zu können, gliedert Microsoft eine spezialisierte Version des Sharepoint-Servers unter der Bezeichnung "MOSS for Search" aus. Sie muss allerdings ohne den Business Data Catalog auskommen und kann daher keine Datenbanken durchsuchen.

Zick-Zack-Kurs

Mit Software für Portale, Dokumenten- und Content-Management sowie Collaboration bewies Microsoft über Jahre kein glückliches Händchen. Ausgehend vom "Site Server", der Ende der 90er Jahre zahlreiche Funktionen wie Suche, Personalisierung, Site-Analyse oder Content-Management auf sich vereinte, entwickelte sich ein Durcheinander von Produktlinien, Akquisitionen und Neupositionierungen (siehe dazu die Grafik von Joining Dots). Zur Freude der Konkurrenz blieben einige Vorhaben auf der Strecke, darunter das "Digital Dashboard", der "Webstore" oder das "Jupiter"-Projekt, in dem der Content-Management-Server mit dem Biztalk- und Commerce-Server hätte verschmolzen werden sollen.

Ein Anliegen von Jupiter war es, redundante Funktionen in seinem Portfolio zu konsolidieren. Microsoft löste dieses Problem nunmehr dadurch, dass es eine Reihe von Bausteinen aus den Applikationen ausgliederte und in die Infrastruktur überführte. So ist die Workflow-Engine nicht mehr Teil eines einzelnen Produkts, sondern wurde als "Workflow Foundation" (WF) in das Betriebssystem integriert. Andere Technologien, die man sonst von Web-Content-Management-Systemen oder Portalen erwartet, wanderten nach ASP.NET 2.0 ab. Dazu zählen etwa Schablonen für Web-Seiten (Templates, im Microsoft-Jargon "Master Pages") oder Webparts, die Entsprechung zu Portlets in der Java-Welt.

Sharepoint wurde in seiner kurzen Geschichte schon einige Male neu ausgerichtet. Die unter dem Codenamen "Tahoe" entwickelte Version 1.0 war primär als Dokumenten-Management-System (DMS) für Word-, Excel- und Powerpoint-Dateien gedacht. Kurze Zeit später entsprangen aber aus dem Office-Umfeld zur Verwirrung vieler Anwender die "Sharepoint Team Services". Sie waren als kostenloses Add-on für das Büropaket erhältlich und dienten der Web-basierenden Teamarbeit. Die zweite Ausgabe des Sharepoint-Servers (Version 2003) legte ihren Schwerpunkt auf die Portalfunktionen. Als DMS mangelte es ihm an vielen Fähigkeiten (robustes Check-in/Check-out, fein abgestufte Versionierung, zentrales Content-Repository, Integration mit Business-Software etc.).

Die Fokussierung auf Portalfunktionen erwies sich angesichts diverser Bilanzskandale amerikanischer Unternehmen als ungünstig. Aufgrund strengerer Verordnungen für digitale Informationen stieg besonders in den USA das Interesse an Software für das Enterprise-Content-Management (ECM), die helfen sollte, die gesetzlichen Vorschriften etwa bei der Aufbewahrung von elektronischen Dokumenten einzuhalten ("Compliance"). Der SPS 2003 konnte in dieser Hinsicht wenig bieten, im Gegenteil, er bedarf selbst zusätzlicher Software zur Archivierung von Dokumenten, die dort abgelegt wurden.

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