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Enterprise Resource Planning

SAP bastelt an neuen Frontends

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Der "Netweaver Business Client" soll bei Endanwendern den Sapgui beerben.

Netweaver Business Client ist eine Weiterentwicklung von SAPs Software an der Benutzerschnittstelle. Er stützt sich auf die Ablaufumgebung Netweaver und verwendet Web-Dynpros. Die neue Technik richtet sich an Fachanwender. Der Business Client verwendet nicht mehr ein proprietäres Protokoll, sondern HTTP, und tauscht mit dem Server HTML- und XML-Inhalte aus. Web-Dynpro ist eine Programmierumgebung nach dem Model-View-Controller-Prinzip und dient dazu, Web-gestützte Anwendungs-Frontends für Java- sowie Abap-Programme zu bauen.

Hier lesen Sie ...

  • warum SAP den Netweaver Business Client entwickelt;

  • wie der neue Client funktioniert;

  • dass SAP an einer Client-Software für den Blackberry arbeitet;

  • wie das künftige Web-Frontend für das Netweaver Portal aussieht;

  • was aus dem Sapgui wird.

Das neue Frontend soll Anwendern ein besser auf ihre jeweiligen Aufgaben zugeschnittenes User-Interface bieten, leichter anpassbar und übersichtlicher sein. Die Walldorfer hatten im letzten Jahr erste Pläne in diese Richtung unter dem Label "Project Muse" angekündigt.

SAP wird den Netweaver Business Client mit der neuen Ver- sion von "SAP All-in-One", die unlängst vorgestellt wurde, sowie mit "Mysap ERP 2005" ausliefern, und zwar vermutlich mit dem "Enhancement Package 2". Letzteres sind Erweiterungspakete für die ERP-Umgebung, die Nutzer ohne großen Aufwand installieren können sollen.

Rich Client für Mysap

Nach Angaben der SAP orientiert sich der Netweaver Business Client an den Aufgaben des Anwenders.
Nach Angaben der SAP orientiert sich der Netweaver Business Client an den Aufgaben des Anwenders.
Nach Angaben der SAP orientiert sich der Netweaver Business Client an den Aufgaben des Anwenders.

Der Netweaver Business Client folgt dem Konzept der "Rich Clients", das auch andere Hersteller wie IBM, Microsoft und Adobe aufgegriffen haben. Diese Kategorie von Desktop-Software soll die Vorteile von Web-Browsern und "fetten" Frontends vereinen, jedoch nicht deren Nachteile aufweisen. Reine HTML-Schnittstellen sind kein vollständiger Ersatz für traditionelle Endbenutzerprogramme. Fat Clients wie der Sapgui wiederum sind meist unflexibel und aufwändig in der Verwaltung.

Einstellen will SAP den Sapgui hingegen nicht, und er wird weiterhin unterstützt. Laut Hersteller werden bestimmte Anwendergruppen, beispielsweise Administratoren, auch künftig mit dem alten SAP-Client arbeiten.

Zur Navigation bietet der Business Client eine Task-Leiste, die an die linke Spalte in Microsofts Outlook erinnert. Karteireiter erlauben es, unterschiedliche Dialoge ein- und auszublenden - vergleichbar mit dem "Tabbed Browsing" in Web-Browsern. Kontextsensitiv werden "Muselets" eingeblendet, das sind zusätzliche Funktionsbausteine, die zum jeweiligen Dialog passen. Beispielsweise wird die Hilfefunktion zu einer Maske über ein Muselet am rechten Bildschirmrand eingeblendet.

Zunächst läuft der neue Client nur unter Windows und .NET. Später soll es Erweiterungen geben, die beispielsweise mobile Endgeräte wie den Blackberry unterstützen. "Ein natives Blackberry-Modul wird es ermöglichen, SAP-Applikationen auf dem Gerät zu bedienen", erläutert Filip Misovski, Product Strategist Netweaver User Interface Technology.

Die mobile Option wird jedoch nicht für alle Lösungen, sondern für typische SAP-Prozesse freigeschaltet, bei denen Anwender einen drahtlosen Zugriff benötigen. Dazu zählt zum Beispiel der Vor-Ort-Kundendienst. Wann genau die besagten mobilen Clients erscheinen, kann SAP noch nicht sagen. Partner realisieren bereits Anbindungen von Blackberry und anderen tragbaren Geräten an SAP-Lösungen.

Weiterentwickeln will SAP zudem die Web-Benutzerschnittstelle des Portals. Ajax (Asynchronous Javascript and XML) soll für bessere Bedienbarkeit der Web-Oberfläche sorgen sowie die Performance verbessern. Vor allem aber muss eine Seite nicht vom Anwender selbst aktualisiert werden, wenn sich im Backend Informationen ändern. Mit Ajax lassen sich Browser-Frontends bauen, die eine ähnliche Interaktivität erlauben wie Windows-Software. SAPs Ajax-Client wird Menüs zur Verfügung stellen, die wie bei Desktop-Applikationen aufklappen. Laut SAP bildet der "Netweaver Enterprise Portal Client" die Frontend-Mechanismen des Business Client im Portal nach.

Ob auch "SAP Business One" das neue Frontend erhalten soll, konnte SAP-Mann Misovski noch nicht sagen. Von diesem Produkt erscheint in diesem Jahr eine neue Version.

Auch Microsoft renoviert

Mit ihren neuen Client-Konzepten befindet sich SAP in guter Gesellschaft: Auch ERP-Konkurrent Microsoft arbeitet emsig an neuen Oberflächen. Der "Dynamics Client", der wie SAPs Business Client in diesem Jahr auf den Markt kommt, soll Anwendern eine aufgabenorientierte Umgebung bereitstellen. Über einen Bildschirm wird der ERP-Nutzer Transaktionen auslösen, Statistiken zu Geschäftsdaten abrufen sowie auf E-Mails, Termine und Dokumente zugreifen können. Die erste Anwendung, die den Dynamics Client verwendet, ist "Dynamics NAV 5.1". Microsoft und SAP kooperieren unabhängig davon weiterhin in Sachen ERP-Office-Integration. Das gemeinsame Produkt "Duet" verbindet beide Softwarelösungen miteinander.

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