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SAP: Hasso Plattner greift wieder stärker ins Tagesgeschäft ein

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Der SAP-Gründer und Aufsichtsratschef Hasso Plattner schaltet sich einem Pressebericht zufolge wieder verstärkt ins Tagesgeschäft des Software-Konzerns ein und hat nach dem Weggang von Technik- und Produktvorstand Shai Agassi Ende März damit begonnen, die Produktpalette von SAP zu überprüfen.

Das Mittelstandsprojekt Kayak habe Plattner bereits gestoppt, berichtete die "WirtschaftsWoche" unter Berufung auf Unternehmenskreise. Zudem stocke die Entwicklung mehrerer von Agassi forcierter Produkte und Komponenten, insbesondere für die Software-Plattform Netweaver. Bob Stutz, Entwicklungschef der Kundenmanagementsoftware CRM, den Agassi aus den USA nach Waldorf geholt habe, soll dem Bericht zufolge in der Kritik und möglicherweise sogar vor der Ablösung stehen. Das Unternehmen war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Nach Informationen aus Unternehmenskreisen solle sich die Portaltechnologie in Netweaver, auf deren Basis sich Firmen ihre Unternehmenssoftware aus einzelnen Programmbausteinen zusammenstellen können, längst nicht so gut verkaufen wie nach außen dargestellt, so ein Entwickler dem Magazin zufolge. Dafür spreche, dass in der neuesten CRM-Version, die derzeit entwickelt wird, die Portaltechnologie im Gegensatz zu früheren Programmversionen wieder ausgebaut werde. Doch CRM leide auch unter Unstimmigkeiten bei der Benutzeroberfläche, die CRM-Entwicklungschef Bob Stutz angelastet würden.

Auch andere Agassi-Produkte der Plattform Netweaver sollen dem Bericht zufolge Mängel aufweisen, so das Modul Master Data Management (MDM), das Unternehmen helfen soll, ihre Kunden- und Lieferantendaten aus ihren oft weit verzweigten Computersystemen zu bündeln und zu vereinheitlichen. Das funktioniert bis heute jedoch nicht so wie erwartet, habe ein Entwickler dem Magazin gesagt. In einer kürzlich verbreiteten internen E-Mail habe Vorstandschef Henning Kagermann mitgeteilt, er werde das MDM-Projekt persönlich überwachen.

Probleme soll es dem Bericht zufolge auch bei der neuen Mittelstandssoftware mit dem Codenamen "A1S" geben. So gebe es bei SAP interne Zweifel, ob sich der Starttermin im 1. Quartal 2008 noch halten lässt. Wie es in Unternehmenskreisen heiße, weist das Produkt, das komplett neu entwickelt wurde, noch drastische Leistungsschwächen auf. Laut Kagermann solle das neue Produkt bis 2010 eine Milliarde Dollar zusätzlichen Umsatz pro Jahr liefern. Zudem sollen die Kernprodukte ERP, CRM und A1S in einzelnen Bereichen technologisch wegen mangelhafter Abstimmung nicht voll harmonisieren. Gestoppt habe Plattner bereits das Mittelstandsprojekt Kayak, das eine Parallelentwicklung zu A1S war, weil er Verwirrung im Markt durch zwei Produkte befürchte. "Da ist die klare Handschrift Plattners zu erkennen", habe ein Manager dem Magazin gesagt. "Der hat auf den Tisch gehauen und gesagt: 'So geht's nicht'." (dpa/tc)

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