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Enterprise Resource Planning

Salesforce.com will SOA-Plattformen vermieten

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Der Spezialist für Mietsoftware Salesforce.com will sich nun auch mit den Anbietern von Infrastrukturplattformen wie SAP und Microsoft anlegen. Nutzer der Software-as-a-Service-Systeme des Unternehmens sollen eigene SOA-basierende Applikationen bauen können, ohne dazu Software-Stacks installieren zu müssen.

Bisher hatte sich Salesforce.com vor allem mit CRM-Applikationen zur Miete einen Namen gemacht. Die On-Demand-Produkte des Anbieters stehen in Wettbewerb mit Kaufsoftware. Nun geht das in Kalifornien ansässige Unternehmen auch mit einer SOA-Entwicklungsplattform zur Miete auf Kundenfang. Hiermit tritt die Firma in Konkurrenz zu IBM, SAP, Microsoft und Oracle, die ihre Softwarelösungen zum Bauen von Service-orientierten Anwendungen feilbieten.

Nach Darstellung von Salesforce.com könnten die Nutzer der SOA-Plattform im Netz kostengünstiger und mit weniger Aufwand eigene Anwendungen entwerfen, da sie die dazu erforderliche Infrastruktur weder implementieren noch betreiben müssten. Die Salesforce-Plattform setze sich aus Geschäftsobjekten, Methoden zum Daten-Management, einer Workflow-Engine sowie der Java-ähnlichen Programmiersprache "Apex" zusammen. Damit, so die Firma vollmundig in einer Mitteilung, wären Entwickler in der Lage, jede erdenkliche Anwendung zu schreiben. Mit Apex erzeugte Applikationen stünden als Web-Service zur Verfügung. Von diesen Funktionen können – und das ist ebenfalls neu – nun auch Nutzer Gebrauch machen, die keine CRM-Produkte von Salesforce.com mieten. Beispielsweise könnten Unternehmen so eine mit Apex gebaute Projekt-Management-Anwendung gegen Mietgebühr nutzen.

Die CRM-Programme zur Miete von Salesforce.com wird es weiterhin geben, doch versucht sich Salesforce.com seit einiger Zeit als Plattformanbieter zu positionieren. Dazu zählt auch die Errichtung des Online-Marktplatzes Appexchange, um andere Firmen dazu zu animieren, On-Demand-Versionen ihrer Produkte zu entwickeln und mit anderer On-Demand- sowie On-Premise-Software zu integrieren.

Die Erfolge von On-Demand-Produkten haben mittlerweile auch die Branchenriesen dazu veranlasst, eigene Produkte aufzulegen. SAP legte zunächst ein CRM-Produkt zur Miete auf, ein Supplier-Relationship-Management-System soll folgen. Vor allem aber will der Konzern mit dem neuen Mittelstandsprodukt "A1S" punkten. Ebenso bringt Microsoft in diesem Jahr eine On-Demand-Variante der hauseigenen CRM-Software auf den Markt. Darüber hinaus vermarkten SAP und Microsoft ihre jeweiligen Softwareplattformen "Netweaver" und .NET als Baukasten für SOA-Anwendungen, wobei sie diese dem Kunden verkaufen und nicht vermieten wollen. (fn)

Die Topline der Box

Kommentar: Viele Versprechen

Salesforce.com strebt nach dem Prinzip "No Software" nun in Richtung "No Infrastructure". Mit dem Versprechen, Anwendern eine SOA-Architektur zur Miete offerieren zu können, will die Firma bei Unternehmen punkten, die schon seit Jahren komplexe Software-Stacks der namhaften Hersteller verwalten und damit nicht immer glücklich sind. Zudem baut die Firma so ein Ökosystem vor allem für kleinere Softwarehäuser auf, die über auf der Salesforce.com-Plattform eigene Applikationen entwickeln und online vermarkten können.

Allerdings hilft dieser Ansatz Anwenderunternehmen, wenn überhaupt, nur bei Neuentwicklungen, da Apex ja nicht dabei hilft, bestehende Software SOA-fähig zu machen.

Zu allererst muss Salesforce.com aber beweisen, ob die eigene Umgebung überhaupt für komplett neue SOA-Anwendungen taugt oder letztlich nur eine Entwicklungsschnittstelle für die CRM-Umgebung ist.

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