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Windows Vista: Die Revolution findet nicht statt

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Der Nachfolger von Windows XP bleibt die großen Innovationen schuldig und möchte die Nutzer dafür mit einer langen Liste von weniger spektakulären Neuerungen entschädigen.

Als Microsoft unter dem Codenamen "Longhorn" erste Ausblicke auf den Nachfolger von Windows XP gab, standen auffällige Neuerungen im Vordergrund. Dazu zählten das revolutionäre Dateisystem WinFS, das die von Bill Gates persönlich beklagten Defizite beim Informations-Management auf Desktop-PCs beheben sollte. Angesichts des Web-Service-Hypes erhielt auch die "Windows Communication Foundation" ("Indigo") große Aufmerksamkeit, Ähnliches galt für das neue Grafiksubsystem unter dem Codenamen "Avalon" sowie die darauf aufbauende neue Benutzeroberfläche. Die Next-Generation Secure Computing Base ("Palladium"), ein System für das Digital Rights Management, wurde vor allem durch die kontroversen Debatten bekannt, die es auslöste.

Keine radikalen Veränderungen

Es sieht allerdings so aus, als seien 25 Jahre nach Einführung des Personal Computer die Zeiten für die radikale Erneuerung von Desktop-Betriebssystemen vorüber. Vergleichbare Umbrüche wie seinerzeit die Umstellung auf grafische Benutzeroberflächen, die Unterstützung von Multitasking oder die Erweiterung um Netzfunktionen sind nicht in Sicht. Selbst der sich abzeichnende Wechsel von 32- auf 64-Bit-Systeme erregt im Vergleich zu Windows 95, das die 32-Bit-Ära einläutete, nur wenig Aufsehen.

Teil 1 einer sechsteiligen Vista-Serie
Teil 1 einer sechsteiligen Vista-Serie
Teil 1 einer sechsteiligen Vista-Serie

In vielen Bereichen führt Vista daher nur fort, was Vorgängersysteme begannen: Windows 2000 mit einer umfassenden Infrastruktur für das System-Management, XP und das dazu gehörende Service Pack 2 mit Sicherheitsfunktionen oder der Server 2003 unter anderem mit Tools zur Dateiverwaltung ("Shadow Copy"). Selbst weitgehende Neuerungen wie die Einführung eines neuen Programmiermodells oder die PC-Virtualisierung sind keine Vista-spezifischen Errungenschaften. Microsoft vollzieht mit der Ernennung von .NET zur offiziellen Entwicklungsplattform die Integration einer Technik, deren erste Version 2001 auf den Markt kam und die bis dato nicht Bestandteil von Windows war. Das Bundling des zugekauften Virtual PC mit der Enterprise-Ausführung von Vista legt die Messlatte für Desktop-Systeme zwar höher, repräsentiert per se aber keinen technischen Fortschritt.

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