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Enterprise Resource Planning

SaaS: Microsoft will Salesforce.com mit Kampfpreisen angreifen

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Noch ist das On-Demand-Produkt Dynamics CRM Live von Microsoft nicht auf dem Markt, doch die Vorstellung der Preispolitik macht deutlich, wie der Konzern den Herausforderer Salesforce.com anzugreifen gedenkt.

Microsoft hat vor, noch in diesem Jahr "Dynamics CRM Live" an 600 Partner auszuliefern. Ferner sollen ausgewählte Kunden in den nächsten Monaten mit dem Produkt erste Erfahrungen sammeln können. Der eigentliche Roll-out findet erst im nächsten Jahr in den USA statt, wann die Angebote auch nach Europa kommen, darauf hat sich Microsoft noch nicht festgelegt. Derzeit hält Microsoft seine jährliche Partnerkonferenz in Denver ab.

Hauptkonkurrent im Markt für On-Demand-CRM ist das kalifornische Unternehmen Salesforce.com. Es bietet CRM-Funktionen ausschließlich zur Miete an. Microsoft dagegen vermarktet CRM als Software (On-Premise) und will unter dem Label "Live" eine Mietlösung auflegen, die im eigenen Rechenzentrum läuft. Unabhängig davon gibt es spezielle Hosting-Lizenzvereinbarungen (Service Provider Licence Agreement), auf deren Grundlage Partner die CRM-Systeme in eigenen Rechenzentren betreiben und an die eigenen Kunden vermieten können.

Microsofts Mietgebühren für CRM Live hängen von der Edition ab. Die Miete für die "Professional Edition" soll im ersten Jahr 38 Dollar pro Nutzer und Monat betragen. Nach diesem Einführungspreis, der auf 2008 befristet ist, soll sich der Preis bei 44 Dollar einpendeln. Nach Angaben des News-Dienstes "Computerwire" schlägt ein vergleichbares Angebot von Salesforce.com mit 65 Dollar zu Buche. Microsofts Enterprise-Paket soll 59 Dollar kosten, der Wettbewerber verlangt für ein ähnliches Mietprodukt 125 Dollar.

Technische Grundlage für das Microsoft-Mietprodukt ist das Release 4.0 von Dynamics CRM (Codename: Titan), das sowohl einen On-Premise- als auch einen On-Demand-Betrieb gestattet. Auf diese Weise soll es Kunden möglich sein, von einer Mietsoftware auf eine Inhouse-Installation zu wechseln.

Microsofts Dynamics CRM Live soll Funktionsbausteine für die Vertriebssteuerung, Marketing und Service umfassen und sich mit Outlook integrieren. Die enge Kopplung mit der E-Mail- und Kalendersoftware ist auch für das On-Premise-Produkt ein wichtiges Verkaufsargument. Jedoch bietet auch Salesforce.com Module zur Outlook-Kopplung an.

Von Salesforce.com kopieren will Microsoft nicht nur das Konzept eines CRM-Systems zur Miete, sondern auch "App Exchange", einen Marktplatz für Softwaremodule. Über App Exchange können Salesforce.com-Partner Zusatzbausteine online vermarkten, die das CRM-Mietprogramm ergänzen.

Salesforce.com-Chef Marc Benioff ließ eine Reaktion auf die CRM-Live-Ankündigungen verbreiten. Darin machte er deutlich, dass nicht allein der Preis entscheidend sei für die Kunden und verwies auf die Reife und Funktionsbreite des eigenen Angebots.

Für Microsoft ist der Einstieg in das Live-Geschäft nicht ohne Risiko: Mit CRM Live erreicht der Konzern seine Kunden direkt, umgeht also die Partner, die ansonsten die Produkte vertreiben. Konflikte im Partnerumfeld sind also nicht auszuschließen, weshalb der Softwareriese hier vorsichtig agiert. Andererseits muss Microsoft im On-Demand-Geschäft Flagge zeigen.

Reine On-Demand-Player wie Salesforce.com, Rightnow und Netsuite haben Microsofts Sorgen nicht: Ihre Partner sind in erster Linie Softwarehäuser, die eigene Produkte für die Mietplattform bauen und somit von Mieteinnahmen profitieren. (fn)

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