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Office & Collaboration

Collaboration-Programme im Test

Es muss nicht immer Exchange sein

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von Andrej Radonic (freier Autor und Vorstand der interSales AG in Köln.)
Ein Vergleich von fünf Collaboration-Alternativen zu Microsofts Exchange und Outlook.
Exchange-Alternativen im Test.
Exchange-Alternativen im Test.
Exchange-Alternativen im Test.
Foto: Fotolia, tomtitom

Trotz der Marktführerschaft Microsofts in Sachen E-Mail-Infrastruktur sind echte Alternativen zu Exchange und Outlook gefragter denn je, denn auch die neuesten Versionen konnten Exchange einige notorische Nachteile nicht abgewöhnen. So ist der Mail-Server ein ressourcenhungriges System und gilt aufgrund seiner Komplexität als aufwändig zu administrieren. Ferner sorgt die Lizenzpolitik bei vielen Anwendern für Unmut. Zudem setzt das Produkt auf eine Reihe proprietärer Techniken (PST-Format, MAPI-Interface) und stellt obendrein die Groupware-Funktionen ausschließlich mit Outlook als Client zur Verfügung. Grund genug, sich mit der Phalanx von Wettbewerbern mit ihren alternativen Ansätzen und Techniken zu beschäftigen.

Outlook-Anwender im Visier

Diese locken mit günstigeren Preisen, niedrigeren Gesamtkosten, teilweise kostenfreien Editionen, einem üppigen Funktionsumfang und viel Flexibilität bei Betrieb, Lizenzierung und Integration in die eigene Landschaft. Vor allem aber versprechen sie, Outlook-Anwender, die über 70 Prozent der Mail-User in Unternehmen ausmachen, nahtlos zu integrieren und die gewohnten Funktionen transparent zur Verfügung zu stellen. Auch die offenen Schnittstellen, eine Client-seitig plattformunabhängige Web-Browser-Ausrichtung und innovative Erweiterungsfunktionen sind wichtige Pluspunkte. Mail, Directory-Integration und flexible Schnittstellen bilden seit jeher eine Domäne von Open-Source-Lösungen, und so überrascht es nicht, dass die meisten Groupware- und Collaboration-Produkte aus dem Lager der quelloffenen Software stammen, wobei in allen Fällen eine kommerzielle Produktlinie inklusive kostenpflichtiger Supportleistungen etabliert ist.

Alle hier vorgestellten Groupware-Server arbeiten unabhängig von einer bestimmten System- oder Office-Version, unterstützen andere Client-Lösungen als Outlook und lassen sich mit Bordmitteln sichern. Die Systeme beherrschen alle Standardprotokolle wie SMTP, Imap und POP3. Benutzer können sie lokal verwalten oder sich in ein bestehendes LDAP- oder Active-Directory einklinken. Alle getesteten Produkte unterstützen zudem Microsofts ActiveSync-Protokoll, um Daten mit Smartphones abzugleichen.

Allgemeiner Funktionsumfang

Dabei bilden die Lösungen einen zumeist enormen Funktionsumfang ab, um den gängigen Anforderungen von Anwendern und Administratoren gerecht zu werden. Denn von Mail- und Groupware-Systemen wird viel verlangt. Für den Administrator müssen sie skalierbar sein, sich nahtlos und sicher in das Netz einfügen, allen Viren- und Spam-Attacken trotzen und gut administrierbar sein. Den Ton geben jedoch vor allem die Anwender an. Sie sind verwöhnt durch die Universalität und ständige Verfügbarkeit des Internets sowie von banalen Anwendungen wie gängigen Web-Mail-Systemen. Ihre Ansprüche entsprechen einer zunehmend durch Mobilität, Home Offices und leistungsfähige mobile Endgeräte geprägten Arbeitswelt.

Im Kern bieten alle gängigen Produkte mindestens diese Funktionsfelder:

  • E-Mails, Kontakte und Aufgaben im Team nutzen;

  • gemeinsam Termine planen und Ressourcen reservieren;

  • weitergehende Verwaltungsoptionen wie zum Beispiel Vertretungsregeln;

  • Push-Mail und Synchronisation von E-Mails, Kontakten, Terminen und Aufgaben mit mobilen Geräten (iPhone, Blackberry, Windows Mobile).

