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Office & Collaboration

Collaboration-Programme im Test

Es muss nicht immer Exchange sein

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von Andrej Radonic (freier Autor und Vorstand der interSales AG in Köln.)

Zarafa

E-Mails mit Zarafa Web Access.
E-Mails mit Zarafa Web Access.
E-Mails mit Zarafa Web Access.

"Zarafa" aus der gleichnamigen niederländischen Softwareschmiede schlägt technisch etwas andere Wege ein, um eine überzeugende Exchange- und Outlook-Alternative auf die Beine zu stellen: Die Outlook-Anbindung der noch recht jungen Open-Source-Lösung an einen Linux-Mail-Server eigener Wahl erfolgt hier über eine Server-seitig implementierte MAPI-Schnittstelle, die den Outlook-Clients eine völlig transparente Anbindung mit Datenaustausch in Echtzeit ermöglicht und nur eine sehr schlanke Client-Komponente erfordert, die je Arbeitsplatz zusätzlich zu installieren ist. Der Hersteller spricht von einer 100-prozentigen MAPI-Implementierung. Sie funktioniert mit Outlook von Version 2000 bis 2010 und unterstützt Offline-Zugriff und eine auf "Exchanges ICS" (Incremental Change Synchronisation) basierende Synchronisation. Darüber lassen sich dann neben Mails wie gewohnt auch Gruppentermine, Aufgaben und Notizen verwalten sowie Gruppenordner verwenden. Natürlich können auch andere Mail-Clients benutzt werden, die dann mittels POP3 oder Imap den Mail-Verkehr bewerkstelligen. Leider funktioniert der an Exchange angepasste Linux-Client "Evolution" mit dieser Art Schnittstelle nicht.

Mobile Anwender oder solche ohne das originale Outlook können die Browser-basierende Web-Access-Oberfläche nutzen, die mit Hilfe von Ajax-Komponenten das Look and Feel des Vorbilds detailgetreu nachbildet und ein flüssiges Arbeiten in einer gewohnten Umgebung ermöglicht. Mobile Endgeräte wie Smartphones können Daten mit dem Zarafa-Server unter Verwendung des ActiveSync-Protokolls abgleichen. Damit ist das System für eine große Zahl von Geräten erreichbar.

Konfiguration der E-Mail-Einstellungen in Zarafa.
Konfiguration der E-Mail-Einstellungen in Zarafa.
Konfiguration der E-Mail-Einstellungen in Zarafa.

Hierbei kommt die in PHP implementierte Open-Source-Schnittstellensoftware "Zpush" zum Einsatz. Sie gaukelt dem Endgerät einen Exchange-Server vor, die Einrichtung eines Clients auf dem Handy ist nicht notwendig. Das Gerät kann dann alle Termine und Kontakte mit Zarafa synchronisieren. Der Push-Service sendet eingehende Mails sofort an das Mobile weiter. Auch Termine und Aufgaben werden sofort auf das ActiveSync-fähige Gerät synchronisiert. Blackberries finden Zugang zu Mails, Terminen und Aufgaben über den in der kommerziellen Version verfügbaren Blackberry-Server. Ebenso werden seit der Version 6.4 Android-Smartphones nativ unterstützt. Erwähnenswert ist zudem die verfügbare, elegant integrierte Archivierungslösung.

Zarafa ist konsequent als Open-Source-Lösung aufgesetzt und stützt sich auf Standardkomponenten wie MySQL, Apache, PHP und OpenLDAP. Die problemlose Installation läuft weitgehend vollautomatisch ab. Das System ist nach der Konfiguration des Datenbank-Passwortes sofort einsatzbereit. Der erste Schritt besteht dann üblicherweise im Anlegen von Benutzern und ihren Mailboxen. Dies erledigt die Administratorin von der Kommandozeile oder seit Version 7 von der umfassenden Z-Admin Web-GUI aus. Die Systemstruktur orientiert sich durchgängig an Linux-Standards. Sie ist demgemäß einfach zu überblicken, allerdings erfordert die Administration in jedem Fall gute Linux-Kenntnisse.

