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Enterprise Resource Planning

ERP-Einführung bleibt für den Mittelstand ein Balanceakt

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von Hadi Stiel (freier Journalist in Bad Camberg)
Weil der Markt für betriebswirtschaftliche Software bei den Großkunden weitgehend abgegrast ist, suchen Hersteller wie SAP, Microsoft, Oracle, IBM und Hewlett-Packard kleinere Kunden. Die sind jedoch schwer zu finden.

Die Softwareanbieter mühen sich, ihre Kunden zu motivieren, weiter in Enterprise Resource Planning (ERP) zu investieren. Der Erfolg ist bisher allerdings überschaubar. Die Marktforscher von IDC (International Data Corporation) beziffern das Wachstum im deutschen ERP-Geschäft für das laufende Jahr auf gerade einmal 4,4 Prozent gegenüber 2006. Ein Hoffnungsschimmer sei jedoch im Mittelstand zu erkennen. Hier würden die Umsätze mit Lizenzen und Wartung stärker als im Durchschnitt wachsen.

Laut Andreas Zilch, Lead Advisor bei der Experton Group, ist dieses Feld für die IT-Größen aber schwierig zu beackern. "Viele mittelständische Unternehmen sind hoch spezialisiert aufgestellt. Demzufolge erwarten sie eine ERP-Software, die auf ihren spezifischen Bedarf zugeschnitten ist." Auf der anderen Seite, räumt er ein, schaue gerade ein Mittelständler besonders auf die Kosten. "Er fokussiert damit vermehrt eine ERP-Standardsoftware, die ohne großen Aufwand umgesetzt und betrieben werden kann." Diesen Anspruch, so Zilch, könnten die IT-Größen jedoch bis heute nur bedingt erfüllen.

Standard als goldener Mittelweg

Edgar Aschenbrenner, HP Servcies: Mit einer Standardorientierung ist das Unternehmen flexibler.
Edgar Aschenbrenner, HP Servcies: Mit einer Standardorientierung ist das Unternehmen flexibler.
Edgar Aschenbrenner, HP Servcies: Mit einer Standardorientierung ist das Unternehmen flexibler.
Foto: Aschenbrenner Edgar

Edgar Aschenbrenner, General Manager für den Bereich HP Services in Deutschland, rät den IT-Entscheidern, auf Standard-ERP-Lösungen wie SAP R/3, Mysap, Microsoft Navision und Oracle Enterprise One zu setzen: "Mit der Optimierung der Geschäftsabläufe kommt das Unternehmen solchen Standards auf halbem Weg entgegen." Aschenbrenner geht davon aus, dass eigens entwickelte Sonderfunktionen im Projekt und Betrieb ein Vielfaches der Standardfunktionen kosten. Diese sollten nur dann zum Einsatz kommen, wenn es betriebliche Umstände unbedingt erfordern. "Mit einer Standardorientierung ist das Unternehmen zudem flexibler in der Entscheidung, ob es die ERP-Lösung selbst oder im Hosting betreiben lassen will", betont er. Auch die Hosting-Provider setzen auf die ERP-Standards der Marktgrößen.

Peter Fasching, Leiter Methoden und Tools bei Siemens IT Solutions and Services, empfiehlt den mittelständischen Unternehmen, sobald das Geschäftsprozess-Soll feststeht, das eigene Anforderungsprofil Position für Position mit dem Leistungsprofil der unterschiedlichen ERP-Produkte abzugleichen. "Nur so wird für die Entscheider transparent, wo funktionale Lücken klaffen, die gegebenenfalls durch zusätzliche Programmierung, Anpassungs- und Integrationsmaßnahmen gefüllt werden müssen." Die Anwenderunternehmen sollten zudem genau prüfen, ob für das Geschäft weniger wichtige Sonderfunktionen auf Kosten einer ERP-Standardisierung wirklich integriert werden müssen: "Investitions- und Folgekosten dafür sind oft zu hoch." Anders sehe es bei geschäftskritischen Sonderfunktionen aus. "Deshalb", so Fasching, "muss im Vorfeld genau analysiert werden, in welchem Wertbeitrag-Kosten-Verhältnis die einzelnen ERP-Module und -Funktionen für die anvisierten Prozesse und damit das Geschäft stehen." Unter dem Strich misst der Berater dem Thema ERP im Mittelstand erhebliche Einsparungspotenziale zu. "Viele Medienbrüche innerhalb der geschäftlichen Abläufe, die heute noch aufwändige, manuelle Tätigkeiten nach sich ziehen, können so beseitigt werden."

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