Bei der Systemauswahl sollten sich Verantwortliche genau überlegen, welche Funktionen sie benötigen, da die Produkte zwar ein ähnliches Spektrum abdecken, ihre Schwerpunkte aber unterschiedlich setzen. Zentrale Fragen sind dabei: Geht es vorwiegend um einen komfortablen Mail-Client? Sind Groupware-Funktionen wie Kalender und Aufgabenverwaltung wichtig? Wie sind die Anforderungen in Bezug auf die Anbindung mobiler Endgeräte? Welche Zusatzkomponenten wie Antivirus- oder Spam-Filter müssen zu welchen Kosten erworben werden?

Klar ist dabei auch: Aufgrund der komplexen Aufgabenstellung sind alternative Programme nicht unbedingt einfacher zu implementiere und zu administrieren als Microsoft Exchange. Aber für Verantwortliche bestehen mit ihnen interessante Auswahlmöglichkeiten, um in Hinblick auf die eigenen Anforderungen die passende Lösungen zu finden.

Trends bei Groupware-Lösungen

Mehrere Trends sind bei den marktführenden Systemen in den letzten Jahren zu beobachten:

  • Die Outlook-Unterstützung steht im Mittelpunkt und ist bei allen Wettbewerbern in etwa gleicher Güte umgesetzt.

  • Die alternativen Web-GUIs der Produkte werden immer besser, da ihre Bedeutung zunimmt.

  • Die durchgehende und sichere Unterstützung mobiler Endgeräte wie Smartphones wird immer wichtiger.

  • Es gibt einen zunehmenden Trend zum Komplettsystem. Dazu gehören zum Beispiel integrierte Lösungen für zentrale Mail-Archivierung, aber auch Backup/Restore sowie integrierte Spam- und Virenabwehr.

  • Der Integration in Legacy-Applikationen wie ERP-Systeme, CRM und CMS kommt eine immer höhere Bedeutung zu.

(11 Beiträge), 
Kommentieren
pro-ite
@ Claudia und @ asolis Hallo ihr beiden. Schade, dass ihr schlechte Erfahrungen gemacht habt. Open-Xchange würde nicht vollmundig werben mit millionenfachem bewährtem Einsatz, wenn es nicht so wäre. Linux Clients, Outlook- und Mac Anbindung, iphone und Blackberry Sync: funktioniert, wenn Mensch sich Zeit nimmt, die Gebrauchsanleitung zu lesen und Foren zu nutzen. Mail Spam- und Virenschutz funktioniert bestens, sogar mit indiv. Filter für jeden User, wenn Mensch sich die Zeit nimmt, sorgfälltig zu installieren. Das kostet Zeit und gibt's lizenzkostenfrei als Open-Xource. (das mal so als kleiner Hinweis an *asolis*) *Klickibunti* Windowsadministration ist Open-Xchange Server Edition nicht, zugegeben. Aber Out-of-the-Box Open-Xchange gibt's alternativ oder SaaS Unser Fazit: selbst etwas teurere Fertiglösung ist nach zwei Jahren Laufzeit günstiger als die MS-Variante. Passende Partner gibts auf der Herstellerseite von Open-Xchange, getreu dem Motto "wir holen den Kunden dort ab, wo er steht" gibt's für Bastler auf eigener Hardware bis anmelden und loslegen wirklich jede Variante. Gruss, pro-ite zum Beitrag

Claudia64atINTREXX
Lieber Stefan63atIBM, dein Kommentar hat mir am besten gefallen, denn er zeigt auch wunderbar unser eigenes Dilemma. Bei jedem Bericht über Sharepoint gibt es irgendwie keine Alternativlösungen, und das, obwohl es gute Gründe für ein Leben außerhalb von MS gibt. Was meint der erste Kommentator: politisch motiviert. Hübsch gesagt. Beste Grüße von der Intrexx Marketingverantwortlichen zum Beitrag