Suchfunktionen in Zarafa.
Suchfunktionen in Zarafa.
Suchfunktionen in Zarafa.

Das Preis-Modell sieht eine reine Subscription auf Jahres-Basis vor. Ein 5-User-Paket beginnt bei 80,- € für das erste Jahr, das 20-User-Paket der Professional Edition liegt bei 560,- €. Die Community-Edition umfasst eine Lizenz für drei Outlook-User gratis mit diversen funktionalen Einschränkungen.

Damit ist Zarafa eine interessante Alternative zu Outlook und Exchange, die sich in Deutschland zunehmender Popularität erfreut und über eine sehr aktive Community verfügt.

Zarafa - Pro und Contra

+ Nahtlose Outlook-Integration,

+ großer Funktionsumfang,

+ gelungene Web-Oberfläche,

+ native Unterstützung für viele mobile Geräte,

+ günstiger Preis.

(11 Beiträge), 
Kommentieren
pro-ite
@ Claudia und @ asolis Hallo ihr beiden. Schade, dass ihr schlechte Erfahrungen gemacht habt. Open-Xchange würde nicht vollmundig werben mit millionenfachem bewährtem Einsatz, wenn es nicht so wäre. Linux Clients, Outlook- und Mac Anbindung, iphone und Blackberry Sync: funktioniert, wenn Mensch sich Zeit nimmt, die Gebrauchsanleitung zu lesen und Foren zu nutzen. Mail Spam- und Virenschutz funktioniert bestens, sogar mit indiv. Filter für jeden User, wenn Mensch sich die Zeit nimmt, sorgfälltig zu installieren. Das kostet Zeit und gibt's lizenzkostenfrei als Open-Xource. (das mal so als kleiner Hinweis an *asolis*) *Klickibunti* Windowsadministration ist Open-Xchange Server Edition nicht, zugegeben. Aber Out-of-the-Box Open-Xchange gibt's alternativ oder SaaS Unser Fazit: selbst etwas teurere Fertiglösung ist nach zwei Jahren Laufzeit günstiger als die MS-Variante. Passende Partner gibts auf der Herstellerseite von Open-Xchange, getreu dem Motto "wir holen den Kunden dort ab, wo er steht" gibt's für Bastler auf eigener Hardware bis anmelden und loslegen wirklich jede Variante. Gruss, pro-ite zum Beitrag

Claudia64atINTREXX
Lieber Stefan63atIBM, dein Kommentar hat mir am besten gefallen, denn er zeigt auch wunderbar unser eigenes Dilemma. Bei jedem Bericht über Sharepoint gibt es irgendwie keine Alternativlösungen, und das, obwohl es gute Gründe für ein Leben außerhalb von MS gibt. Was meint der erste Kommentator: politisch motiviert. Hübsch gesagt. Beste Grüße von der Intrexx Marketingverantwortlichen zum Beitrag

