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Enterprise Resource Planning

Vergleichstest

Drei ERP-Systeme auf dem Prüfstand

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von Olaf Deininger (Journalist und Gründer des Markt- und Softwareevaluations-Unternehmens Research One in Hamburg)

Beschaffung

Auch in Sachen Beschaffung hat Microsoft mit Dynamics NAV die Nase vorn: Während Basis-Beschaffungsfunktionen wie Lieferantenauswahl, Bestellüberwachung, Bestellfreigabe und EDI-Unterstützung bei allen drei Programmen zu finden sind, bieten nur Dynamics NAV und Office Line eine Funktion, um Angebote einzuholen. Über einen elektronischen Marktplatz verfügen lediglich SAP Business One und Dynamics NAV. Die automatische Bewertung von Angeboten erlaubt ausschließlich das Microsoft-Produkt.

Supply-Chain-Management

Microsoft spielt mit Dynamics NAV 4.0 vor allem seine guten Verbindungen zum Frontend aus.
Microsoft spielt mit Dynamics NAV 4.0 vor allem seine guten Verbindungen zum Frontend aus.
Microsoft spielt mit Dynamics NAV 4.0 vor allem seine guten Verbindungen zum Frontend aus.

Alle drei ERP-Lösungen liegen mit ihren Funktionen für Supply-Chain-Management (SCM) relativ nahe beieinander. Doch können auch hier Microsoft und Sage einen Vorsprung vor dem Wettbewerber aus Walldorf herausholen: So kann Business One im Gegensatz zu den Konkurrenten nicht mit einer Verwaltung von Chargen und Seriennummern aufwarten. Funktionen für Transitlager-Inventur, Reservierungssystem, Artikelverfolgung sowie Steuerung von Verkaufs- und Einkaufsrabatten fehlen ebenfalls. Lagerortabhängige Dispositionsmethoden und Einstandspreise sowie das Management von Transportzeiten mit Kalenderfunktionen bieten hingegen nur Business One und das Microsoft-Produkt.

Methodik

Die Methodik der Untersuchung ist auf die Anforderungen des Mittelstands zugeschnitten: Eine Evaluation stellt zunächst die serienmäßig integrierten und ohne Zusatzmodule ausführbaren Funktionen der Applikationen fest. Daraus lässt sich ein Funktionsfaktor errechnen. Anschließend werden die eingesetzten und unterstützten Technologien, Plattformen, Datenbanken, Clients, Server, die Standards für Integration und Datenaustausch sowie die Prozess- und Workflow- Unterstützung ermittelt und bewertet. Daraus resultiert ein Faktor für die Anpassbarkeit und Integrationsfähigkeit der Lösung, die "Adaptivität".

Schwach präsentiert sich in der Lieferkette dagegen Office Line: Zwar verfügen alle drei Programme über Funktionen für Versand, Retourenverwaltung und Kommissionen, doch eine Distributions- und Auslieferungsplanung bieten nur das SAP- und das Microsoft-Produkt. Eine Lademittelverwaltung und das Fuhrpark-Management beherrscht als einziges Dynamics NAV.

CRM

In den zurückliegenden Jahren haben die Anbieter von ERP-Lösungen kontinuierlich ihre Funktionen für das Kunden-Management ausgebaut. Das gilt auch für Microsoft Dynamics NAV und SAP Business One. Wer jedoch Office Line für Marketing, Verkauf, Service und Kundenpflege nutzen möchte, muss sich das Zusatzmodul "Act" dazukaufen. Alle drei Lösungen fokussieren sich stark auf Verkauf, Service und Bestandskunden-Bindung: So lassen sich durchgängig Leads, Opportunities und Großabnehmer verwalten. Preisdifferenzierung, Yield-Management, Rabatte und Nachlässe, Kontakt-Management und Angebotsverfolgung sowie Channel-Management und ein Online-Shop zählen ebenfalls zu den Standards. Kaum Unterstützung bieten die drei Lösungen dagegen bei der Verwaltung und Steuerung von Kampagnen. Sie decken lediglich Direkt-Mail und E-Mail-Kampagnen ab. Wer jedoch seine Werbefeldzüge in Print-, TV- oder Radio-Medien steuern möchte, braucht ein separates CRM-Werkzeug.

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