asolis
Da habe ich mich wirklich ehrlich gefreut: in wenigen Minuten günstig zu einer echten MS Exchange Alternative!!! Vollmundig hat der Autor die Wichtigkeit von SPAM- und Virenschutz in seiner Einleitung herausgestellt ... leider dann bei der Betrachtung der Produkte genau diese komplett übersehen. So könnte ich jetzt mehrere Abende verbringen, um eine der Alternativen zu installieren und dann bei 90% festzustellen (Erfahrungswert!!!), dass leider der Virenschutz oder der SPAM-Filter mehr kostet als meine funktionierende Exchange-Lösung (mindestens zahlreiche weitere Abende ... vermutlich ohne befriedigendes Resultat - harte Euren mal ganz außen vor.) ... und am Ende habe ich dann an meinem nagelneuen iPhone keine Mails, weil eben das genau nicht geht. Oder, wie der Autor bei fast allen Produkten herausstellt, eben genau den gleichen Resourcen- und Administrationsbedarf... Das Thema war, ist und bleibt komplex und es ist unseriös, hier zu suggerieren, dass es eine einfache "Out-Of-The-Box" Lösung gibt, die auch nur ansatzweise von einem Laien installiert und administriert werden könnte! Niemand muss MS Exchange und die zugehörigen "AddOns" (wie professionellen Viren- und SPAM-Schutz bspw. via ForeFront Protection) gut finden oder implementieren. Jedoch wäre es wünschenswert, wenn sich jemand schon mit dem Thema "Exchange-Vergleich" beschäftigt, hier auch alle elementaren Features zu vergleichen (MS Exchange fehlt im Artikel interessanterweise komplett) und am Ende einen objektiven Ratschlag für ein LAUFFÄHIGES SYSTEM mit ALLEN Aufwänden anzugeben. So bleibt es ein oberflächlich recherchierter, wohl politisch motivierter Artikel, der zumindest mich als interessierten Leser eher abschreckt und in seiner Entscheidung für 100% Microsoft bestätigt. Schade eigentlich, da ich in anderen Bereichen Open Source sehr schätze!!! zum Beitrag

gap222
Open-Xchange Appliance Edition basiert leider auf einer mittlerweile recht angestaubten Version von Univention Corporate Server und hat darin ein paar Dinge verändert. Univention hat die Administrationsoberfläche mit der Anfang des Jahres freigegebenen Version 2.3 (aktuell ist 2.4) deutlich überarbeitet, sie ist nun sehr viel aufgeräumter und einfacher bedienbar. Screenshots: http://www.univention.de/produkte/ucs/screenshots/ Um das mit Open-Xchange zu verwenden gibt es Open-Xchange Server Edition for UCS sowie Open-Xchange Advanced Server Edition. Diese beiden Versionen setzen direkt auf UCS auf und nutzen somit auch die überarbeitete Oberfläche. Siehe z.B.: http://www.open-xchange.com/de/open-xchange-advanced-server-edition-de Schade, dass das keine Erwähnung findet. Viele Grüße GAP222 zum Beitrag

pro-ite
Zwei Negativbewertungen, die vermutlich aus Vorgängerversion(en) übernommen wurden, da Open-Xchange zwischenzeitlich deutlich anwenderfreundlicher wurde. "Admin-GUI unübersichtlich und wenig nutzerfreundlich." heisst es. Für die Open-Xchange ServerEdition gab es bis vor kurzem keine grafische Administrationsoberfläche. Weil Konsolenbefehle nicht jedermanns Sache sind, gibt's von pro-ite eine kostenfreie Open-Source AdminGUI für OX-SE unter http://oxadm.de Und die UCS Administration für OX Appliance Edition von Univention aus 2009 war tatsächlich unübersichtlich. Aber der Autor kann die neueste Version testen, die ist deutlich besser. "Fehlerträchtige komplizierte Installation" Hm, Ansichtssache. z.B. Open-Xchange Server Edition (OX-SE). Wenn alle Parameter vollständig und sorgfältig eingetragen sind, Mailserver richtig konfiguriert ist, absolut unkompliziert ;) Die vielen optionalen Schnittstellen muss Mensch anfangs nicht gleich aureizen, aber schön, dass Open-Xchange welche bietet! Wer auf Konfiguration keine Lust hat, kann die SaaS Lösung nutzen: bestellen, anmelden, loslegen. Als Lizenz oder kostenfreie Demo. Oder fertig konfiguriert auf HW. Bei soviel Möglichkeiten im Angebot sollte für jeden was dabei sein, um mit Open-Xchange glücklich zu werden. Vermutlich war ein ausgiebiges testen aller Groupware Anbieter garnicht möglich..? ;) zum Beitrag


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