asolis
Da habe ich mich wirklich ehrlich gefreut: in wenigen Minuten günstig zu einer echten MS Exchange Alternative!!! Vollmundig hat der Autor die Wichtigkeit von SPAM- und Virenschutz in seiner Einleitung herausgestellt ... leider dann bei der Betrachtung der Produkte genau diese komplett übersehen. So könnte ich jetzt mehrere Abende verbringen, um eine der Alternativen zu installieren und dann bei 90% festzustellen (Erfahrungswert!!!), dass leider der Virenschutz oder der SPAM-Filter mehr kostet als meine funktionierende Exchange-Lösung (mindestens zahlreiche weitere Abende ... vermutlich ohne befriedigendes Resultat - harte Euren mal ganz außen vor.) ... und am Ende habe ich dann an meinem nagelneuen iPhone keine Mails, weil eben das genau nicht geht. Oder, wie der Autor bei fast allen Produkten herausstellt, eben genau den gleichen Resourcen- und Administrationsbedarf... Das Thema war, ist und bleibt komplex und es ist unseriös, hier zu suggerieren, dass es eine einfache "Out-Of-The-Box" Lösung gibt, die auch nur ansatzweise von einem Laien installiert und administriert werden könnte! Niemand muss MS Exchange und die zugehörigen "AddOns" (wie professionellen Viren- und SPAM-Schutz bspw. via ForeFront Protection) gut finden oder implementieren. Jedoch wäre es wünschenswert, wenn sich jemand schon mit dem Thema "Exchange-Vergleich" beschäftigt, hier auch alle elementaren Features zu vergleichen (MS Exchange fehlt im Artikel interessanterweise komplett) und am Ende einen objektiven Ratschlag für ein LAUFFÄHIGES SYSTEM mit ALLEN Aufwänden anzugeben. So bleibt es ein oberflächlich recherchierter, wohl politisch motivierter Artikel, der zumindest mich als interessierten Leser eher abschreckt und in seiner Entscheidung für 100% Microsoft bestätigt. Schade eigentlich, da ich in anderen Bereichen Open Source sehr schätze!!! zum Beitrag

gap222
Open-Xchange Appliance Edition basiert leider auf einer mittlerweile recht angestaubten Version von Univention Corporate Server und hat darin ein paar Dinge verändert. Univention hat die Administrationsoberfläche mit der Anfang des Jahres freigegebenen Version 2.3 (aktuell ist 2.4) deutlich überarbeitet, sie ist nun sehr viel aufgeräumter und einfacher bedienbar. Screenshots: http://www.univention.de/produkte/ucs/screenshots/ Um das mit Open-Xchange zu verwenden gibt es Open-Xchange Server Edition for UCS sowie Open-Xchange Advanced Server Edition. Diese beiden Versionen setzen direkt auf UCS auf und nutzen somit auch die überarbeitete Oberfläche. Siehe z.B.: http://www.open-xchange.com/de/open-xchange-advanced-server-edition-de Schade, dass das keine Erwähnung findet. Viele Grüße GAP222 zum Beitrag

pro-ite
Zwei Negativbewertungen, die vermutlich aus Vorgängerversion(en) übernommen wurden, da Open-Xchange zwischenzeitlich deutlich anwenderfreundlicher wurde. "Admin-GUI unübersichtlich und wenig nutzerfreundlich." heisst es. Für die Open-Xchange ServerEdition gab es bis vor kurzem keine grafische Administrationsoberfläche. Weil Konsolenbefehle nicht jedermanns Sache sind, gibt's von pro-ite eine kostenfreie Open-Source AdminGUI für OX-SE unter http://oxadm.de Und die UCS Administration für OX Appliance Edition von Univention aus 2009 war tatsächlich unübersichtlich. Aber der Autor kann die neueste Version testen, die ist deutlich besser. "Fehlerträchtige komplizierte Installation" Hm, Ansichtssache. z.B. Open-Xchange Server Edition (OX-SE). Wenn alle Parameter vollständig und sorgfältig eingetragen sind, Mailserver richtig konfiguriert ist, absolut unkompliziert ;) Die vielen optionalen Schnittstellen muss Mensch anfangs nicht gleich aureizen, aber schön, dass Open-Xchange welche bietet! Wer auf Konfiguration keine Lust hat, kann die SaaS Lösung nutzen: bestellen, anmelden, loslegen. Als Lizenz oder kostenfreie Demo. Oder fertig konfiguriert auf HW. Bei soviel Möglichkeiten im Angebot sollte für jeden was dabei sein, um mit Open-Xchange glücklich zu werden. Vermutlich war ein ausgiebiges testen aller Groupware Anbieter garnicht möglich..? ;) zum Beitrag


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